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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Oktober 2015 Zielgerichtete Therapie – Quo vadis?

„Das schnelle Ansprechen, das sich erstmals mit Vemurafenib zeigte, hatten wir mit einer alleinigen Inhibition an nur einer Schaltstelle nicht erwartet“, sagte Prof. Carola Berking, München. Ein weiterer großer Schritt in Richtung Effektivitätssteigerung ist die Kombination mit einem MEK-Inhibitor, der weiter downstream in der Signalkaskade angreift.

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Eine Problematik der BRAF-Inhibitor-Therapie stellt die Resistenzentwicklung dar, die im Median nach etwa 7 Monaten auftritt. Die Kombination von Vemurafenib mit dem MEK-Inhibitor Cobimetinib kann das Progressionsrisiko im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit Vemurafenib signifikant um 49% vermindern. Durch das Hinauszögern der Resistenzbildung war das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) in der Gruppe mit Kombinationstherapie mit 12,3 Monaten signifikant länger im Vergleich zu 7,2 Monaten in der Kontrollgruppe (1). Die signifikante Überlegenheit bestätigte sich auch in der Ansprechrate: Die Kombination Cobimetinib/Vemurafenib erzielte bei 70% der Patienten ein objektives Ansprechen gegenüber 50% der Patienten im Kontrollarm (p<0,001).

Daten zur Nachbeobachtung der Phase-Ib-Studie BRIM7 (1) zeigten bei BRAF-Inhibitor-naiven Patienten mit Vemurafenib/Cobimetinib hohe Ansprechraten von 87,3% mit einer kompletten Remissionsrate von 15,9%, so Berking. Die clinical Benefit-Rate (CR+PR+SD) betrug 96,8%. Im Median lebten die Patienten 28,5 Monate. Die 1-Jahres- und 2-Jahres-Überlebensraten lagen bei 82,5% bzw. 61,1% (2). Berking erwähnte, dass der MEK-Inhibitor Cobimetinib 1x täglich in einer Dosierung von 60 mg über 21 Tage gegeben wird, gefolgt von 1 Woche Therapiepause, während Vemurafenib durchgehend 2x täglich eingenommen wird.

Berkings persönliche Schlussfolgerungen: Ein Patient mit metastasiertem Melanom und BRAFV600-Mutation sollte BRAF- plus MEK-Inhibitor in der Erst- oder Zweitlinie erhalten. Die optimale Therapiesequenz bezüglich Immuntherapie bleibt offen bzw. unterliegt individuellen Entscheidungskriterien.

(as)

Quelle: Satellitensymposium „Zielgerichtete Therapie – Quo vadis“, 10.09.2015, München; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Larkin J et al. ASCO Annual Meeting 2015, Abstr. #9006.
(2) Pavlick AC et al. ASCO Annual Meeting 2015 Abstr. #9020.


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