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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

04. Juli 2014 Zukunft der Immuntherapie

ASCO - 30. Mai - 03. Juni 2014, Chicago, USA

Auf dem ASCO stellte Bristol-Myers Squibb Co. eine Reihe von Phase-Ib/II-Daten mit Nivolumab allein und in Kombination mit Ipilimumab vor, darunter vielversprechende 1- bis 2-Jahres-Daten, die beim fortgeschrittenen Melanom (Phase Ib), nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC, Phase-I) sowie Nierenzellkarzinom (Phase-I/II) erhoben wurden und zum Teil an die ersten frühen Daten anknüpfen, die schon bei früheren ASCO-Meetings vorgestellt wurden.

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Da Ipilimumab und Nivolumab zwei Immuncheckpoint-Inhibitoren mit distinktem Wirkansatz repräsentieren, könnte ihre Kombination bei verschiedenen Tumoren sinnvoll sein: Bei Patienten mit einem malignen Melanom berichtete Dr. Mario Sznol (n=53) ein 1-Jahresüberleben von 85% sowie ein 2-Jahresüberleben von bis zu 79%. Bei mehr als 80% der Patienten wurde ein anhaltendes Therapieansprechen beobachtet (Abstr. LBA9003). Die Ergebnisse stellen ein Update der zuvor beim ASCO-Meeting 2013 vorgestellten Phase-I-Daten dar (1).

Beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) wurden u.a. zwei Phase-1b-Studien mit Nivolumab vorgestellt, die in Mono- oder Kombinationstherapie bei Chemotherapie-naiven Patienten (CheckMate-012) bzw. in Monotherapie bei vorbehandelten Patienten mit einem fortgeschrittenen NSCLC (Studie 003) zum Einsatz kamen (Abstracts 8112, 8113, 8022, 8024). In Studie 003 zeigten 45% der Patienten, die mit 3 mg/kg behandelt wurden, ein 2-Jahres-Überleben (n=37).

Als mögliches, wenn auch nicht ausschließliches, Selektionskriterium für PD-1-Inhibitoren könnte die Expression von PD-L1 auf den Tumorzellen dienen - vor allem bei der Therapie des Lungenkarzinoms. In Checkmate-012 korrelierte der immunhistochemisch ermittelte PD-L1-Status mit Überlebensdaten von NSCLC-Patienten, die mit dem PD-1-Inhibitor in Monotherapie behandelt wurden: 50% der PD-L1-positiv getesteten Tumoren zeigten ein ORR vs. 0% bei PD-L1-negativen Tumoren (Abstr. 8024).

In der Phase-II-Studie Checkmate-010 wurden 168 Patienten mit einem fortgeschrittenen bzw. metastasierenden und z.T. stark vorbehandelten Nierenzellkarzinom (RCC) auf eine Monotherapie mit Nivolumab in verschiedenen Dosisstärken randomisiert (Abstr. 5009). Die Patienten erreichten trotz vorangehender Therapielinien bemerkenswerte Gesamtansprechraten (ORR) von bis zu 22%. Bei einem Teil der Patienten kommentierte Dr. Robert J. Motzer die Ergebnisse. Als vielversprechend erwiesen sich zudem die Gesamtüberlebensraten zwischen 18,2 und 24,7 Monaten.

Als besonders aufregend bezeichnete Dr. Michael B. Atkins die Ergebnisse der Phase-Ib-Kombinationsstudie Checkmate-016, die Dr. Hans J. Hammers während der Tagung vorstellte: Eingeschlossen waren sowohl vorbehandelte als auch therapienaive Patienten mit metastasiertem RCC (n=44), die auf eine kombinierte Induktionstherapie mit Nivolumab und Ipilimumab in verschiedenen Dosisstärken randomisiert wurden, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Nivolumab. In der zweiarmigen Studie wurden höhere Ansprechraten (bestätigte ORR von jeweils > 40%) beobachtet als unter einer Monotherapie mit Nivolumab oder Ipilimumab. Bei der Mehrheit der Patienten ließ sich überdies eine anhaltende Therapieantwort feststellen (Abstr. 4505). Ein weiterführendes Interview über Immuncheckpoint-Inhibitoren mit Dr. Fouad Namouni ist auf Seite 368 abgedruckt.

Dr. Yuri Sankawa

Literaturhinweis:
(1) Wolchok JD et al. NEJM 2013; 369:122-23.


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