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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
23. Februar 2021

Aktualisierte Leitlinienempfehlungen: Tivozanib – Eine gute Wahl beim mRCC mit günstigem und intermediärem Risiko

Sowohl die S3- als auch die Onkopedia-Leitlinie empfehlen für die Erstlinienhandlung des metastasierten und/oder fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (mRCC) einen VEGF(R) (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor(-Rezeptor))-Inhibitor, sofern eine Checkpoint-Inhibitor-basierte Kombinationstherapie nicht möglich ist. Tivozanib▼ (Fotivda®)* erhielt in der S3-Leitlinie den Empfehlungsgrad A (bei günstigem Risiko gemäß IMDC (International Metastatic RCC Database)-Risikoscore) bzw. B (bei intermediärem Risiko) (1). Die Onkopedia-Leitlinie empfiehlt eine Erstlinientherapie mit Tivozanib bei niedrigem Progressionsrisiko (2).
Entscheidend für die Leitlinienempfehlungen waren die Ergebnisse der Zulassungsstudie TIVO-1. Diese zeigen, dass – im Vergleich zu Sorafenib – mit dem VEGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der dritten Generation ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben (PFS) erreicht werden kann: Während es für alle Patienten median knapp 3 Monate länger war, ergaben Post-hoc-Subgruppen-Analysen, dass auch nicht vorbehandelte Patienten, Patienten mit intermediärem und besonders solche mit günstigem Risikoprofil gemäß MSKCC (Memorial Sloan Kettering Cancer Center)-Score von einer Tivozanib-Erstlinientherapie profitierten. Letztere überlebten median 6 Monate länger progressionsfrei (vs. Sorafenib) (Tab. 1) (3).
 
Tab. 1: Good-risk-Patienten profitieren besonders von Tivozanib (mod. nach (3)).
Good-risk-Patienten
 

Überlegenes Sicherheitsprofil

Darüber hinaus ist – trotz längerer medianer Behandlungsdauer (12,0 vs. 9,5 Monate) – eine Behandlung mit Tivozanib verträglicher als mit Sorafenib. In der Tivozanib-Gruppe hatten weniger Patienten Nebenwirkungen vom Grad ≥ 3 und es kam zu signifikant weniger Therapieunterbrechungen und Dosisreduktionen (p<0,001) (3, 4).

Eine Netzwerk-Metaanalyse bestätigt das überlegene Sicherheitsprofil: Im Vergleich zu anderen Erstlinien-VEGFR-TKI weist Tivozanib die wenigsten Grad-3/4-Nebenwirkungen auf und bietet so die vorteilhafteste Wirkungs-Nebenwirkungs-Relation (5).

Geringe Off-target-Effekte

Die gute Verträglichkeit wird dadurch erreicht, dass Tivozanib über die höchste Selektivität zu VEGFR-1 bis -3 (6-8) verfügt, dabei aber nur eine sehr geringe Affinität zu anderen Kinasen wie c-Kit und PDGFR-β hat (3, 4, 9). So werden TKI-typische Off-target-Effekte vermieden, was sich positiv auf die Verträglichkeit auswirkt (3, 7).

Patientenfreundliches 3W-1W-Therapieschema

Tivozanib verfügt zudem über ein gutes Wechselwirkungsprofil, hat eine lange Halbwertszeit und ist im hohen Maß bioverfügbar (4). Daher kann Tivozanib einerseits als einziger VEGFR-TKI in Kombination mit CYP3A4-Inhibitoren angewendet werden (4, 10). Andererseits ergibt sich daraus ein einfaches Einnahmeschema: 3 Wochen 1x tägl. 1 Kapsel Fotivda® mit anschließender einwöchiger Pause (4).

Berit Abel

Mit freundlicher Unterstützung von EUSA Pharma
 
* Die Zulassung umfasst die Erstlinienbehandlung von erwachsenen mRCC-Patienten sowie in zweiter Linie, wenn es nach einer vorherigen Zytokin-Therapie zur Krankheitsprogression kam (4).
 
▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Abschnitt 4.8 der Fachinformation. Bevor Sie Fotivda® verschreiben, lesen Sie bitte die vollständige Fachinformation.
Literatur:

(1) S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms“. AWMF-Registernr: 043/017OL.
(2) Bergmann L et al. Onkopedia-Leitlinie „Nierenzellkarzinom (Hypernephrom)“. Stand: Mai 2020.
(3) Motzer RJ et al. J Clin Oncol 2013;31:3791-9.
(4) Fachinformation Fotivda®. Stand: Okt. 2020.
(5) Manz KM et al. Adv Ther 2020;37(2):730-44.
(6) Fogli S et al. Review Cancer Treat Rev 2020; 84:101966.
(7) Bhargava P et al. Curr Oncol Rep 2011;13:103-11.
(8) Vázquez Estévez S et al. Review Clin Transl Oncol 2020;22(9):1565-79.
(9) Salgia NJ et al. Ther Adv Med Oncol 2020;12:1-9.
(10) Cotreau MM et al. Clin Pharmacol Drug Dev 2013;3(2):158-62.


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