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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
15. Februar 2010

Anthrazyklinfreie Therapie mit Docetaxel in Studien bestätigt

32. San Antonio Breast Cancer Symposium 2009
Patientinnen mit primärem Brustkrebs haben offensichtlich keinen prognostischen Nachteil, wenn die Anthrazyklin-haltigen Therapien teilweise oder ganz durch eine Docetaxel-Kombination ersetzt werden. Im Vergleich mit den bisherigen Standards zeigte sich eine vergleichbare Effektivität bei teilweise besserer Verträglichkeit.
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Eine sequentielle Behandlung mit Epirubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel (Taxotere®) (EC-Doc) war bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom mit Lymphknotenbefall (N > 3) genauso effektiv und dabei besser verträglich als der bisherige Therapie-Standard nach dem Levine-Schema [1] Epirubicin plus Fluorouracil und Cyclophosphamid (FEC). Zu diesen Ergebnissen kommt eine multizentrische Phase-III-Studie (ADEBAR), die während des 32. San Antonio Breast Cancer Symposiums (SABCS) im Dezember 2009 präsentiert wurde [2]. „Wir haben hier einen sehr guten Hinweis auf gleichwertige Überlebensdaten von FEC und EC-Doc, aber eine höhere Toxizität von FEC“, resümierte Prof. Wolfgang Janni, Düsseldorf. „Sowohl die hämatologische als auch die nichthämatologische Toxizität war im FEC-Arm signifikant höher als im EC-Doc-Arm.“
1502 Patientinnen mit Brustkrebs und mehr als drei axillären Lymphknotenmetastasen wurden randomisiert und erhielten entweder 4 Zyklen EC-Doc (90 mg/m2 Epirubicin plus 600 mg/m2 Cyclophosphamid, q 21 d, gefolgt von 4 Zyklen Docetaxel 100 mg/m2, q 21d) oder 6 Zyklen FEC (60 mg/m2 Epirubicin, d1+8, 500 mg/m2 5-FU, d1+8 sowie 75 mg/m2 Cyclophosphamid, d1-14, q 28d). Das Gesamtüberleben unterschied sich nicht signifikant (p=0,99). Wegen der höheren Toxizität waren unterstützende Maßnahmen wie antibiotische Therapie, G-CSF und Erythropoetin aber im FEC-Arm häufiger notwendig.

3. Analyse der BCIRG 006

Die Ergebnisse der 3. Analyse der BCIRG 006-Studie bestätigen, dass eine Anthrazyklin-freie Therapie für Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs eine sinnvolle Option darstellen kann [3]. Bisher hatten sich die Anthrazykline aufgrund einer Verbesserung des Rückfallrisikos in der adjuvanten Therapie in den letzten Jahren etabliert. Dieser Benefit geht allerdings mit einer erhöhten Kardiotoxizität einher. Das war die Rationale, in der BCIRG 006-Studie ein Anthrazyklin-freies Schema zu testen. In der dreiarmigen Studie wurden HER2-positive Patientinnen mit frühem Mammakarzinom und axillärem Lymphknotenbefall im Standard-Arm mit Doxorubicin/Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel (AC→T) behandelt. AC→T wurde entweder gegen Doxorubicin/Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel plus Trastuzumab (AC-TH) oder gegen Docetaxel/Carboplatin plus Trastuzumab (TCH) getestet. TCH erwies sich als signifikant besser wirksam als AC→T. Die Progressionshäufigkeit unterschied sich in den Gruppen AC-TH und TCH nicht signifikant. Bemerkenswert war aber, dass es in der TCH-Gruppe im Gegensatz zum AC-TH-Arm zu signifikant weniger kongestiven Kardiomyopathien kam (21 vs. 4, p< 0,001). Die linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) als Zielparameter für die Funktionalität des Herzens war in der TCH-Gruppe über den gesamten Zeitraum der Auswertung von 4 Jahren besser als in den beiden Vergleichsarmen.

Nach Meinung des Studienleiters Dr. Slamon untermauern diese Ergebnisse die seit langem bestehende Expertenansicht, dass Anthrazykline häufig umgangen werden können, insbesondere bei Patienten mit kardialer Vorschädigung. Vor allem bei diesen Patienten sollte nach Meinung Dr. Slamon nur noch das TCH-Schema eingesetzt werden, bei allen anderen kann es als eine äquivalente Alternative zu Anthrazyklin-haltigen Regimen in Erwägung gezogen werden.


Nutzen der Kombination Taxan und Trastuzumab

Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs profitieren vermutlich von einem Beginn der Trastuzumabtherapie bereits zusammen mit der Taxansequenz der Chemotherapie. Nach 5 Jahren wurde bei ihnen eine um 25% bessere Rate an krankheitsfreiem Überleben erreicht als bei den Patientinnen, die erst im Anschluss an die Taxansequenz Trastuzumab bekamen (84,2% vs. 79,8%, Unterschied nicht statistisch signifikant) [4]. „Auf der Basis dieser positiven Nutzen-Risiko-Analyse kann nur empfohlen werden, Trastuzumab bereits zusammen mit dem Taxan zu verabreichen.“, konstatierte Prof. Wolfgang Eiermann. In der Studie wurden 3505 Patienten randomisiert und erhielten zunächst 4 Zyklen AC, q21d, gefolgt von 3 Monaten wöchentlich Paclitaxel entweder ohne anschließende Trastuzumab-Gabe, mit anschließender Gabe vonTrastuzumab über 52 Wochen oder aber gleichzeitiger Gabe von Trastuzumab über insgesamt ebenfalls 52 Wochen.

Sanofi-aventis Fach-Pressekonferenz: „San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2009: Neue Therapieperspektiven bei der Therapie des frühen und metastasierten Mamma-Ca“. Dresden, 11. Januar 2010

1. Levine et al., JCO 16, No. 8, 1998, 2651-2658
2. Janni et al., Poster Discussion 6; A603; SABCS 2009
3. Slamon et al., General Session 5; A62; SABCS 2009
4. Perez et al.; General Session 6; A80; SABCS 2009

Quelle:


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