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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
08. Januar 2001

Antiandrogene Therapie – neue Option im Frühstadium

Prostatakarzinom
Das Prostatakarzinom wird immer häufiger im frühen Stadium und auch bei jüngeren Patienten diagnostiziert. Die Therapie fokussiert sich damit zunehmend auf die meist noch lokal begrenzte Erkrankung. Obwohl diese Karzinome in einem hohen Prozentsatz nach Chirurgie geheilt werden können, wird in bis zu 60% der Fälle der Tumor wieder aktiv. Rezidiv- und nebenwirkungsarme Therapien sind daher besonders gefragt. Die Ergebnisse des EPC-Programms zeigen mit der adjuvanten antiandrogenen Therapie einen Weg auf.
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Bei Diagnosestellung haben heute „nur noch“ 24% der Patienten mit Prostatakarzinom bereits Metastasen, vor 15 Jahren waren es noch rund 70%. Auch eine Organüberschreitung liegt nur noch in 36% der Fälle vor. Die Patienten sind bei Erstdiagnose nicht mehr über 70 Jahre sondern durchschnittlich 63 Jahre alt und haben folglich noch eine Lebenserwartung von 12 bis 16 Jahren. Somit spielt heute das lokal begrenzte Prostatakarzinom zahlenmäßig die größte Rolle, konstatiert Professor Kurt Miller, Berlin. Derzeitige Lokaltherapie nicht ganz zufriedenstellend Trotz kurativer Operation steigt bei 24% der Patienten mit T1c-Tumoren innerhalb von 10 Jahren der PSA-Wert wieder an, bei T2-Tumoren sind es bereits 40% und beim organüberschreitenden Tumor rund 60%. Auch sind die Standardtherapien – radikale Prostatektomie oder Radiotherapie – mit Komplikationen bzw. nicht tolerablen Nebenwirkungen verbunden und im Hinblick auf langfristige Erfolgsraten verbesserungswürdig.
Zur lokalen adjuvanten Radiotherapie weisen retrospektive Studien auf einen Benefit hin, Ergebnisse prospektiver Studien liegen jedoch noch nicht vor. Eine adjuvante Therapie mit LH-RH-Analoga verbessert zwar signifikant das Überleben der Patienten, doch das Absenken des Testosteronspiegels ist mit einem Osteoporose-Risiko und Nebenwirkungen wie Anämie sowie Abnahme der physischen Leistungsfähigkeit verbunden. EPC-Programm: Adjuvante antiandrogene Therapie Eine neue Option stellt die sofortige bzw. adjuvante Therapie mit Antiandrogen dar. Das zeigen Ergebnisse der EPC-Studien (Early Prostate Cancer). Dabei handelt es sich um das bislang größte Studienprogramm zum Prostatakarzinom. Weltweit wurden 8113 Patienten mit einem frühen, nicht metastasierten Prostatakarzinom im mittleren Alter von 67 Jahren aus 23 Ländern rekrutiert. Geprüft wurde, ob eine adjuvante Therapie mit täglich 150 mg Bicalutamid zusätzlich zur radikalen Prostatektomie bzw. Radiotherapie oder eine sofortige Bicalutamid-Gabe anstelle von watchful waiting das Risiko der Progression senkt und das Leben verlängert. In drei Studienblöcken nahmen Patienten mit lokal begrenztem oder lokal fortgeschrittenem Tumor (T1b-T4, NO, N+ oder Nx, keine Fernmetastasierung) am Studienprogramm teil. 67% der Patienten hatten einen T1-/T2-Tumor. Die Patienten aller drei Gruppen (Operation, Radiotherapie und watchful waiting) wurden 1:1 zwischen Bicalutamid oder Plazebo randomisiert. 0 Antiandrogene Therapie senkt Progressionsrisiko Die Zwischenauswertung nach einer median dreijährigen Nachbeobachtung zeigt eine signifikante Senkung des Risikos einer objektiven klinischen sowie biochemischen Progression.
Bei den 3603 Patienten im europäischen Studienblock (0024-Studie) weist die Progressionshäufigkeit für das lokal begrenzte Prostatakarzinom mit 8,6 vs. 12,0% und für das lokal fortgeschrittene Stadium mit 12,6 vs. 24,3% einen signifikanten Therapievorteil zugunsten der adjuvanten bzw. sofortigen Hormontherapie auf. Das Risiko einer objektiven klinischen Progression wird insgesamt signifikant um 43% gesenkt.
Wesentliche Nebenwirkungen der Bicalutamid-Therapie waren Gynäkomastie und Brustschmerzen. Die Inzidenz der Gynäkomastie lässt sich durch routinemäßige prophylaktische Radiotheraphie der Brustdrüse erheblich reduzieren. Alle anderen Nebenwirkungen zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen Plazebo und Bicalutamid.

Quelle: TopKolleg Medien „Neue Hoffnung für Patienten mit Krebs“ Hamburg 2001


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