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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Mai 2009 Wissenschaftlicher Hintergrund und Diskussion zu Kasuistik I

Der hier vorgestellte Patient hat drei von sechs Risikofaktoren nach dem modifizierten Motzer-Score (Metastasen in mehreren Organen, Anämie, erhöhte Laktatdehydrogenase) und fällt damit in die Kategorie Hochrisiko, bei der eine Therapie mit Temsirolimus (Torisel®) angezeigt ist.
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Des Weiteren erfolgt die Therapie gemäß den Leitlinien der European Association of Urology (EAU), die Temsirolimus als Firstline-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom und hohem Risiko empfehlen (Grad-A-Empfehlung)[3]. Auch das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) empfiehlt den mTOR-Inhibitor zur Erstlinien-Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms bei Hochrisiko-Patienten, unabhängig von der Histologie mit der Empfehlung der Kategorie 1 [4].

Zudem handelt es sich um ein papilläres, gering differenziertes Nierenzellkarzinom aus der Gruppe der Nicht-Klarzeller mit einem aggressiven Potenzial. Die Prognose von Patienten mit metastasierten papillären Karzinomen gilt als schlecht. Dieses schwierige Patientenkollektiv war daher aus den Zulassungsstudien anderer zielgerichteter Therapien bisher ausgeschlossen.

Mit Temsirolimus steht hingegen eine durch die Phase-III-Studie ARCC gut belegte und wirksame medikamentöse Therapie auch für Patienten mit nicht-klarzelligen Tumorhistologien zur Verfügung, was die getroffene Therapiewahl zusätzlich unterstützt. In einer Subgruppenanalyse der Zulassungsstudie konnte bei den Patienten mit nicht-klarzelligem Nierenzellkarzinom durch Temsirolimus im Vergleich zu IFN-a das Gesamtüberleben signifikant verlängert werden, so dass die Autoren zu der Schlussfolgerung kamen, dass Temsirolimus eine vielversprechende Substanz zur Behandlung des nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinoms auch unabhängig von Alter und Histologie ist.

Neben der medikamentösen Therapie standen für diesen Patienten in Anbetracht des Risikoprofils und der Verteilung der Metastasen keine weiteren operativen Möglichkeiten mehr zur Verfügung, so dass das Ziel eine bestmögliche Kontrolle des Tumors war.

Der Patient hat die Therapie mit dem intravenösen mTOR-Inhibitor (25 mg einmal wöchentlich) gut vertragen, es traten keine subjektiv belastenden Nebenwirkungen auf.

Zu berücksichtigen waren auch die Vorerkrankungen. Da bereits eine Hypertonie bestand, war insbesondere das gute kardiovaskuläre Risikoprofil von Temsirolimus von Vorteil. Denn die klassentypischen Nebenwirkungen der Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Kardiotoxizität, Hypertonie oder auch das Hand-Fuß-Syndrom wurden in Studien unter Temsirolimus nicht beobachtet.

Quelle:


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