Donnerstag, 18. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. April 2014 Supportivtherapie - Denosumab unterbricht den Teufelskreis

DKK 2014 - Supportivtherapie

Der Antikörper Denosumab (XGEVA®) wirkt als RANK-Ligand-Inhibitor hemmend auf Bildung, Funktion und Überleben von knochenresorbierenden Osteoklasten. Dadurch wird die mit dem Knochenabbau verbundene Freisetzung von tumorfördernden Wachstumsfaktoren aus der Knochenmatrix gehemmt und dem Knochenabbau auf molekularer Ebene entgegengewirkt. Denosumab unterbricht auf diese Weise den Teufelskreis aus Tumorwachstum, Knochenabbau und der Freisetzung von Wachstumsfaktoren, wodurch das Auftreten von Knochenkomplikationen verzögert wird (1, 2).

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Denosumab konnte bei mehr als 5.700 Tumorpatienten bestätigt werden (3-5). Denosumab zeigte in einer Phase-III-Studie an 1.901 Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom eine signifikante Überlegenheit gegenüber dem Bisphosphonat Zoledronsäure. Das Risiko einer ersten Knochenkomplikation sank bei der Behandlung mit Denosumab um 18% (HR 0,82; 95% Cl 0,71-0,94) (4) und verzögerte das Auftreten einer Knochenkomplikation um 8,2 Monate (6). Auch die mediane Dauer bei Mammakarzinom-Patientinnen mit keinen oder leichten Schmerzen zu Beginn bis zur Verschlimmerung von Schmerzen und der Notwendigkeit der Einnahme von starken Schmerzmitteln war bei einer osteoprotektiven Therapie mit Denosumab im Vergleich zu Zelodronsäure um 119 Tage verzögert (7). Dadurch wird der Opioidbedarf deutlich reduziert und den Patienten wird ein Zugewinn an lebenswerter Zeit ermöglicht (8). Zudem konnte das Gesamtüberleben bei Patientinnen mit Lungenkarzinom um 1,2 Monate verlängert werden (9).

Aufgrund seiner hohen Wirksamkeit sollte der Einsatz von Denosumab frühzeitig beginnen, damit die Patienten länger aktiv am Leben teilhaben können.

cm

Literatuhinweise:
(1) Roodmann GD et al. N Engl J Med 2004; 350:1655-1664.
(2) Mundy GR et al. Nat rev Cancer 2002; 2: 584-93.
(3) Stopeck A et al. J Clin Oncol 2010; 35:5132-5139.
(4) Fizazi K et al. Lancet 2011; 377:813-22.
(5) Henry DH et al. J Clin Oncol 2011; 29: 1125-32.
(6) Lipton A et al. Ann Oncol 2010; 21(suppl.8) abstract P1249.
(7) Stopeck A et al. J Clin Oncol. 2010;28(7s); Abstract 1024.
(8) Cleeland CS et al. Ann Oncol 2010; 21(Suppl 8):Viii379 (Abstract 1248P).
(9) Scagliotti GV et al., J Thorac Onc 2012; 7: 1823-1829.

Amgen-Symposium "Supportive Therapie - am Ende?" im Rahmen des DKK, Berlin, 21.02.14


Das könnte Sie auch interessieren

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet
© Andrey Popov / fotolia.com

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie...

Dem hellen Hautkrebs keine Chance

Mit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings Mitte 2008 sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle sprunghaft angestiegen: Pro Jahr wird hierzulande bei inzwischen rund 18.000 Menschen schwarzer und bei mehr als 140.000 Menschen heller Hautkrebs neu festgestellt. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist die Erkrankung "Hautkrebs"zwar für mehr als die Hälfte der Befragten ein besorgniserregendes Thema, doch...

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Supportivtherapie - Denosumab unterbricht den Teufelskreis"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren