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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

29. Februar 2004 Verzögerte Emesis ist immer noch Stiefkind

Die Supportivtherapie wird immer wichtiger, je aggressiver die Therapien werden und je länger krebskranke Patienten leben. In der antiemetischen Therapie gab es in den letzten Jahren zweifelsohne große Fortschritte durch die Einführung der HT3-Antagonisten. Sie ist in der Praxis aber noch verbesserungsbedürftig, insbesondere, was die verzögerte Emesis unter hochemetogenen Zytostatika betrifft, berichtete Prof. Hans-Joachim Schmoll, Halle-Wittenberg.
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Die akute Emesis, also Übelkeit und Erbrechen 24 Stunden nach Therapie, wird laut Schmoll heute in der Praxis gut beherrscht. Anders ist die Situation bei der verzögerten Emesis, die unter hoch emetogenen Substanzen mit einer Latenz von 2 bis 5 Tagen auftritt und auf die Ausschüttung der Substanz P zurückzuführen ist. Wie eine vor kurzem erschienene Arbeit von Fabi et al. verdeutlicht, wird eine Antiemese insbesondere bei hoch emetogenen und mittel emetogenen Therapien unzureichend durchgeführt – entweder werden zu wenig oder die falschen Mittel gegeben. Andererseits sind Patienten mit niedrig emetogenen Therapien oft überversorgt.
Um eine verzögerte Emesis bei hoch emetogenen Cisplatin-Therapien zu verhindern, wurde der NK1-Antagonist Aprepitant entwickelt, der die Substanz P hemmt. Das Medikament wurde vor kurzem in den USA zugelassen und wird zusätzlich zur Standardtherapie (Kortikosteroid plus 5-HT3-Antagonist) verabreicht. In einer Studie, die auf dem ASCO 2003 vorgestellt wurde (#2931) war die verzögerte Emesis mit einer Triple-Theapie bestehend aus Dexamethason, Ondansetron und Aprepitant besser beherrschbar, weshalb laut Schmoll die Tripletherapie zur Antiemese bei hoch emetogenen Substanzen zum Standard werden wird. Gleichzeitig wurde in dieser Studie wieder deutlich: je besser die Prophylase des akuten Erbrechens ist, um so weniger kommt es zu verzögerter Emesis.
Nach den aktuellen Konsensus-Leitlinien zur Prophylaxe der verzögerten Emesis bei moderat emetogenen Chemotherapien wird nach wie vor die Kombination aus einem Kortikosteroid und einem Setron, wie z.B. Ondansetron empfohlen.

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