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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
15. November 2019
Seite 1/2

Aktuelle Entwicklungen in der Präzisionsmedizin beim Mammakarzinom

O. Tomé, ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe gAG.
Im Folgenden werden wegweisende Therapieoptionen bei Patientinnen mit HER2-positivem (HER2+) Mammakarzinom sowie mit triple-negativen Tumoren (TNBC) vorgestellt. So konnte unter der Kombination Trastuzumab-Emtansin (T-DM1) bei Patientinnen mit HER2+ Brustkrebs im Frühstadium, die nach Abschluss der neoadjuvanten Therapie eine restinvasive Erkrankung hatten, im Vergleich zu Trastuzumab allein eine Risikoreduktion um 50% für ein erneutes Auftreten von invasivem Brustkrebs oder Tod erzielt werden. Auch für TNBC gibt es Behandlungsoptionen, mit denen sich Verbesserungen erzielen lassen.
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Phase-III-Studie KATHERINE
 
Die randomisierte Phase-III-StudieKATHERINE untersuchte weltweit 1.486 Patientinnen mit frühem HER2+ Mammakarzinom, die eine neoadjuvante Chemotherapie + HER2-gezielte Behandlung mit einem Taxan und Trastuzumab erhalten und sich anschließend einem operativen Eingriff unterzogen hatten. Bei allen Probandinnen lag eine residuale invasive Erkrankung in der Brust oder in den axillären Lymphknoten vor. In einem Zeitraum von 12 Wochen nach der Operation erfolgte eine 1:1-Randomisierung von T-DM1 (3,6 mg/kg i.v. alle 3 Wochen) oder Trastuzumab (6 mg/kg i.v. alle 3 Wochen) über 14 Zyklen. Primärer Endpunkt war das mediane invasive krankheitsfreie Überleben (iDFS).
 
Die Studie zeigte, dass sich das Risiko für ein invasives Rezidiv oder Versterben unter T-DM1 um 50% verringert. Das iDFS nach 3 Jahren betrug in der T-DM1-Gruppe 88,3% und in der Trastuzumab-Gruppe 77% und verbesserte sich somit in der T-DM1-Gruppe um 11,3% (HR=0,50; 95%-KI: 0,39-0,64; p<0,0001) (Abb. 1). Der absolute Vorteil beim iDFS war damit deutlicher als erwartet (Ziel war ein absoluter Vorteil von 6,5% zugunsten von T-DM1 nach 3 Jahren gewesen). Ein Rezidiv als erstes Ereignis der invasiven Erkrankung trat bei 10,5% der Patientinnen in der T-DM1-Gruppe und bei 15,9% der Patientinnen in der Trastuzumab-Gruppe auf.
 
Abb. 1: Verbessertes medianes invasives krankheitsfreies Überleben (iDFS) unter T-DM1 vs. Trastuzumab (mod. nach (1)).
Verbessertes medianes invasives krankheitsfreies Überleben

 
 
Patienten-bezogene Outcomes (PROs)
 
Hierzu wurden die EORTC-Fragebogen „Quality of Life Questionnaire – Core 30“ (QLQ-C30) und „Quality of Life -Questionnaire – Breast Cancer“ -(QLQ-BR23) von den Patientinnen ausgefüllt. Nebenwirkungen (AEs) waren im T-DM1-Arm zwar höher, diese scheinen aber nur eine sehr geringe Auswirkung auf die Lebensqualität zu haben (Abb. 2).
 
 
Abb. 2: Patienten-bezogene Outcomes (PROs) (mod. nach (2)).
Patienten-bezogene Outcomes

 
 
Fazit
 
Bei HER2-positivem Mammakarzinom mit einem residualen Tumor nach einer neoadjuvanten Chemotherapie sollte die Therapie mit T-DM1 das Mittel der Wahl sein. Die Lebensqualität der Patientinnen verschlechtert sich unter dieser Therapie nicht.
 
 
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