Mittwoch, 28. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Lenvima
Lenvima
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Februar 2010 Target-Therapie und Individualisierung beim nichtkleinzelligen Lungenkrebs

W. Schütte, S. Nagel, G. Haak, M. Steinert. Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau.

Im Vordergrund der Behandlung von Lungenkrebs steht, wie auch bei anderen Entitäten, erstens die gezielte Behandlung mit Substanzen, die möglichst selektiv an definierten Strukturen der Tumorentstehung angreifen und damit eine relativ nebenwirkungsarme Therapie ermöglichen, und zweitens die Identifikation besonders geeigneter Patienten für bestimmte Therapien. Für die erste Fragestellung sind in den letzten zehn Jahren eine Reihe sogenannter Targeted-Therapeutika für den Lungenkrebs entwickelt worden, die ganz gezielt in bestimmte Mechanismen der Tumorentstehung eingreifen. Damit ist auch das zweite Ziel der individualisierten Therapie Realität geworden, weil nur die Patienten behandelt werden, die von der entsprechenden Therapie auch tatsächlich profitieren. In diesem Beitrag sollen die Entwicklungen zu dieser Thematik für den Lungenkrebs aufgezeichnet werden.
Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 
Prognose versus Prädiktion

Man muss unterscheiden zwischen der prognostischen und der prädiktiven Bedeutung einer bestimmten Konstellation für den Patienten. Bei der prognostischen Bedeutung kann der Patient unabhängig von der angebotenen Therapieform mit einem besseren oder schlechteren Ergebnis rechnen. Prognostische Faktoren sind zum Beispiel Tumorstadium, Allgemeinzustand, Geschlecht oder Metastasenlokalisation.
Ein prädiktiver Faktor ist ein entsprechender Marker, mit dessen Vorhandensein der Patient für eine bestimmte Therapie in Frage kommt, welche die Prognose der Erkrankung verbessert. Prädiktive Faktoren bedeuten auch, dass Patienten, die eine entsprechende Konstellation nicht aufweisen, von der bestimmten Therapie nicht profitieren oder durch diese Therapie sogar Nachteile erleiden. Damit stellt die Suche nach prädiktiven Faktoren einen ganz wesentlichen Bestandteil einer Strategie zur Therapieoptimierung dar.

Neue Therapeutika

Pemetrexed
Das Multitarget-Antifolat Pemetrexed kann als klassisches Chemotherapeutikum aufgefasst werden. Es greift an drei verschiedenen Punkten in den Folatstoffwechsel ein und entfaltet dadurch seine antitumoröse Aktivität. Initial wurde es in der Secondline-Behandlung des NSCLC gegen Docetaxel geprüft. Dabei zeigte sich gegenüber Docetaxel eine vergleichbare Wirksamkeit bei besserer Verträglichkeit [1]. Die weitere Positionierung von Pemetrexed führte zur Einführung in die Firstline-Therapie.

In einer Studie, in der Cisplatin/Pemetrexed gegen eine Standardkombination Cisplatin/Gemcitabin geprüft wurde, fand sich ein identisches medianes Überleben in beiden Behandlungsgruppen von 10,3 Monaten [2].
Eine vorgeplante Subgruppenanalyse dieser Studie ergab, dass Pemetrexed bei Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom deutlich besser wirkte als Cisplatin/Gemcitabin, während sich bei Patienten mit Plattenepithelkarzinomen ein schlechteres Ergebnis zeigte.

Die histologieabhängige Wirksamkeit von Pemetrexed bestätigte sich dann in einer Studie, in der Pemetrexed als Erhaltungstherapie versus Best Supportive Care appliziert wurde [3]. In dieser Studie zeigte sich ein Vorteil im progressionsfreien sowie im Gesamtüberleben für die Patienten, die Pemetrexed als Erhaltungstherapie verabreicht bekamen. Der Vorteil in dieser Studie bezieht sich allerdings nicht auf Patienten mit Plattenepithelkarzinom, sondern nur auf die Patienten, die eine nichtplattenepitheliale Histologie aufwiesen, was die histologieabhängige Wirksamkeit von Peme-trexed bestätigt. Damit lässt sich belegen, dass Pemetrexed als ein sehr wirksames Medikament beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom angesehen werden muss, mit einer prädiktiven Bedeutung für Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom. Bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom besteht keine Indikation für den Einsatz von Pemetrexed.

Cetuximab

Der Antikörper gegen den EGF-Rezeptor Cetuximab wurde in einer randomisierten Phase-III-Studie, der sogenannten FLEX-Studie, geprüft. In einem Arm erhielten die Patienten Cisplatin/Vinorelbin, im anderen Cisplatin/Vinorelbin und Cetuximab. Dabei zeigte sich, dass ein signifikanter Überlebensvorteil für die Zugabe von Cetuximab festzustellen war [4]. Der Vorteil im medianen Überleben betrug 11,3 versus 10,1 Monate und war damit signifikant. In einer vorgeplanten Subgruppenanalyse in Bezug auf die ethnische Herkunft zeigte sich bei den kaukasischen Patienten ein größerer Vorteil gegenüber einem Nachteil bei den asiatischen Patienten. Eine histologieabhängige Wirksamkeit ließ sich nicht nachweisen. Ebenso konnte keine Korrelation der Wirksamkeit von Cetuximab in Bezug auf den K-RAS-Mutationsstatus festgestellt werden. Anders als beim Kolonkarzinom, bei dem eine K-RAS-Mutation eine negative prädiktive Wirkung hat, fand sich diese Korrelation beim Bronchialkarzinom nicht.
In einer weiteren Subgruppenanalyse zeigte sich, dass bei Patienten, die während des ersten Zyklus einer Gabe mit Cetuximab eine Rash-Reaktion hatten, ein hochsignifikant besseres Überleben festzustellen war als bei Patienten, die keine Rash-Symptomatik aufwiesen. Aufgrund dieses Befundes lässt sich allerdings nicht klären, ob diese Rash-Reaktion ein prognostischer oder ein prädiktiver Faktor ist, da das entsprechende Target für diese Rash-Reaktion nicht bekannt ist. Damit kann in der Kontrollgruppe nicht geprüft werden, wie dieser Faktor zu interpretieren ist. Obwohl in der FLEX-Studie ein signifikanter Überlebensvorteil gezeigt wurde, erfolgte aufgrund der eben skizzierten offenen Fragen keine Zulassung bei der europäischen Zulassungsbehörde für Cetuximab zur Behandlung des Bronchialkarzinoms.

Tyrosinkinaseinhibitoren

a) Secondline-Behandlung
Die beiden Tyrosinkinaseinhibitoren Erlotinib und Gefitinib sind in der Behandlung des Bronchialkarzinoms in der Zweit- und Drittlinie etabliert. Dabei konnte für Erlotinib in der BR-21-Studie gegen Placebo ein signifikanter Überlebensvorteil im Einjahresüberleben von 31% versus 22% gezeigt werden [5]. Die vergleichbare Studie für Gefitinib versus Placebo ergab kein signifikantes Ergebnis, weshalb für die Second- oder Third-Line-Behandlung nur Erlotinib zugelassen wurde.
In einer weiteren Studie wurde Gefitinib gegen Docetaxel in der Secondline-Behandlung des NSCLC geprüft. Dabei zeigte sich eine vergleichbare Wirksamkeit, so dass davon ausgegangen werden kann, dass Gefitinib Second-line doch wirksam ist [6]. Für das Gesamtüberleben konnte in dieser Studie in Bezug auf die molekularen Marker kein prädiktiver Wert festgestellt werden. Das Überleben war unabhängig vom EGF-Rezeptor-Mutationsstatus, von der EGF-Rezeptor-Expression oder vom K-RAS-Mutationsstatus in beiden Gruppen vergleichbar, so dass in dieser Studie diese Faktoren als prognostisch für das Gesamtüberleben eingestuft werden müssen. Der EGF-Rezeptor-Mutationsstatus hatte allerdings einen deutlichen Einfluss auf das progressionsfreie Überleben zugunsten der Gefitinib-Gruppe, so dass hier eine Bestätigung dafür vorliegt, dass der Mutationsstatus einen prädiktiven Einfluss auf das progressionsfreie Überleben hat.

b) Firstline-Behandlung
Es wurde in einer Reihe von Studien geprüft, inwieweit eine Firstline-Behandlung mit einem Tyrosinkinaseinhibitor einer klassischen Firstline-Chemotherapie überlegen ist. Dabei konnte unabhängig von den Patientengruppen (guter oder schlechter Allgemeinzustand) gezeigt werden, dass eine Chemotherapie einer Therapie mit einem Tyrosinkinaseinhibitor überlegen ist. In der IPASS-Studie wurde dann bei ausgewählten Patienten mit Adenokarzinom und langjährigen Ex-Rauchern oder Nie-Rauchern dieses Studiendesign erneut geprüft, in dem 250 mg Gefitinib versus eine Standardchemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel verglichen wurde. Hintergrund dieser Studie sind bereits länger bestehende Hinweise darauf, dass der EGF-Rezeptor-Mutationsstatus für eine Wirksamkeit eines Tyrosinkinaseinhibitors entscheidend ist und dass diese Mutation bei asiatischen Patienten mit Adenokarzinom, die einen geringen Raucherstatus haben, vermehrt vorkommt [7]. In dieser Studie zeigte sich ein signifikanter Vorteil im progressionsfreien Überleben für die Therapie mit Gefitinib. Der Vorteil war allerdings nur aufzuzeigen bei Patienten, die einen positiven Mutationsstatus hatten. Bei Patienten mit negativem Mutationsstatus war eine sehr viel schlechtere Wirksamkeit festzustellen (Abb. 1). Damit erweist sich der EGF-Rezeptor-Mutationsstatus als prädiktiv für die Firstline-Behandlung des NSCLC. Patienten, bei denen eine aktivierende Mutation des EGF-Rezeptors vorliegt, sollten firstline mit Gefitinib behandelt werden.

0
Abb. 1: Progressionsfreies Überleben in Abhängigkeit von Mutationsstatus und Therapieform

Bevacizumab
Bevacizumab, der Antikörper gegen vascular endothel growth factor (VEGF), wurde firstline zur Chemotherapie dazugegeben. Dabei konnte das mediane Überleben durch die Zugabe von Bevacizumab bei Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom von 10,2 versus 12,5 Monate erhöht werden [8]. In einer zweiten Studie, in der die Behandlung mit Cisplatin und Gemcitabin durch Bevacizumab 7,5 oder 15 mg/kg ergänzt wurde, fand sich ebenfalls ein signifikanter Überlebensvorteil in Bezug auf das progressionsfreie Überleben [9]. Damit zeigt sich, dass die Zugabe von Bevacizumab zur Chemotherapie bei geeigneten Patienten das Überleben verbessert. Das Nebenwirkungsspektrum muss als moderat angesehen werden. Bei Patienten mit blutenden zentralen Tumoren oder mit Herzinsuffizienz oder Hypertonus muss die Behandlung vorsichtig erfolgen.

Prädiktive Faktoren
Histologie
Prädiktive Faktoren sind die Voraussetzung für eine Individualisierung einer Therapie. Als erster prädiktiver Faktor kann die Histologie angesehen werden. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Patienten mit Plattenepithelkarzinom und Patienten mit nichtplattenepithelialer Histologie. Aufgrund der Relevanz, die diese Unterscheidung hat, sind die Herausforderungen an die Pathologie gestiegen, hier relativ eindeutige Ergebnisse zu erzielen. Das gelingt recht gut. Man rechnet mit einer Rate von 5 bis 10% aller Patienten, bei denen keine eindeutige Zuordnung der Histologie möglich ist. Bei Patienten mit nichtplattenepithelialer Histologie ist in der Chemotherapie der Einsatz von Pemetrexed zu empfehlen, da eine eindeutige prädiktive Situation vorliegt. Als Ursache für diese Prädiktion wird der Thymidylatsynthase-Level angesehen. Ist dieser sehr hoch, wie es bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom häufig vorkommt, liegt keine Wirksamkeit von Pemetrexed vor, ist er niedrig, kann Pemetrexed wirksam sein.

Weiterhin ist Bevacizumab ebenfalls nur bei Patienten mit nichtplattenepithelialer Histologie einzusetzen. Der hier zugrundeliegende Mechanismus ist nicht bekannt.
Insgesamt muss aber festgestellt werden, dass die Histologie als prädiktiver Marker für eine klinische Therapieentscheidung durchaus sinnvoll ist, da bei fast allen Patienten dieser Parameter relativ einfach erhebbar ist und meistens vorliegt. Andererseits ist er recht unspezifisch, und es muss gefordert werden, dass der für den entsprechenden prädiktiven Vorteil verantwortliche molekulare Marker genau definiert wird, um die entsprechende Therapie noch individueller zu gestalten, da zum Beispiel auf eine Pemetrexed-Therapie nicht alle Patienten mit Adenokarzinom ansprechen.

EGF-Rezeptor-Mutationsstatus

Der EGF-Rezeptor-Mutationsstatus ist prädiktiv für eine Wirksamkeit von Gefitinib. Mutationen an den Exonen 18, 19, 20 oder 21 führen zur Aktivitätssteigerung des Rezeptors und damit zur Progression der Tumorerkrankung. Diese kann durch Gefitinib gehemmt werden. Damit dieser prädiktive Effekt entsprechend genutzt werden kann, müssen Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs auf den EGF-Rezeptor-Mutationsstatus getestet werden. In Europa rechnet man mit etwa 10 % positiven Tests bei diesen Patienten. Es ist bekannt, dass die EGF-Rezeptor-Mutation vermehrt bei asiatischen Patienten, bei Patienten mit Adenokarzinom, bei Frauen sowie bei Ex-Rauchern bzw. Nie-Rauchern auftritt. Der Großteil dieser Daten ist allerdings im asiatischen Raum erhoben worden, so dass die Situation für Europa nicht vollständig geklärt ist. Um diese Faktoren genau festzustellen, wird zur Zeit in Deutschland die sogenannte REASON-Studie durchgeführt, bei der 6000 neu diagnostizierte Patienten im Stadium III B und IV des NSCLC auf ihren Rezeptorstatus geprüft werden. Die Ergebnisse dieser Studie können dann Aufschluss geben, wie die Verteilung der Mutation bei deutschen Patienten zu erwarten ist.

Inwieweit bei Patienten, die nicht mutiert sind, in der Second- oder Thirdline-Therapie eine Behandlung mit einem Tyrosinkinaseinhibitor sinnvoll ist, muss im Moment noch als offen eingeschätzt werden. In einer Studie, in der Erlotinib versus Placebo als Erhaltungstherapie gegeben wurde, konnte ein Überlebensvorteil auch in der Patientengruppe der nicht mutierten Patienten festgestellt werden, weshalb im Moment diese Behandlung als Secondline oder Thirdline-Behandlung durchgeführt werden sollte. Ob diesem Mechanismus ein zweiter Effekt zugrundeliegt oder ob in der Studie Patienten mit Mutationen in relevantem Ausmaß nicht erkannt worden sind, muss dabei offen bleiben.

K-RAS
Bei einer K-RAS-Mutation ist davon auszugehen, dass eine Blockierung des EGF-Rezeptors nicht mehr sinnvoll ist, da die Informationskaskade durch das mutierte K-RAS nicht blockiert werden kann. Es gibt Hinweise darauf, dass auch beim Lungenkrebs eine Blockierung des EGF-Rezeptors durch den Antikörper oder durch die Tyrosinkinaseinhibierung bei K-RAS-Mutation nicht effektiv ist. Allerdings sind die Hinweise nicht eindeutig, weshalb eine Bestimmung des K-RAS-Mutationsstatus im Moment für die Behandlung des Lungenkrebses außerhalb von klinischen Studien keinen Stellenwert hat.

VEGF-Level
Bestimmungen des vascular-endothel-growth-factor-Levels zur Entscheidung für die Indikation einer Therapie mit dem Antikörper Bevacizumab haben keine Ergebnisse geliefert. Beim Pleuramesotheliom scheint bei hohem VEGF-Level der Einsatz nicht sinnvoll zu sein. Beim Lungenkrebs liegen für diese Situation keine validen Daten vor, so dass für Bevacizumab kein prädiktiver Faktor vorhanden ist.

Therapiealgorithmus

Nachdem ein nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom im Stadium III B oder IV diagnostiziert wurde, ist nach der Histologiegewinnung als nächster Schritt für die Therapieentscheidung die Bestimmung des EGF-Rezeptor-Mutationsstatus notwendig. Liegt eine EGF-Rezeptor-Mutation vor, dann ist eine Firstline-Therapie mit Gefitinib angezeigt. Liegt keine Mutation vor, ist als Firstline-Behandlung eine platinhaltige Zweifachkombination indiziert. Bei nichtplattenepithelialer Histologie ist als Platinpartner Pemetrexed, ein Taxan oder Vinorelbin anzuwenden. Die Zugabe von Bevacizumab muss geprüft werden. Bei einem Plattenepithelkarzinom sollten Gemcitabin oder ein Taxan eingesetzt werden. Ist die Histologie nicht eindeutig zu klären, ist eine Zweifachkombination mit Platin und einem Taxan oder Vinorelbin zu favorisieren.
In der Secondline-Behandlung bei Patienten mit einer Mutation ist die platinhaltige Zweifachkombination mit den histologieabhängigen Aspekten anzuwenden. Bei den anderen Patienten ist entweder eine Monotherapie mit Docetaxel oder mit Erlotinib als Second-Line-Therapie und als Third-Line-Therapie dann jeweils die andere Substanz indiziert (Abb. 2).

1
Abb. 2: Algorithmus für die Behandlung des metastasierten NSCLC

Zusammenfassung

In den letzten Jahren hat sich die Behandlung des nichtkleinzelligen Lungenkrebses deutlich gewandelt. Zur klassischen platinhaltigen Zweifach-Chemotherapie sind eine Reihe neuer Therapieoptionen hinzugekommen. Dazu sind das Chemotherapeutikum Pemetrexed zu nennen, das für Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom eine Therapieverbesserung bedeutet sowie die Target-Therapeutika Cetuximab, Gefitinib und Erlotinib oder Bevacizumab.
Diese Therapeutika, die einen gezielteren Einsatz in der Behandlung des Lungenkrebses möglich machen, führen dazu, dass die Behandlung zunehmend individualisiert werden kann. Damit wird erreicht, dass nur die Patienten entsprechende Therapien erhalten, die auch wirklich von diesen Therapien profitieren. Patienten, die nicht profitieren, müssen die teilweise nebenwirkungsreiche Therapie nicht erhalten und können damit geschont werden. Neben einem deutlichen medizinischen Vorteil ist auch ein ökonomischer Aspekt zu nennen, der dazu führt, dass die hochpreisigen Medikamente wirklich nur den Patienten angeboten werden, die diese Therapeutika benötigen. Damit ist ein medizinischer und wirtschaftlicher Fortschritt für die Behandlung des Lungenkrebses in den letzten Jahren erzielt worden.


Chefarzt
PD Dr. med. Wolfgang Schütte
Krankenhaus
Martha-Maria Halle-Dölau gGmbH
Röntgenstraße 1
06120 Halle (Saale)
Email: Wolfgang.Schuette@Martha-Maria.de

2
PD Dr. med. Wolfgang Schütte



Abstract
W. Schütte, S. Nagel, G. Haak, M. Steinert. Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau.
In the last ten years therapeutical options for non small cell lung cancer have changed. Next to standard chemotherapy the new chemotherapeutical drug Pemetrexed has been developed and also molecular drugs with targeted effects. Several trials showed differences in efficacy of treatment depending on histology. So Pemetrexed demonstrated increased efficacy and survival rates in patients with non squamous cell lung cancer. The well tolerated molecular drugs effect either a target within tumor cells or block receptors on the surface of tumor cells. Previous studies for small molecules showed positive correlation between response rates, improved survival and biomarker status. A positive EGFR mutation status is a strong predictive factor for a better outcome in treatment with tyrosinkinase inhibitor Gefitinib. Also patients with never/light ex-smoker status with adenocarcinoma benefit from targeted therapies. The use of predictive biomarkers precisely distinct if either squamous or non squamous cell carcinoma will lead to an individualized treatment. Thereby patients benefit distinctly with increased response/survival rate, improved quality of life because of less toxicities. Furthermore expenses of non-effective treatment will be saved.

Keywords: lung cancer, molecular drugs, target, predictive factor


Literatur
1. Ciuleanu, T., et al. „Maintenance pemetrexed plus best supportive care versus placebo plus best supportive care for non-small-cell lung cancer: a randomised, double-blind, phase 3 study.“ Lancet 374.9699 (2009): 1432-40.
2. Hanna, N., et al. „Randomized phase III trial of pemetrexed versus docetaxel in patients with non-small-cell lung cancer previously treated with chemotherapy.“ J.Clin.Oncol. 22.9 (2004): 1589-97.
3. Kim, E. S., et al. „Gefitinib versus docetaxel in previously treated non-small-cell lung cancer (INTEREST): a randomised phase III trial.“ Lancet 372.9652 (2008): 1809-18.
4. Mok, T. S., et al. „Gefitinib or carboplatin-paclitaxel in pulmonary adenocarcinoma.“ N.Engl.J.Med. 361.10 (2009): 947-57.
5. Pirker, R., et al. „Cetuximab plus chemotherapy in patients with advanced non-small-cell lung cancer (FLEX): an open-label randomised phase III trial.“ Lancet 373.9674 (2009): 1525-31.
6. Reck, M., et al. „Phase III trial of cisplatin plus gemcitabine with either placebo or bevacizumab as first-line therapy for nonsquamous non-small-cell lung cancer: AVAil.“ J.Clin.Oncol. 27.8 (2009): 1227-34.
7. Sandler, A., et al. „Paclitaxel-carboplatin alone or with bevacizumab for non-small-cell lung cancer.“ N.Engl.J.Med. 355.24 (2006): 2542-50.
8. Scagliotti, G. V., et al. „Phase III study comparing cisplatin plus gemcitabine with cisplatin plus pemetrexed in chemotherapy-naive patients with advanced-stage non-small-cell lung cancer.“ J.Clin.Oncol. 26.21 (2008): 3543-51.
9. Shepherd, F. A., et al. „Erlotinib in previously treated non-small-cell lung cancer.“ N.Engl.J.Med. 353.2 (2005): 123-32.

Quelle:


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Target-Therapie und Individualisierung beim nichtkleinzelligen Lungenkrebs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA25 virtuell
  • Real-life-Daten zur CAR-T-Zell-Therapie bei r/r DLBCL und BCP-ALL zeigen hohe Ansprechraten – neuer Prädiktor für Ansprechen identifiziert
  • CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit r/r DLBCL: TMTV als Prädiktor für frühen Progress
  • Sichelzellerkrankung: Verbesserung der Lebensqualität ist wichtigstes Therapieziel aus Sicht der Patienten – neue Behandlungsoptionen erwünscht
  • PV: Ruxolitinib senkt Hämatokrit und erhöht Phlebotomie-Unabhängigkeit im Real-world-Setting
  • Neuer BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei bisher unzureichend therapierten CML-Patienten in Phase-I-Studie wirksam
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
  • Real-world-Daten zeigen: Eltrombopag auch bei sekundärer ITP wirksam
  • CML: Hohe Rate an tiefem molekularen Ansprechen nach 24-monatiger Therapie mit Nilotinib in der Zweitlinie
  • Systemische Mastozytose: neuer Prädiktor für das OS entdeckt
  • MF: Real-world-Daten bestätigen relevante Reduktion des Mortalitätsrisikos unter dem Einfluss von Ruxolitinib