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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

09. Juli 2006 Zervixkarzinom: HPV-Impfstoff bietet lang anhaltenden Schutz vor den häufigsten onkogenen HPV-Typen

Seit den 90er Jahren werden Impfstoffe gegen Virusinfektionen mit HPV (Humane Papillomviren) entwickelt. Mit der Zulassung eines prophylaktischen Impfstoffs von GSK gegen die beiden am häufigsten in Zervixkarzinomen gefundenen Typen HPV 16 und HPV 18 wird im Frühjahr 2007 gerechnet, der Antrag auf Zulassung ist bei der EMEA eingereicht.
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Der Impfstoff (CervarixTM) besteht aus einem einzigen Hüllprotein des Viruskapsids, das sich nach Expression in Insektenzellen (Bacloviren) zu leeren Virosomen, den „virus-like particles“ (VLP) zusammenlagert. Wie PD Dr. Andreas Kaufmann, Berlin, erläuterte, enthält der Impfstoff somit keinerlei potentiell krebsauslösende Erbinformation mehr und ist daher sehr sicher. Die VLP von HPV 16 und HPV 18 werden zusammen mit dem Adjuvans AS04 gemischt und 3x in den Muskel injiziert (0, 1 und 6 Monate). Das Adjuvans wirkt immunstimulierend und induziert höhere Antikörperspiegel als ein Impfstoff mit den gleichen HPV-Antigenen und Aluminiumsalz als Adjuvans.
In der primären doppelblinden, kontrollierten Phase-II-Wirksamkeitsstudie (Harper et al. 2004) konnte nach einem Follow-up von 18 Monaten gezeigt werden, dass der Impfstoff einen 100%igen Schutz vor persistierenden HPV-Infektionen bietet und einen 91%igen Schutz vor Neuinfektionen. Der Antikörpertiter war etwa 100mal höher als bei einer natürlichen Infektion. Eingeschlossen waren 1113 initial HPV-negative Frauen im Alter von 15-25 Jahren, die entweder Impfstoff oder Plazebo erhielten.
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Eine Follow-up-Studie (Harper et al. 2006), an der 776 Frauen aus der Primärstudie teilnahmen, zeigte, dass auch nach 4,5 Jahren der Antikörpertiter gegen HPV 16 noch 15fach und gegen HPV 18 noch 17fach höher war als nach natürlicher Infektion. Es bestand ein 97%iger Schutz vor Neuinfektionen, ein 94%iger Schutz bzw. 100%iger Schutz vor persistierenden Infektionen (nach 6 und 12 Monaten). Ein Schutz vor abnormaler Zytologie bestand bei 100% der geimpften Probandinnen. Dies weist auf einen lang anhaltenden Impfschutz hin, sagte Kaufmann. Die Daten der Langzeitbeobachtung weisen außerdem darauf hin, dass der Impfstoff offensichtlich auch vor Infektionen mit den nahe verwandten HPV-Typen 45 und 31 schützt, was die Effektivität des Impfstoffs auf etwa 80% erhöht.
Zur Zielgruppe zählen Frauen und Mädchen ab einem Alter von 10 Jahren. Wie die niedergelassene Gynäkologin Dr. Karin Schulze, München, versicherte, profitieren möglicherweise auch bereits mit HPV infizierte Frauen, zumindest haben sie keinen Nachteil durch die Impfung. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass auch in Zukunft trotz der HPV-Impfung auf eine Früherkennung nicht verzichtet werden darf.
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Presse-Roundtable, München, 10 Mai 2006. Veranstalter: GlaxoSmithKline

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