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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

28. Oktober 2009 Weichteilsarkome: Gezielte Hitzebehandlung verstärkt Wirkung der Chemotherapie

ECCO 15 and 34th ESMO, Berlin 20-24 September 2009

Nach den Ergebnissen einer Phase-III-Studie (Abstract 1 LBA) ist die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten mit lokal fortgeschrittenem Weichteilsarkom und hohem Rezidivrisiko nach 3 Jahren noch krankheitsfrei sind, um 30% höher, wenn sie zusätzlich zur Chemotherapie mit Hyperthermie behandelt werden. Damit zeigte sich erstmals eindeutig in einer Phase-III-Studie, dass die gezielte Hitzetherapie die Chemotherapie unterstützen kann, berichtete der Studienleiter Prof. Rolf Issels vom Klinikum Großhadern der Universität München.
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An der internationalen Phase-III-Studie nahmen 341 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Weichteilsarkom mit hohem Rezidiv- und Metastasierungsrisiko teil. Mehr als die Hälfte der Tumoren lagen im Bauchbereich, die anderen an den Extremitäten. Alle Patienten erhielten vor und nach einer lokalen Therapie (Operation oder Radiotherapie) eine Chemotherapie (Etoposid und Adriamycin, 4 Zyklen alle 3 Wochen) oder eine Chemotherapie und zusätzlich eine lokale Hyperthermiebehandlung. Dabei wird das Gewebe in und um den Tumor mittels zielgerichteter elektromagnetischer Energieabgabe auf 40 bis 43 Grad Celsius erhitzt. Dies scheint nicht nur die Krebszellen abzutöten, sondern auch die Wirksamkeit der Chemotherapie zu verstärken.

Nach einem medianen Follow-up von 34 Monaten führte die kombinierte Chemo-/Hitzebehandlung im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie zu einer signifikant besseren lokalen Tumorkontrolle (HR=0,58; p=0,003) und einem längeren krankheitsfreien Überleben (32 vs. 18 Monate; p=0,011). In der Intention-to-treat-Analyse war die Verbesserung des Gesamtüberlebens nicht signifikant. Wurden jedoch nur die Patienten berücksichtigt, die alle 4 geplanten Zyklen der Chemotherapie bzw. die geplanten 4 Zyklen Chemotherapie plus 8 geplante Hyperthermiebehandlungen erhalten hatten (per protocol, n=269), so war die Wahrscheinlichkeit, in der Nachbeobachtungszeit zu versterben, bei den Patienten in der Hyperthermiegruppe signifikant um 42% geringer als in der Chemotherapiegruppe (HR=0,68; p=0,038). Die häufigste Nebenwirkung der Hyperthermiebehandlung war mildes bis mäßiges Unbehagen bei 45% der Patienten. Ein Patient erlitt eine schwere Verbrennung, Hautblasen traten in 17,8% der Fälle auf. Die Hyperthermie wird inzwischen auch bei anderen Tumoren erprobt und hat sich bei rezidiviertem Mammakarzinom und lokal fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs als wirksam erwiesen. Laut Issels sollten Anstrengungen verstärkt werden, um das Potenzial dieser Methode auszuschöpfen und eine neue Behandlungsoption bei lokal begrenzten, fortgeschrittenen Karzinomen bieten zu können.

Quelle:


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