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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Februar 2015 Synchron metastasiertes Pankreaskarzinom

Kasuistik von Dr. Daniel Debatin, Heidelberg.

65-jährige Patientin mit hepatisch metastasiertem Pankreaskopfkarzinom. Die Patientin mit aktiver Hepatitis-B hatte im Vorfeld eine Cholangitis und war mit einem biliären Stent versorgt worden.

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Diagnostik

12/2013: Erstdiagnose synchron hepatisch metastasiertes Pankreaskopfkarzinom. Laborparameter: Hb 11,1 g/dl, hypochrom, mikrozytär. CRP 26,8 mg/l, Bilirubin 0,5 mg/dl, GGT 166 U/l, AP 114 U/L, normale GOT und GPT, CA 19-9 179 kU/l. ECOG PS 0.

Therapie und Verlauf

2-4/2014: 3 Zyklen nab-Paclitaxel + Gemcitabin. Nab-Paclitaxel mit 85% Dosis, Gemcitabin 70% Dosis. Die Verträglichkeit der Therapie war gut, das Gewicht stabil. Es trat keine periphere Neuropathie (PNP) auf.

4/2014: CT-Abdomen: leichte Besserung der Leberfiliae, leichter Abfall des CA 19-9 auf 109 kU/l.

5-7/2014: Weitere 3 Zyklen nab-Paclitaxel + Gemcitabin (d.h. insg. nun 6 Zyklen). Die Verträglichkeit war anhaltend gut, das Gewicht weiterhin stabil, gering ausgeprägte PNP. Einlage eines Metall-Stents.

7/2014: CT-Abdomen: geringe Rückbildung der Leberfiliae, Anstieg des CA19-9 auf 171 kU/l, nun ECOG 1.

7-9/2014: Die Therapie mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin wurde mit weiteren 3 Zyklen fortgesetzt, der 1. (7.) Zyklus ohne nab-Paclitaxel wegen milder PNP, ab 2. (8.) Zyklus wieder mit nab-Paclitaxel bei stabiler PNP. Die Verträglichkeit war weiterhin gut, das Gewicht blieb stabil. 2x kam es zu Therapieverzögerungen wegen Thrombo- und Leukopenie, einmal zu stationärem Aufenthalt wegen Pneumonie.

9/2014: CT-Abdomen: Progress der Leberfiliae, keine neuen Metastasen. Deutlicher Anstieg des CA 19-9 auf 1.106 kU/l, ECOG 1. Umstellung auf Chemotherapie mit OFF (Oxaliplatin, 5-FU/FS). Die Verträglichkeit ist gut, das Gewicht weiterhin stabil, der CA 19-9 ist auf 732 kU/l gefallen.

Zusammenfassung

Die Präferenz lag auf einer Erstlinientherapie mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin, da die höhere Rate an schweren Neutropenien unter FOLFIRINOX bei dieser Patientin wegen des biliären Stents das Risiko einer Cholangitis erhöht hätte (1). Die Rate an schweren Neutropenien (Grad 3/4) unter FOLFIRINOX betrug 45,7% (Conroy et al. NEJM 2011). Zu febrilen Neutropenien kam es im Rahmen dieser Studie bei 5,4% der Patienten unter FOLFIRINOX, unter nab-Paclitaxel + Gemcitabin in der MPACT-Studie waren es 3,0%. Nab-Paclitaxel + Gemcitabin ist eine effektive zugelassene Erstlinientherapie des metastasierten Pankreaskarzinoms. Im Update der MPACT-Studie (2) betrug im Gesamtkollektiv der mediane Überlebensvorteil vs. Gemcitabin 2,1 Monate. Für die westeuropäischen Patienten lag das mediane Gesamtüberleben bei 10,7 Monaten und damit im Bereich des Ergebnisses der Conroy-Studie mit FOLFIRINOX, die median 11,1 Monate Gesamtüberleben gezeigt hatte.

Literaturhinweise:
(1) Kim R et al. Lancet Oncol. 2011; 12: 8-9.
(2) Goldstein D et al. J Clin Oncol 32, 2014 (suppl 3; abstr 178^).


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