Mittwoch, 8. Juli 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. Juni 2014 Trabectedin bei Weichgewebesarkomen

B. Kasper, Universität Heidelberg, Universitätsmedizin Mannheim.

Anzeige:
Kasuistik 1: Zweitlinientherapie mit Trabectedin beim metastasierten Weichgewebesarkom

Trabectedin (Yondelis™) ist eine in der EU zugelassene Therapieoption des fortgeschrittenen und/oder metastasierten Weichgewebesarkoms, wenn Doxorubicin und Ifosfamid versagt haben oder nicht eingesetzt werden können. Trabectedin induziert zwar nur selten objektive Remissionen, bietet aber eine hohe Chance auf einen Progressions-Arrest (1), wie in der folgenden Kasuistik bei einer Patientin mit metastasiertem Weichgewebesarkom dargestellt wird.

Patientin, geb. 1938, mit pleomorphzelligem Weichgewebesarkom (NOS=not otherwise specified) des Oberschenkels rechts, Erstdiagnose 12/2008. Nebendiagnosen: Z.n. kardialer Dekompensation 09/2009 bei mittelgradig eingeschränkter linksventrikulärer Funktion, Arterielle Hypertonie, Adipositas.

Therapie und Verlauf

09.01.2009: Kompartmentresektion rechter Oberschenkel (R1).

26.08.2009: Histologisch gesicherte multiple pulmonale Metastasen nach CT gesteuerter Punktion.
09-10/2009: Aufgrund kardialer Vorerkrankung Verzicht auf Doxorubicin. Einleitung einer palliativen Chemotherapie mit 2 Zyklen Ifosfamid 3.000 mg/m2.

26.10.2009: Progression der intrapulmonalen Rundherde.

11/2009-01/2010: Zweitlinientherapie mit 3 Zyklen Trabectedin 1,5 mg/m2 alle 3 Wochen. Insgesamt sehr gute Verträglichkeit, kaum Übelkeit.

03/2010:
Leichte Größenzunahme der pulmonalen Metastasen, nach RECIST aber "stable disease" (SD).
03-05/2010: Fortsetzung der Therapie mit Trabectedin 1,5 mg/m2 alle 3 Wochen bei sehr guter Verträglichkeit.

06/2010: Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Krankheitsprogression (größenprogrediente intrapulmonale Rundherde, Pleuraerguss rechts).

07/2010: Patientin verstirbt im Pflegeheim.

Literaturhinweis:
(1) Garcia-Carbonero et al. JCO 2005.
Kasuistik 2: Neoadjuvante Therapie mit Trabectedin bei Patienten mit Myxoidem Liposarkom

Trabectedin (Yondelis™) ist eine therapeutische Option im neoadjuvanten Setting bei Patienten mit Myxoidem Liposarkom. In einer Phase-II-Studie (2) konnte bei 3 von 23 auswertbaren Patienten (14%) ein komplettes pathologisches Ansprechen (pCR) erzielt werden. Das radiologische Ansprechen gemäß RECIST lag bei 24% (7 Patienten), 72% (21 Patienten) hatten eine Krankheitsstabilisierung (SD). Bei keinem Patienten wurde eine Krankheitsprogression (PD) berichtet. In folgender Kasuistik konnte bei einem Patienten mit Myxoidem Liposarkom durch eine neoadjuvante Trabectedin-Behandlung eine Krankheitsstabilisierung erzielt werden.

Männlicher Patient, geb. 1963, keine wesentlichen Vorerkrankungen, Abdominale/retroperitoneale Raumforderung von 22 x 16 cm, CT-gesteuerte Stanzbiopsie am 23.03.2008.

Abb. 1: Myxoides Liposarkom, abdominal/ retroperitoneal bei Diagnose 03/2008.

 
Abb. 2: Myxoides Liposarkom, abdominal/retroperitoneal nach neo-adjuvanter Therapie mit 8 Zyklen Trabectedin (12/2008).
 
Histologie: Myxoides Liposarkom mit charakteristischem FUS-CHOP Fusions-Transkript, Ki-67 15-20%.

Therapie und Verlauf

04-11/2008: Neoadjuvante Chemotherapie mit 8 Zyklen Trabectedin 1,5 mg/m2 alle 3 Wochen.

09/2008: nach 4 Zyklen "Stable disease" (SD) gemäß RECIST.

12/2008: nach 8 Zyklen "Stable disease" (SD) gemäß RECIST.

22.12.2008: Tumorresektion des myxoiden Liposarkoms des Abdomens/Retroperitoneums durch erweiterte Hemikolektomie.

Histologie: Ausgedehnt nekrotisches, teilweise narbenartig demarkiertes Tumorgewebe in Nachbarschaft zu erhaltenen Lymphknotenstrukturen. Keine eindeutig vitale Tumormanifestationen erkennbar, fokale Ausläufer der nekrotischen Tumorrandareale reichen bis in das Mesocolon.

Es folgte eine strukturierte Nachsorge.

Nach einem Rezidiv 09/2009 folgte eine palliative Chemotherapie mit Doxorubicin. Nach Krankheitsprogression in 01/2010 zunächst abwartende Haltung auf Wunsch des Patienten, 05/2010 Einleitung einer Zweitlinientherapie mit Trabectedin (3 Zyklen Trabectedin 1,5 mg/m2 alle 3 Wochen). In 08/2010 Auftreten neuer Läsionen. Therapie mit Vorinostat in einer experimentellen Phase-II-Studie.

11/2010: erneute Krankheitsprogression, intensivierte Chemotherapie mit hoch dosiertem Ifosfamid. Der Patient verstarb am 14.12.2010.

Literaturhinweis:
2. Gronchi et al. Ann Oncol 2011.


Die Kasuistiken wurden vorgestellt von Prof. Bernd Kasper, Universität Heidelberg, Universitätsmedizin Mannheim


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Neues Infoportal rund um Ernährung und Krebs ist online

Neues Infoportal rund um Ernährung und Krebs ist online
© ernaehrung-krebs-tzm.de

Das neue Infoportal der Arbeitsgruppe „Ernährung und Krebs“ am Tumorzentrum München (TZM) ist ab sofort unter www.ernaehrung-krebs-tzm.de online. Es bündelt wissenschaftlich fundierte Informationen, gibt praktische Hilfestellung und vermittelt Kontakte zu anerkannten Therapeuten und Beratungsstellen rund um das Thema Ernährung und Krebs. Die Arbeitsgruppe besteht aus qualifizierten Ärzten und Ernährungsfachkräften unter der Leitung von Professor...

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus
© Expensive - stock.adobe.com

Jede 8. Frau in Deutschland erkrankt laut Statistischem Bundesamt in ihrem Leben an Brustkrebs. Im Brustkrebsmonat Oktober wird ein besonderer Fokus auf diese Krankheit gerichtet, um über Möglichkeiten der Früherkennung und der Behandlung zu informieren. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) nehmen in diesem Jahr eine spezielle Betroffenengruppe in den Blick: Frauen, die an einer nicht mehr heilbaren Brustkrebserkrankung leiden.

Brustkrebs bei Männern

Brustkrebs bei Männern
© Zerbor / fotolia.com

Jährlich erkranken zwischen 600 und 700 Männer an Brustkrebs. Das macht rund ein Prozent aller Brustkrebsfälle aus. Da es für Männer keine Brustkrebs-Früherkennungsprogramme gibt und der Gedanke an Krebs zunächst fern liegt, wird die Erkrankung beim Mann meist erst in späteren Stadien diagnostiziert als bei Frauen. Dadurch verstreicht wertvolle Zeit, die bei der Behandlung fehlt. Wie Brustkrebs beim Mann entsteht, erkannt und behandelt wird,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Trabectedin bei Weichgewebesarkomen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden