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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

Patienten profitieren von Ramucirumab in der Zweitlinie

Fortgeschrittenes Adenokarzinom des Magens

Mit Ramucirumab (Cyramza®) steht seit Ende vergangenen Jahres eine neue Therapieoption bei fortgeschrittenem Magenkrebs zur Verfügung. Der VEGFR-2-Antikörper kann als Monosubstanz oder in Kombination mit Paclitaxel eingesetzt werden und führte in Studien zu einer signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens.

Ramucirumab ist ein humaner, monoklonaler Antikörper, der direkt an den vaskulär-endothelialen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (VEGFR-2) bindet und damit die Neubildung von tumorversorgenden Gefäßen hemmt.

An den beiden zulassungsrelevanten Phase-III-Studien hatten Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs teilgenommen, die bereits eine Platin- oder Fluoropyrimidin-haltige Erstlinientherapie erhalten hatten. In der REGARD-Studie (1) betrug das Gesamtüberleben (OS) unter Ramucirumab-Monotherapie plus Best Supportive Care (BSC) 5,2 Monate gegenüber 3,8 Monaten unter Placebo plus BSC (p=0,0473). Auch das mediane PFS war unter der Antikörpertherapie länger (2,1 versus 1,3 Monate; dies entspricht einer Risikoreduktion von 52% durch Ramucirumab; p<0,0001).

Abb. 1: Magenschleimhaut mit Adenokarzinom (3.200-fache Vergrößerung). Quelle: Lilly Deutschland GmbH 2015.
Abb. 1: Magenschleimhaut mit Adenokarzinom (3.200-fache Vergrößerung).  Quelle: Lilly Deutschland GmbH 2015.


In der RAINBOW-Studie (2) erreichten Patienten bei Therapie mit Ramucirumab plus Paclitaxel ebenfalls eine signifikante Verlängerung des OS im Vergleich zu Placebo/Paclitaxel (9,6 versus 7,4 Monate; p=0,017). Auch das PFS war unter der Kombinationstherapie im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant länger (4,4 versus 2,9 Monate; p<0,0001). Die objektive Ansprechrate (komplette und partielle Remissionen) unter Kombinationstherapie betrug 28% (ITT-Population). „Hier haben wir eine palliativ orientierte, vergleichsweise gut verträgliche Zweitlinientherapie, von der ein beachtlicher Teil der Patienten einen deutlichen Benefit hat“, kommentierte Dr. Alexander Stein, Hamburg. Der Antikörper sei eine wichtige Option für die Zweitlinie und könne in Kombination mit Paclitaxel – aber auch wenn Paclitaxel nicht in Frage kommt – allein angewendet werden.

Dr. Beate Grübler

Quelle: Klinikworkshop „Best Practice: Neues zur Anti-Angiogenese in der Therapie des Magenkarzinoms“, 01.07.2015, Hamburg; Veranstalter: Lilly Oncology

Literatur:

(1) Fuchs CS et al. Lancet 2014;383:31-39.
(2) Wilke H et al. Lancet Oncol 2014;15:1224-1235.


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