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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 Wichtige Studien zu Chemotherapie-Optionen beim Prostatakarzinom

Cabazitaxel wurde als Alternative bei einer Resistenzentwicklung gegen Docetaxel entwickelt. Die multizentrische, internationale, randomisierte FIRSTANA-Studie verglich in 3 Studienarmen die Wirksamkeit und Sicherheit von Cabazitaxel in den Dosierungen 20 mg/m2 (q3w) und 25 mg/m2 (q3w) mit Docetaxel (75 mg/m2 q3w), jeweils in Kombination mit Prednison (10 mg/Tag). Die Chemotherapie-Regime waren vergleichbar in der Wirksamkeit, wiesen aber ein unterschiedliches Nebenwirkungsprofil auf.
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Der primäre Endpunkt der FIRSTANA-Studie war das Gesamtüberleben (OS). Mit einem Median von 24,3 vs. 24,5 vs. 25,2 Monaten waren die Chemotherapie-Regime in den 3 Prüfarmen vergleichbar (1). Das zusammengesetzte progressionsfreie Überleben (PFS; radiologischer, PSA- und Schmerzprogress) betrug 5,3 vs. 4,4 vs. 5,1 Monate. Auch das PSA-Ansprechen war mit 68,4% vs. 60,7% vs. 68,7% nicht verschieden zwischen den Studienarmen. Nebenwirkungen traten im 20-mg-Cabazitaxel-Arm in der Regel seltener auf als unter 25 mg Cabazitaxel oder Docetaxel. Es wurden keine neuen Sicherheitsbedenken identifiziert, aber es gebe klare Unterschiede zwischen den Sicherheitsprofilen der beiden Taxane, bemerkte Oliver Sartor, New Orleans, USA.

In der PROSELICA-Studie wurde die Anti-Tumor-Aktivität von Cabazitaxel nach Docetaxel-Therapie bestätigt. In dieser Nicht-Unterlegenheitsstudie wurden 1.200 Patienten mit mCRPC, randomisiert, die während oder nach Docetaxel-haltiger Therapie mit Cabazitaxel in den Dosierungen von 20 mg/m2 (q3w) und 25 mg/m2 (q3w) behandelt wurden (2). Es zeigte sich kein Unterschied im OS zwischen den beiden Studienarmen. Im Median überlebten die Patienten 13,4 (20 mg) vs. 14,5 Monate (25 mg) (HR=1,024).

Die Therapie mit der geringeren Dosierung ging mit einer deutlich besseren Verträglichkeit verglichen mit der höheren Dosierung einher. Unter der 20-mg-Dosierung traten Grad-3/4-Anämien bei 9,9% der Patienten auf im Vergleich zu 13,7% der Patienten unter der 25-mg-Dosierung, eine Neutropenie von Grad 3/4 wurde bei 41,8% vs. 73,3% und eine Thrombozytopenie Grad 3/4 bei 2,6% vs. 4,2% der Patienten gesehen. 3,8% der Patienten im 20-mg-Arm vs. 5,4% der Patienten im 25-mg-Arm verstarben innerhalb von 30 Tagen nach der letzten Dosis, davon 2,1% vs. 3,2% aufgrund von Nebenwirkungen.

(is)

Quelle: Satellitensymposium „When and why should I use chemotherapy to treat patients with prostate cancer?“, ESMO-Kongress, 7.10.2016, Kopenhagen; Veranstalter: Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) Sartor AO et al. ASCO 2016, Abstr. #5006.
(2) de Bono JS et al. ASCO 2016, Abstr. #5008.


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