Montag, 26. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Lenvima
Lenvima
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2009 Therapie des metastasierten Mammakarzinoms: Capecitabin verlängert Gesamtüberleben deutlich

In der Monotherapie des metastasierten Mammakarzinoms hat sich das orale Fluoropyrimidin Capecitabin (Xeloda®) bewährt. Neben der Verlängerung des Gesamtüberlebens überzeugt der Wirkstoff durch höhere Ansprechraten. So entfaltet er auch in der therapeutisch schwierigen Situation nach Versagen Anthrazyklin- und/oder Taxan-haltiger Schemata eine effizientere antitumorale Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Chemotherapien. Aktuell mit der höchsten Empfehlung (++) der AGO bewertet, gilt Capecitabin auch in diesem Jahr als Referenztherapie.
Wie Stockler et al. zeigten, führt eine Capecitabin-Monotherapie first-line im Vergleich zum klassischen CMF-Schema (Cyclophosphamid oral, Methotrexat, 5-Fluorouracil) zu signifikant längeren Überlebenszeiten in der metastasierten Situation bei Patientinnen, die für eine intensive Chemotherapie nicht geeignet sind (1). In der randomisierten Phase-III-Studie lag das mediane Gesamtüberleben bei 22 Monaten in der Gruppe mit Capecitabin-Monotherapie versus 18 Monaten unter CMF (p=0,02) bei vergleichbarer Tumor-Ansprechrate (Capecitabin: 22%, CMF: 18%) und progressionsfreiem Überleben (Capecitabin: 6 Monate, CMF: 7 Monate; p=0,2).


Überzeugende Wirksamkeit bei schwierigem Krankheitsverlauf

Auch Patientinnen, die bereits Anthrazykline und/oder Taxane erhalten haben und damit ein massiv vorbehandeltes Patientenkollektiv darstellen, profitieren von einer Capecitabin-Monotherapie (2). Mit der Capecitabin-Therapie wurde eine objektive Ansprechrate von 20% erzielt, wobei die mittlere Überlebenszeit 12,8 Monate betrug mit einer medianen Zeit bis zur Krankheitsprogression von drei Monaten. Aufgrund des tumorspezifischen Wirkmechanismus von Capecitabin, der eine gute Verträglichkeit ermöglicht, sowie der oralen Gabe profitieren die Patientinnen enorm und können sich ein hohes Maß an Lebensqualität bewahren. Lediglich das Auftreten eines Hand-Fuß-Syndroms (HFS) wird unter Capecitabin-Gabe häufiger beobachtet. Aktuell wurde auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Senologie daher das richtige Management dieser Nebenwirkung diskutiert und dabei deutlich gemacht, dass das HFS meistens gut beherrschbar ist. Bei schweren Fällen besteht außerdem die Möglichkeit zur Dosisreduktion ohne Wirksamkeitsverlust. Retrospektive Analysen von 13 Studien mit Capecitabin lassen zudem eine positive Korrelation zwischen dem Auftreten eines HFS und dem Gesamtüberleben vermuten: Eine auf Anforderung der EMEA durchgeführte Metaanalyse vor allem bei metastasiertem Mamma- und metastasiertem kolorektalen Karzinom zeigte, dass das Auftreten eines HFS mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Therapieerfolg korrelierte. Patienten, die ein HFS entwickelten, wiesen ein längeres Gesamtüberleben auf als diejenigen ohne HFS: Das mediane Gesamtüberleben betrug 29,0 Monate im Vergleich zu 15,9 Monaten (HR=0,59) (3).


Schlussfolgerungen und Ausblick

Die überzeugende Datenlage rechtfertigt, dass Xeloda® nach Anthrazyklin- und Taxan-Vorbehandlung das einzige Produkt ist, für das in der zytostatischen Therapie die höchste Empfehlung der AGO abgegeben wurde (++). Es gilt somit als ideale Substanz für Brustkrebspatientinnen, die in diesem Krankheitsstadium eine Monotherapie benötigen. Aktuell auf dem ASCO 2009 wurde die randomisierte, doppelblinde und plazebo-kontrollierte Phase-III-Studie RIBBON-I (4) zur zytostatischen Monotherapie mit Capecitabin in Kombination mit dem Antikörper Bevacizumab in der First-line-Therapie des HER2-negativen metastasierten Mammakarzinoms präsentiert. Die Studie zeigt, dass das progressionsfreie Überleben in der Capecitabin + Bevacizumab-Kohorte auf 8,6 Monate (HR = 0,69) gegenüber 5,7 Monaten in der Capecitabin + Placebo-Gruppe verlängert werden konnte. Auch diese aktuellen Ergebnisse bestätigen den wichtigen Stellenwert von Capecitabin in der Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms.

0
Abb.: Hand-Fuß-Syndrom und Gesamtüberleben – retrospektive Metaanalyse zu Capcitabin (5)

Quellen:
1. Stockler M et al., JCO 2007; 25 (No18 S): Abstract 1031
2. Blum JL et al., J Clin Oncol 1999; 17: 485-493 sowie Reichardt P et al., Ann Oncol 2003, 14: 1227-1233
3. Fachinformation Xeloda®, Stand Oktober 2008
4. Robert N et al., ASCO 2009; Abstract 1005
5. Roche, data on file
Mit freundlicher Unterstützung von Roche Pharma AG

Quelle:


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Therapie des metastasierten Mammakarzinoms: Capecitabin verlängert Gesamtüberleben deutlich"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab