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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. Dezember 2007 Temsirolimus zeigt Überlebensvorteil für Patienten mit Fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom

Gemeinsame Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie. Basel/Schweiz, 5. – 9. Oktober 2007

Temsirolimus ist ein mTOR-Inhibitor, dessen Zulassung zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms in Kürze erwartet wird. Ein Satellitensymposium der Firma Wyeth informierte über die ersten klinischen Erfahrung mit diesem Wirkstoff.
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Im Rahmen seines Vortrages berichtete Prof. B. Escudier, Villejuif, Frankreich, über die Phase-III-Studie „Global ARCC Trial“, die mit mit 3 Therapiearmen durchgeführt wurde: Interferon-Monotherapie (18 MU 3-mal wöchentlich subkutan), Temsirolimus-Monotherapie (25 mg einmal wöchentlich intravenös) und Interferon-Temsirolimus-Kombinationstherapie (15 mg Tem­si­rolimus einmal wöchentlich intravenös und 6 MU Interferon 3-mal wöchentlich subkutan). An der Studie beteiligten sich 209 Zentren in 26 Ländern. Es wurden 626 Patienten mit fortgeschrittenen, metastasierten Nierenzellkarzinomen und ungünstigem Risikoprofil eingeschlossen. Das Gesamtüberlebens wurde signifikant im Monotherapiearm um 49% verbessert im Vergleich zur Interferon-Therapie (p=0,0069). Das mediane Überleben im Temsirolimus-Arm betrug 10,9 Monate (8,6-12,7) vs. 7,3 (6,1-8,9) im Interferonarm sowie 8,4 Monate (6,6-19,2) im Kombinationsarm. Laut Escudier handelt es sich bei Temisolimus um die bisher einzige Substanz, die beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens zeigen konnte. Die Kombination aus Temsirolimus und Interferon verbesserte hingegen das Gesamtüberleben nicht signifikant. Dies, so Escudier, könnte an den toxizitätsbedingten Dosisreduktionen im Kombinationsarm liegen. Das progressionsfreie Überleben konnte überraschenderweise im Vergleich zur Interferon-Therapie sowohl durch die Temsirolimus-Monotherapie als auch durch die Kombinationstherapie signifikant verbessert werden. An Nebenwirkungen wurden hauptsächlich Asthenie (54%), Nausea (37%) und Rash (37%) beobachtet, an laborchemischen Veränderungen insbesondere Anämie, Hyperlipid­ämie, Hyperglykämie und Hypercholesterinämie. Im Vergleich mit Interferon hatten im Temsirolimusarm 16% weniger Patienten Toxizitäten größer oder gleich als Grad 3. Das gute Nebenwirkungsprofil übertrug sich in weniger Dosisreduktionen im Temsirolimus-Monotherapiearm im Vergleich zum Interferon-Arm und zum Kombinationsarm. Die Kombination aus Temsirolimus und Interferon kann laut Escudier nicht empfohlen werden, da keine Verbesserung der Überlebenszeit gezeigt werden konnte. Escudier: „Temsirolimus 25 mg intravenös wöchentlich kann als Standard-Erstlinientherapie für Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom und schlechten Prognosefaktoren betrachtet werden.“

Quelle:


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