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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. November 2005 Treosulfan: Neues Konditionierungsagens vor allogener Transplantation

Bei der Jahrestagung der DGHO wurde ein neues Konditionierungsagens für die allogene Blutstammzelltransplantation vorgestellt. Das Alkylans Treosulfan zeigt gegenüber Busulfan Vorteile und kann sowohl mit Cyclophosphamid als auch mit Fludarabin kombiniert werden.
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Die Konditionierung vor allogener Blutstammzelltransplantation soll Tumorzellen eliminieren, die Hämatopoese des Patienten zum Erliegen bringen und immunsuppressiv wirken, so Prof. Ernst Holler, Regensburg. Dabei kann eine effektive Tumorkontrolle der Konditionierung nur bedingt durch den allogenen Graft-versus-Leukämie oder Graft-versus-Tumor Effekt (GvL oder GvT) ersetzt werden. Andererseits ist ein Überschießen der Graft-versus-Host Reaktion (GvHD) zu vermeiden.
Während Busulfan gegen den malignen Zellklon und die Hämatopoese des Empfängers gut wirkt, ist es bei der Suppression des Immunsystems (um die akute Abstoßung des Transplantats zu verhindern) weniger effektiv, so Prof. Lutz Uharek, Berlin. Hier wird es von Treosulfan übertroffen, das außerdem wasserlöslich ist und deshalb problemlos intravenös gegeben werden kann. Treosulfan zeigt ein breites Zytotoxizitätsspektrum und ein vorteilhaftes Toxizitätsprofil.
Prof. Dietrich Beelen, Essen, präsentierte klinische Daten von 53 Patienten mit verschiedenen hämatologischen Malignomen und erhöhtem Toxizitätsrisiko für eine Standardkonditionierung. Die Patienten erhielten alle Treosulfan in Kombination mit Cyclophosphamid. Die kumulative 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit aller Patienten betrug 46%. In frühen Krankheitsstadien war dieser Anteil mit 89% signifikant höher als in fortgeschrittenen Stadien mit 27%. Es gab in dieser Erhebung keinen Fall von Lebervenen-Verschlusskrankheit, die eine gefürchtete Komplikation nach Busulfan darstellt.
Die Kombination von Treosulfan und Fludarabin, so Prof. Jochen Casper, Rostock, wurde initial bei 30 Patienten untersucht, die für eine Standard-Konditionierung nicht geeignet waren. Nach medianer Nachbeobachtung von 22 Monaten lebten noch 73% der Patienten. Die statistische Auswertung von insgesamt 65 Patienten ergab, dass schwere Begleiterkrankungen, intensive Vorbehandlung oder ein Patientenalter von über 50 Jahren keinen signifikanten Einfluss auf das Behandlungsergebnis besitzen.
Konditionierungstherapien auf Treosulfan-Basis stellen nach den Worten von Prof. Hermann Einsele, Würzburg, somit eine Plattform für wirksame Behandlungsregime mit reduzierter Toxizität dar.

Quelle: Satellitensymposium: Neue Entwicklungen in der Transplantation: Treosulfan-basierte Konditionierung vor allogener Blutstammzelltransplantation bei Patienten mit hämatologischen Erkrankungen im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), 4. Oktober 2005, Hannover, unterstützt von medac – Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH, Wedel.


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