Donnerstag, 18. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 Wichtige Studien zu Chemotherapie-Optionen beim Prostatakarzinom

Cabazitaxel wurde als Alternative bei einer Resistenzentwicklung gegen Docetaxel entwickelt. Die multizentrische, internationale, randomisierte FIRSTANA-Studie verglich in 3 Studienarmen die Wirksamkeit und Sicherheit von Cabazitaxel in den Dosierungen 20 mg/m2 (q3w) und 25 mg/m2 (q3w) mit Docetaxel (75 mg/m2 q3w), jeweils in Kombination mit Prednison (10 mg/Tag). Die Chemotherapie-Regime waren vergleichbar in der Wirksamkeit, wiesen aber ein unterschiedliches Nebenwirkungsprofil auf.
Der primäre Endpunkt der FIRSTANA-Studie war das Gesamtüberleben (OS). Mit einem Median von 24,3 vs. 24,5 vs. 25,2 Monaten waren die Chemotherapie-Regime in den 3 Prüfarmen vergleichbar (1). Das zusammengesetzte progressionsfreie Überleben (PFS; radiologischer, PSA- und Schmerzprogress) betrug 5,3 vs. 4,4 vs. 5,1 Monate. Auch das PSA-Ansprechen war mit 68,4% vs. 60,7% vs. 68,7% nicht verschieden zwischen den Studienarmen. Nebenwirkungen traten im 20-mg-Cabazitaxel-Arm in der Regel seltener auf als unter 25 mg Cabazitaxel oder Docetaxel. Es wurden keine neuen Sicherheitsbedenken identifiziert, aber es gebe klare Unterschiede zwischen den Sicherheitsprofilen der beiden Taxane, bemerkte Oliver Sartor, New Orleans, USA.

In der PROSELICA-Studie wurde die Anti-Tumor-Aktivität von Cabazitaxel nach Docetaxel-Therapie bestätigt. In dieser Nicht-Unterlegenheitsstudie wurden 1.200 Patienten mit mCRPC, randomisiert, die während oder nach Docetaxel-haltiger Therapie mit Cabazitaxel in den Dosierungen von 20 mg/m2 (q3w) und 25 mg/m2 (q3w) behandelt wurden (2). Es zeigte sich kein Unterschied im OS zwischen den beiden Studienarmen. Im Median überlebten die Patienten 13,4 (20 mg) vs. 14,5 Monate (25 mg) (HR=1,024).

Die Therapie mit der geringeren Dosierung ging mit einer deutlich besseren Verträglichkeit verglichen mit der höheren Dosierung einher. Unter der 20-mg-Dosierung traten Grad-3/4-Anämien bei 9,9% der Patienten auf im Vergleich zu 13,7% der Patienten unter der 25-mg-Dosierung, eine Neutropenie von Grad 3/4 wurde bei 41,8% vs. 73,3% und eine Thrombozytopenie Grad 3/4 bei 2,6% vs. 4,2% der Patienten gesehen. 3,8% der Patienten im 20-mg-Arm vs. 5,4% der Patienten im 25-mg-Arm verstarben innerhalb von 30 Tagen nach der letzten Dosis, davon 2,1% vs. 3,2% aufgrund von Nebenwirkungen.

(is)

Quelle: Satellitensymposium „When and why should I use chemotherapy to treat patients with prostate cancer?“, ESMO-Kongress, 7.10.2016, Kopenhagen; Veranstalter: Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) Sartor AO et al. ASCO 2016, Abstr. #5006.
(2) de Bono JS et al. ASCO 2016, Abstr. #5008.


Das könnte Sie auch interessieren

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

Am 1. Oktober 2016 ist Internationaler Morbus Gaucher-Tag. Für die Passanten in der Frankfurter Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen wird dies kein gewöhnlicher Einkaufssamstag werden. Denn an diesem Tag wollen Sanofi Genzyme und die Patientenorganisation Gaucher Gesellschaft Deutschland e. V. (GGD) das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die seltene Stoffwechselerkrankung Morbus Gaucher [sprich: go-schee] lenken – und zwar mit der Aktion „AugenBLICK für...

Vom Telemedizin-Netzwerk bis zur Ersthelfer-App: Medizintrends mit Zukunft

Die Deutschen werden immer älter. Chronische Leiden wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen künftig das Gesundheitssystem auf die Probe. Medizinforscher und Gesundheitsexperten aller Branchen arbeiten längst unter Hochdruck an neuen Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen. In die Karten spielen ihnen dabei die Digitalisierung und der Trend zur Vernetzung im Gesundheitswesen. Das zeigt auch der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Wichtige Studien zu Chemotherapie-Optionen beim Prostatakarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich