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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. Dezember 2016 Therapie des Multiplen Myeloms: Mit Daratumumab zielgerichtet gegen CD38

Monoklonale Antikörper sind eine neue Therapieoption für das rezidivierte Multiple Myelom. Mit Daratumumab (Darzalex®) steht erstmals ein vollhumaner monoklonaler CD38-Antikörper zur Verfügung. Er kann nach einem Proteasom-Inhibitor (PI) und einem Immunmodulator (IMiD) eingesetzt werden* und zeigt als Monotherapie eine überzeugende Wirksamkeit.

Daratumumab richtet sich gegen das CD38-Antigen auf Myelom-Zellen und kann über direkte Apoptose sowie über verschiedene immunvermittelte Wirkungen zum Tumorzelltod führen (1). „Aufgrund der guten Wirksamkeit und Verträglichkeit sollte die Antikörper-Therapie auch in früheren Therapielinien vorangetrieben werden“, so die Einschätzung von Dr. Hans Salwender, Asklepios Klinik Hamburg Altona. Er verwies auf die Daten zur Rezidivtherapie des Multiplen Myeloms, die für Daratumumab in den offenen multizentrischen Studien GEN501 (Phase I/II) (2) und SIRIUS (Phase II) (3) generiert wurden. In einer gepoolten Analyse beider Studien wurden die Daten von 148 Patienten, die die zugelassene Dosierung von 16 mg/kg KG erhalten haben und die im Median fünf Vortherapien erhalten hatten, ausgewertet (4).

31% (ORR) der Patienten sprachen auf die Behandlung an. Nach einem medianen Follow-up von 20,7 Monaten betrug das mediane Gesamtüberleben (mOS) 20,1 Monate (95%-KI: 16,6-n.e.) (4). Wie Salwender berichtete, profitierten 83% der Patienten** von der Therapie mit Daratumumab (Abb. 1). Patienten mit minimalem Ansprechen oder stabiler Erkrankung erreichten nach Stratifizierung ein mOS von 18,5 Monaten (95%-KI: 15,1-22,4) und eine Zweijahres-OS-Rate von 34,9% (95%-KI: 21,3-48,8) (4). „Das sind sehr hoffnungsvolle Daten, zumal ein Teil dieser Patienten bereits viele Therapielinien absolviert hatte“, so Salwender. „Außerdem halten die Patienten unter Therapie mit Daratumumab ihr Allgemeinbefinden und können nachfolgend noch weitere Therapielinien erhalten.“

 

Abb. 1: Daten zum medianen Gesamtüberleben (OS; in beiden Studien jeweils sekundärer Endpunkt) aus der kombinierten Analyse der Studien GEN501 und SIRIUS (n=148), stratifiziert nach Ansprechen (mod. nach (4)).*nicht vordefinierter Endpunkt; MR/SD=minimal response/stable disease; PD/NE=progressive disease/not evaluable
Abb. 1: Daten zum medianen Gesamtüberleben (OS; in beiden Studien jeweils sekundärer Endpunkt) aus der kombinierten Analyse der Studien GEN501 und SIRIUS (n=148), stratifiziert nach Ansprechen (mod. nach (4)).


Die Therapie mit Daratumumab war gut verträglich und es gab keine Substanz-assoziierten Therapieabbrüche (2, 3). Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Infusionsreaktionen, die bei 48% der Patienten überwiegend bei der ersten Infusion (95%) auftraten. Sehr häufige Nebenwirkungen von Grad 3/4 (≥10%) waren Anämie (17%), Neutropenie (12%) und Thrombozytopenie (14%, kein Grad 4) (5).

Labortechnisch zu berücksichtigen sei eine mögliche Interferenz mit dem indirekten Coombs-Test. Die Antikörper-Therapie von Myelom-Patienten erfordere zudem ein stringentes Vorgehen, betreffend unter anderem die Prämedikation, den Ablauf der Infusion und den Umgang mit infusionsbedingten Reaktionen. Die Therapie sei aber in der Hand erfahrener Onkologen gut zu handhaben und belaste den Patienten wenig. Monoklonale Antikörper seien laut Prof. Dr. Katja Weisel, Universitätsklinikum Tübingen, eine neue Option in der Myelom-Therapie, die die Behandlungskonzepte verändern werden.


Eine Initiative der Janssen-Cilag GmbH

* Darzalex® ist indiziert als Monotherapie für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom, die bereits mit einem Proteasom-Inhibitor und einem Immunmodulator behandelt wurden und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigten.
** Patienten mit stabiler Erkrankung oder besserem Ansprechen, kein präspezifizierter Endpunkt

Dr. Beate Grübler, Hannover

Quelle: Satellitensymposium „Antikörper – Neue Perspektiven im multiplen Myelom“, Leipzig, 15.10.2016, Veranstalter: Janssen-Cilag GmbH

Literatur:

(1) Krejcik J et al. Blood 2015; 126(23): Poster 3037.
(2) Lokhorst HM et al. N Engl J Med 2015; 373: 1207-19.
(3) Lonial S et al. Lancet 2016; 387:1551-1560
(4) Usmani S et al. Blood 2016;128(1):37-44.
(5) Aktuelle Darzalex®-Fachinformation.


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