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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Mai 2009 Wissenschaftlicher Hintergrund und Diskussion zu Kasuistik II

Der Patient in der Kasuistik II wies multiple Metastasierungsorte, einen erniedrigten Hb-Wert und ein erhöhtes LDH auf. Gleichzeitig war das Intervall zwischen Diagnose und Therapie deutlich kürzer als ein Jahr. Nach den modifizierten Motzer-Kriterien zählte er somit zu den Hochrisiko-Patienten.
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Obwohl sich der Patient in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium befand, wies er noch einen guten Allgemeinzustand auf, der durch therapiebedingte Nebenwirkungen nicht verschlechtert werden sollte. Aus diesem Grund wurde die Therapie mit Temsirolimus gewählt, damit der Patient möglichst lange von der guten Lebensqualität profitiert.

Entscheidend bei der Gruppe der Hochrisiko-Patienten ist die korrekte Diagnosestellung sowie Klassifizierung in Bezug auf Histologie und Risiko, damit der Patient eine Guideline-konforme und für ihn optimale Therapie erhält. Dies ist umso bedeutender, da die Therapiewahl direkten Einfluss auf die Überlebenszeit sowie die Lebensqualität des Patienten hat.

Ein Indiz für die gute Verträglichkeit ist, dass Therapieabbrüche unter Temsirolimus in der ARCC-Studie nur halb so häufig notwendig waren wie unter IFN- (7 vs. 14 Prozent) und auch Dosisreduktionen weniger oft vorkamen. Insgesamt konnten 92 Prozent der geplanten wöchentlichen Gesamtdosis des mTOR-Inhibitors verabreicht werden.

Grundlage für die gute Wirksamkeit ist die intravenöse Gabe des mTOR-Inhibitors. Ein weiterer Vorteil ist die gut kontrollierbare Compliance der Patienten, die sich durch einen intensiveren Arzt-Patienten-Kontakt ergibt und ein individuelles Therapiemanagement erlaubt. In vorliegendem Fall konnte der Patient beispielsweise eine Therapiepause einlegen, um eine Reise zu unternehmen.

Durch die nur einmal wöchentliche Applikation wird eine hohe initiale Konzentration (Cmax) im Blutplasma erreicht, die zu einer starken antitumoralen Wirkung im Gewebe führt. Die Konzentration im Blutplasma fällt nach der Applikation schnell wieder ab, während die Wirkung im Gewebe anhält. So werden mTOR und nachgelagerte Signalwege langfristig gehemmt, was über die S6-Kinase-Aktivität messbar ist. Eine langfristig stabile Konzentration im Blutplasma wie bei der oralen Gabe wird vermieden. Die T-Lymphozyten-Funktion kann sich dadurch innerhalb von etwa 24 Stunden normalisieren und das körpereigene Immunsystem ist schnell wieder aktiv. Dies ist gerade für das Nierenzellkarzinom bedeutend, da es sich hierbei um einen immunogenen Tumor handelt.

Referenzen:

1. Logan T et al. JCO Vol 26, No 15S, 2008: 5050
2. Hudes G et al. N Engl J Med 2007, 356:2271-81
3. European Association of Urology. Pocket Guidelines, 2009 edition, S. 23
4. National Comprehensive Cancer Network. Practice Guidelines in Oncology. Kidney Cancer. Version 2. 2009
5. Bellmunt J et al. Annals of Oncology 2008; 19(8): 1387-1392

Quelle:


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