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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

12. Dezember 2013 Tumorassoziierte Schmerzen effektiv behandeln

"Die positive Nachricht lautet: Wir sind in der Behandlung der Tumorschmerzen besser geworden. Die negative ist, es gibt noch einiges zu tun", erklärte Dr. Peter Schermuly, Limburg an der Lahn. Um dies zu verdeutlichen, verwies er auf eine Befragung an über 5.000 Tumorpatienten. Darin gaben 56% der Patienten an, dass sie trotz Schmerztherapie immer noch unter starken Schmerzen litten (> 5/10 auf der visuellen Analogskala, VAS). Dabei nahmen 77% regelmäßig Analgetika ein und 41% erhielten starke Opioide (1). "Hier besteht Optimierungsbedarf", mahnte der Referent.

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Er betonte zudem, dass das WHO-Stufenschema in der modernen Tumorschmerztherapie an Bedeutung verloren habe, da die Eskalation bis hin zu den stark wirksamen Opioiden zu lange dauert. "Heute bilden die lang- und kurz wirksamen Opioide häufig von Beginn an die Behandlungsgrundlage." Abhängig von der individuellen Schmerzsituation werden sie etwa bei nozizeptiven Schmerzen mit entzündungshemmenden Medikamenten wie NSAR oder COX-2-Hemmern kombiniert. Bei neuropathischen Schmerzen erhalten die Patienten zusätzlich Koanalgetika wie zum Beispiel Antidepressiva, Antiepileptika oder Bisphosphonate. "Wichtig ist, gleich zu Beginn der Tumortherapie, auch auf eine gute Schmerzbehandlung zu achten", betonte der Schmerzexperte.

Hierfür steht etwa die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®) zur Verfügung. Ihre analgetische Wirksamkeit zeigte eine randomisierte, doppelblinde, Studie mit 184 Tumorpatienten, die unter mittelstarken bis starken chronischen Schmerzen litten (2). Die mit schwachen oder starken Opioiden vorbehandelten Teilnehmer erhielten in der vierwöchigen Studienphase entweder 2x tägl. die Fixkombination Oxycodon/Naloxon (10 mg/5 mg und 60 mg/30 mg) oder retardiertes Oxycodon (10 mg bis 60 mg).

Die anhand eines Fragebogens (Brief Pain Inventory-Short Form) ermittelte Schmerzintensität verminderte sich unter der Fixkombination ebenso wie unter Oxycodon von 4,2 auf 3,5. Ein gravierender Unterschied zeigte sich jedoch bei der Opioid-induzierten Darmfunktionsstörung, einem laut Schermuly sehr relevanten Problem. Denn bis zu 95% aller Opioid-behandelten Tumorpatienten leiden unter Obstipation. Entsprechend hoch waren mit über 60,0 Punkten auf dem Bowel Function Index (BFI) die Werte beider Gruppen zu Beginn der Studie. Bereits nach der ersten Therapiewoche sank der Wert unter Oxycodon/Naloxon um 11,1 Punkte niedriger als unter Oxycodon. "Wir sehen eine deutliche Besserung der Obstipation, aber auch der Übelkeit, der Bauchschmerzen und interessanterweise auch von zentralen Symptomen wie Schwindel. Insgesamt hat sich bei den Patienten unter der Fixkombination die Lebensqualität signifikant verbessert", resümierte Schermuly.

Dr. Marion Hofmann-Aßmus


25. Münchner Fachpresse-Workshop "Onkologische Supportivtherapie und Onkologie", München, 6.11.2013


Literaturhinweise:
(1) Breivik H et al. (2009) Ann Onc 24;1-14
(2) Ahmedzai S. et al. (2012) Palliative Medicine:26(1) 50-60.


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