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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

12. Oktober 2002 Weniger Kardiotoxizität unter pegyliertem liposomalen Doxorubicin

Anthrazykline zählen mit den Taxanen zu den wirksamsten Substanzen in der Therapie des metastasierten Mammakarzinoms. Das Nebenwirkungsprofil dieser Substanzklasse bereitet aber durchaus Probleme. Die pegylierte liposomale Formulierung von Doxorubicin unterscheidet sich diesbezüglich von der konventionellen Substanz,wie erste Studienergebnisse bestätigten.
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In einer randomisierten Phase III-Studie mit 509 Patientinnen mit nicht vorbehandeltem metastasierten Mammakarzinom unterschied sich die pegylierte liposomale Formulierung von Doxorubicin hinsichtlich progressionsfreiem Überleben mit 6,9 vs 7,8 Monaten nicht signifikant vom konventionellen Doxorubicin. Auch das Gesamtüberleben war mit 21 vs 22 Monaten in beiden Studienarmen vergleichbar.

Deutlich besser verträglich
Hinsichtlich der Nebenwirkungen schnitt Caelyx hingegen deutlich besser ab, insbesondere was die Kardiotoxizität anbelangt. Im gesamten Kollektiv ent-wickelten 58 Patientinnen eine Kardiotoxizität, 10 unter Caelyx und 48 unter Doxorubicin. Zu einer Herzinsuffiziez kam es bei 12 Patientinnen unter Do-xorubicin gegenüber 2 Fällen in der Caelyx-Gruppe. Auch Alopezie (66 vs 20%), Übelkeit (53 vs 37%) und Erbrechen (31 vs 19%) waren unter dem konventionellen Doxorubicin weit häufiger aufgetreten als unter Caelyx, das jedoch mit 47% eine deutlich höhere Rate an Hautreaktionen aufwies.

Wirksam auch nach Taxan-Versagen
Auch eine weitere randomisierte Studie zeigte keinen signifikanten Wirksamkeits-Unterschied zwischen Caelyx, Vinorelbin, Mitomycin, Vinblastin. 84 % der Patientinnen waren mit Anthrazyklinen vorbehandelt. In einer Subgruppe ergab sich allerdings mit 4,96 vs 1,91 Monate ein statistisch signifikant verlängertes progressionsfreies Intervall für Caelyx bei mit Anthrazyklinen unvorbehandelten und nicht auf Anthrazykline resistente Patientinnen. Es handelte sich in dieser Studie um prognostisch sehr ungünstige Patientinnen, deren Erkrankung nach einer taxanhaltigen Therapie innerhalb von 6 Monaten fortschritt.
Die Toxizität war in beiden Therapiearmen mild. Unter Vinorelbin bzw. Mito-mycin, Vinblastin kam es häufiger zu Neutropenie und Übelkeit und Erbrechen, unter Caelyx dominierten wiederum Haut- und Schleimhauttoxizitäten. Zu Alopezie kam es in keinem Behandlungsarm. Keine Patientin musste wegen kardialer Toxizität die Behandlung ab-brechen. Die Daten dieser Studie führten zur Aufnahme von Caelyx in die Evidenz basierten Empfehlungen der Organkommission Mammakarzinom der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO). Danach wird die Therapie mit Caelyx nach Versagen von Anthrazyklinen und Taxanen empfohlen.

Quelle: Pressegespräch „Caelyx in der Therapie des Mamma- und des Ovarialkarzonoms. Neue Studien beweisen Wirksamkeit und Verträglichkeit“ Wiesbaden 2002


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