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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

29. Juli 2015 Vitamin B3 reduziert Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs

Nicotinamid (Vitamin B3) kann bei Risikopersonen die Gefahr verringern, an nicht-melanozytärem Hautkrebs zu erkranken, so die Ergebnisse der australischen ONTRAC-Studie.

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Wichtigste Ursache des nicht-melanozytären Hautkrebses (z.B. Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom der Haut) ist eine zu starke Sonnenexposition. Trotz zahlreicher Kampagnen zum adäquaten Sonnenschutz steigt die Inzidenz der Erkrankung weltweit. Im sonnenreichen Australien erkrankt mehr als die Hälfte der Bevölkerung mindestens 1x im Leben an einem nicht-melanozytären Hautkrebs.

In der australischen Phase-III-Studie ONTRAC (Oral Nicotinamide to Reduce Actinic Cancer) wurde deshalb mit Hochrisikopersonen, die in den vergangenen 5 Jahren 2x an einem Nicht-Melanom-Hautkrebs erkrankt waren, untersucht, ob eine Chemoprävention mit Nicotinamid das Erkrankungsrisiko senken kann. In die doppelblinde, multizentrische Studie wurden 386 immunkompetente Erwachsene eingeschlossen und randomisiert über 1 Jahr mit Nicotinamid (500 mg 2x täglich) oder Placebo behandelt. Etwa die Hälfte der Patienten verwendete Sonnencreme.

Der primäre Endpunkt, die Häufigkeit neuer, nicht-melanozytärer Hautkrebserkrankungen, war in der Nicotinamid-Gruppe signifikant um 23% niedriger als in der Placebogruppe. 6 Monate nach Ende der Therapie war dieser Effekt allerdings nicht mehr nachzuweisen. Aktinische Keratosen waren in der Nicotinamid-Gruppe nach 3 Monaten um 11%, nach 9 Monaten um 20% und nach 12 Monaten um 13% seltener. Nicotinamid war gut verträglich.

Andrew James Martin, Sydney, Australien, sieht es deshalb als sinnvoll an, dass Personen, die bereits an einem nicht-melanozytären Hautkrebs erkrankt waren, zur Chemoprävention das gut verträgliche, leicht zugängliche und kostengünstige Nicotinamid einnehmen. Allerdings sei es nach wie vor sinnvoll, dass die gefährdeten Personen Sonnencremes verwenden.

Nach Aussage von Daniel Coit, New York, USA, ist dies die erste Studie, in der eine effektive systemische Chemoprävention für aktinischen Hautkrebs nachgewiesen wurde. Es seien allerdings noch einige Fragen offen, so die Frage der optimalen Dosis von Nicotinamid und der Effekt einer längeren Einnahme. Unklar sei bislang auch, wer die Chemoprävention erhalten solle und ob Nicotinamid das nicht-melanozytäre Melanom supprimiere oder eliminiere. Zu bedenken seien ferner Wechselwirkungen mit Statinen, nicht-steroidalen Antiphlogistika sowie mit Sonnenschutzmitteln. Seiner Ansicht nach sind weitere Studien für eine Bestätigung der Ergebnisse sinnvoll, bevor diese Form der Chemoprävention breiten Eingang in die klinische Praxis findet.

(sh)

Quelle: ASCO 2015, #9000


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