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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Mai 2005 Überzeugende Daten sprechen für frühen Wechsel auf Anti-Aromatase-Wirkstoff

Tamoxifen ist das Standardregime in der endokrinen Therapie des Mammakarzinoms, wird jedoch allmählich von den Aromatasehemmern abgelöst, sagte Prof. Klaus Diedrich, Lübeck. Auch in der adjuvanten Therapie haben sich die zur Verfügung stehenden Anti-Aromatase-Wirkstoffe – der steroidale Aromatase-Inaktivator Exemestan und die beiden nicht-steroidalen Aromatasehemmer Letrozol und Anastrozol – im Vergleich zu Tamoxifen als effektiver erwiesen, was sich in den Empfehlungen des St. Gallener Expertengremiums niederschlug.
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Da die drei Anti-Aromatase-Wirkstoffe im Rahmen von Studien mit drei unterschiedlichen adjuvanten Strategien geprüft wurden (Tabelle) und sich dort dem Tamoxifen als überlegen erwiesen haben, stellen sich 3 Fragen für das zukünftige Vorgehen:
• Anti-Aromatase-Wirkstoffe als Initialtherapie?
• Früher Switch von Tamoxifen auf einen
Anti-Aromatase-Wirkstoff ?
• Weiterbehandlung nach Abschluss der 5-jährigen Tamoxifenbehandlung mit einem Anti-Aromatase-Wirkstoff?

Mehr als zwei Drittel der St. Gallener Expertengruppe sprachen sich für eine frühe adjuvante Sequenztherapie aus, bei der nach 2-3 Jahren auf einen Anti-Aromatase-Wirkstoff umgestellt wird. Auch sprach sich die Mehrheit dafür aus die Therapiedauer nicht mehr auf 5 Jahre zu beschränken. Basierend auf der Datenlage bewertete das Expertengremium in St. Gallen den Switch auf Exemestan nach einer 2-3jährigen Tamoxifentherapie am günstigsten, berichtete Prof. Klaus Diedrich, Lübeck. Für eine generelle initiale Therapie mit einem Anti-Aromatase-Wirkstoff sprach sich das Gremium nicht aus, jedoch dafür, Anti-Aromatase-Wirkstoffe zu favorisieren bei Rezeptorstatus ER+/PR- und bei HER2neu-positiven Frauen. 0
Von der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie, Bereich Mammakarzinom wurde der Einsatz von Anti-Aromatase-Wirkstoffen in der adjuvanten Therapie empfohlen und Exemestan mit 1b und einem plus bewertet. Die Entscheidung für die positive Bewertung einer frühen adjuvanten Sequenztherapie (FAST) mit Exemestan beruhen auf den Ergebnissen der IES-Studie, in der 4727 postmenopausale Brustkrebspatientinnen nach 2-3 Jahre Vorbehandlung mit Tamoxifen entweder auf Exemestan umgestellt oder mit Tamoxifen weiter therapiert wurden.
Im Vergleich zu einer Weiterbehandlung mit Tamoxifen besserte sich in der Therapiegruppe, die auf Exemestan umgestellt wurde, signifikant das krankheitsfreie Überleben. Der Unterschied betrug absolut 3,8% zugunsten von Exemestan. Rezidivrisiko, Fernmetastasierung und Auftreten kontralateraler Mammakarzinome verringerten sich ebenfalls signifikant. Diese Ergebnisse galten für alle Subgruppen – auch für nodalpositive Frauen mit einer Chemotherapievorbehandlung, die in der ATAC-Studie von einer initialen Therapie mit Anastrozol nicht profitiert hatten. Das Gesamtüberleben unterschied sich in den beiden Therapiegruppen nicht signifikant, allerdings war ein Trend zugunsten von Exemestan erkennbar. In der IES-Substudie Lebensqualität wurden unter Exemestan weniger vasomotorische Ereignisse und Diarrhoe sowie eine geringere Gewichtszunahme als unter Tamoxifen berichtet. Insgesamt unterschied sich die Lebensqualität in beiden Gruppen nicht signifikant.
Im Gegensatz zu den nicht-steroidalen Aromatasehemmern Anastrozol und Letrozol kam es unter Therapie mit Exemestan zu keiner signifikanten Erhöhung der Frakturraten. Eine Erklärung hierfür lieferte PD Peyman Hadji aus Marburg. Die Marburger Arbeitsgruppe konnte nachweisen, dass bei postmenopausalen Probandinnen eine 24-wöchige Behandlung mit Exemestan, Anastrozol oder Letrozol zu einem Anstieg von Markern der Knochenresorption führt, jedoch nur unter Exemestan gleichzeitig auch ein Marker der Knochenneubildung ansteigt, der diesen Effekt wieder auszugleichen scheint.
Die Zulassung von Exemestan für den Kurzzeit-Switch wird für Mitte 2005 erwartet.

as

Quelle: Anti-Aromatase-Therapie beim Mammakarzinom: Die Frühe Adjuvante Sequenz-Therapie FAST – Auf dem Weg zum neuen Standard? Pressekonferenz im Rahmen der Frauenärztlichen BundesAkademie FBA, Düsseldorf, 25. Februar 2005.


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