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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

21. Juni 2007 Therapie der Chronischen Myeloproliferativen Erkrankungen: Europäischer Konsens zum Therapieversagen

Im Rahmen des internationalen Symposiums „New Horizons in Haematology“ am 9./10. März 2007 in Rom stellten Experten des ‚European Leukemia Network’ einen Konsens über Kriterien zur Resistenz und Intoleranz gegenüber Hydroxyurea vor. In der Therapie der Chronischen Myeloproliferativen Erkrankungen (CMPE) galt das Zytostatikum Hydroxyurea lange als Standardsubstanz. Mit Anagrelid (Xagrid®) steht seit einiger Zeit ein Wirkstoff zur Verfügung, der selektiv in die postmitotische Phase der Megakaryozyten-Entwicklung eingreift. Konsekutiv wird die Plättchenausschüttung deutlich herabgesetzt.
Experten aus dem “European Leukemia Network” haben erst kürzlich auf einer Konsensuskonferenz fünf Schlüsselkriterien zur Definition der Resistenz und Intoleranz gegenüber Hydroxyurea festgelegt, bei denen zugleich ein Wechsel auf ein alternatives Therapeutikum, beispielsweise Anagrelid, sinnvoll erscheint. Dieser Konsens wurde im Februar dieses Jahres in der anerkannten Fachzeitschrift Leukemia publiziert. Nach ausführlichen Diskussionen und einem mehrstufigen Entscheidungsprozess einigten sich die aus 12 führenden europäischen Hämatologen bestehende Experten auf die folgenden fünf Kriterien der Hydroxyurea-Resistenz bzw. -Intoleranz:

•Thrombozytenzahl > 600x109/L nach einer Behandlung mit Hydroxyurea (mindestens 2 g Hydroxyurea pro Tag oder 2,5 g/Tag bei Patienten > 80 kg)

•Thrombozytenzahl > 400x109/L, Leukozytenzahl < 2500/µL bei einer beliebigen Dosis von Hydroxyurea

•Thrombozytenzahl > 400x109/L und Hämoglobinkon-zentration < 10 g/dL bei einer beliebigen Dosis von Hydroxyurea

• Vorhandensein von Ulzerationen oder anderen mukokutanen Begleiterscheinungen der Hydroxyurea-Therapie

•Durch Hydroxyurea induziertes Fieber

Die Auswirkungen dieser Kriterien auf die Therapie wurden in Länderworkshops innerhalb des Symposiums diskutiert. Prof. Gisslinger, Universität Wien, fasste als Leiter des deutschsprachigen Workshops auf der anschließenden Podiumsdiskussion die deutsche Sichtweise zusammen: „Dieser Konsens wurde in der deutschen Gruppe einheitlich für unerfahrene Behandelnde als Richtschnur für sinnvoll erachtet. Eine große Veränderung der derzeitigen Therapiepraxis bei den CMPE ist allerdings nicht zu erwarten, da solche Kriterien bereits bei Therapieentscheidungen einbezogen werden. Vor allem jüngere Patienten mit chronischer Thrombozythämie werden im deutschsprachigen Raum häufig direkt mit Anagrelid behandelt wegen des leukämogenen Langzeitrisikos mit Hydroxyurea. Auch die kürzlich aktualisierten DGHO-Leitlinien empfehlen für junge CMPE Patienten eine andere zytoreduktive Therapie als Hydroxyurea.“

Der in Xagrid® enthaltene Wirkstoff Anagrelid von Shire Deutschland ist als erstes anagrelidhaltiges Therapeutikum europaweit für die Therapie der essentiellen Thrombozythämie zugelassen. Anagrelid wird seit über 10 Jahren in einem breiten Spektrum von Patienten erfolgreich in der Behandlung der chronischen Thrombozythämie eingesetzt. Es wirkt in der postmitotischen Phase der Megakaryozyten-Entwicklung und reduziert deren Ploidie, Reife und Größe. Dadurch wird die Thrombozytenzahl verringert, ohne dass die anderen Zelllinien der Hämatopoiese unter einer chronischen Einnahme beeinflusst werden (Anagrelide Study Group, 1992). Pescatore und Lindley (2000) bestätigten diese Ergebnisse in ihren Untersuchungen. Unter Anagrelid auftretende Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Palpitationen, Flüssigkeitsretention, Übelkeit und Diarrhö sind stoffklassenspezifisch und nehmen bei längerer Einnahme ab.

Für die Behandlung der essentiellen Thrombozythämie mit Anagrelid sprechen vor allem die nachgewiesene effektive Plättchenreduktion und Komplikationsreduktion, der selektive Wirkmechanismus, die nicht mutagene und zytotoxische Wirkung sowie das fehlende leukämogene Risikopotenzial.

Quelle: Shire Deutschland  


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