Montag, 22. April 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Oktober 2015 Studie zur Therapie beim metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Urothelkarzinom

H. Rexer, Geschäftsstelle der AUO.

A Phase III Randomized Clinical Trial of Pembrolizumab (MK-3475) versus Paclitaxel, Docetaxel or Vinflunine in Subjects with Recurrent or Progressive Metastatic Urothelial Cancer (Keynote 045) – AP 48/15 der AUO.

Anzeige:

Für die Therapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms nach Platin-haltiger Therapie stehen wenig chemotherapeutische Optionen zur Verfügung. Zudem sind die Erfolgsaussichten bestehender Therapieoptionen für Patienten mit Tumorrekurrenz oder Progression begrenzt.

Pembrolizumab (MK-3475) ist ein monoklonaler Antikörper, der die Interaktion von PD-1 und dessen Liganden PD-L1 und PD-L2 direkt blockiert. Durch diese Stimulierung der PD-1/PD-L1-Immunreaktion soll das Ausschalten der körpereigenen Immunabwehr durch T-Zellen verhindert werden. Bisherige Studien haben Hinweise auf eine Verbesserung des Tumoransprechens ergeben.

Die nun vorliegende Studie soll prüfen, ob der Einsatz von Pembrolizumab bei Patienten mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem/nicht resektablem Urothelkarzinom nach Rekurrenz oder Progression unter Platin-haltiger Therapie eine Verbesserung im Gesamtüberleben erreichen kann. Hauptstudienziel ist dementsprechend das Gesamtüberleben sowie das progressionsfreie Überleben. Als sekundäre Studienziele werden unter anderem die Sicherheit und Verträglichkeit der Therapie sowie die objektive Ansprechrate untersucht. Die Therapie in der Studie erfolgt nach stratifizierter 1:1-Randomisation; im Prüfarm mit einer Monotherapie aus Pembrolizumab 200 mg/m², im Kontrollarm wird entweder mit 175 mg/m² Paclitaxel, mit 75 mg/m2 Docetaxel oder mit 320 mg/m² Vinflunin behandelt, hier kann der jeweilige Prüfarzt wählen. Alle Therapien werden bis zum Auftreten einer Tumorprogression fortgeführt, anschließend folgt das Follow-up für Safety- und Überlebenszeitdaten.

Die randomisierte, offene, kontrollierte internationale Phase-III-Studie wird in einigen EU-Ländern und in den USA durchgeführt und soll in 12 Monaten ca. 470 Patienten einbringen. In Deutschland nehmen 6 Zentren (Abb. 1) teil, die ca. 28 Patienten zur Studie beitragen sollen. Alle Zentren sind für Zuweisungen von geeigneten Patienten dankbar, bitte entnehmen Sie die Kontaktdaten zu den Zentren Tabelle 1. Im Folgenden finden Sie Ein- und Ausschlusskriterien der Studie, so dass Sie bereits im Vorfeld geeignete Patienten auswählen können.
 

Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.
Tab. 1: Teilnehmende Studienzentren.
Tab. 1: Teilnehmende Studienzentren.

 

Einschlusskriterien (Auswahl)

- Histologisch oder zytologisch gesichertes Urothelkarzinom des Nierenbeckens, des Harnleiters, der Harnblase oder der Harnröhre. Zulässig sind sowohl Tumorhistologien mit urothelialen Zellen als auch Tumorhistologien mit Mischformen aus urothelialen und nicht urothelialen Zellen, sofern die Histologie durch das Urothelkarzinom dominiert wird.
- Tumorprogression oder Rezidiv des Urothelkarzinoms nach einer Platin-haltigen Firstline-Chemotherapie (Cisplatin oder Carboplatin) zur Behandlung des metastasierten oder nicht-resezierbaren lokal fortgeschrittenen Tumors; adjuvante Platin-haltige Chemotherapie nach Durchführung einer Zystektomie bei einem lokalisierten, muskelinvasiven Urothelkarzinom mit einem Rezidiv bzw. einer Progression ≤ 12 Monate nach Abschluss der Therapie; neoadjuvante Platin-haltige Chemotherapie vor Durchführung einer Zystektomie bei einem lokalisierten, muskelinvasiven Urothelkarzinom mit einem Rezidiv ≤ 12 Monate nach Abschluss der Therapie
- Frühere Anwendung von maximal 2 Linien einer systemischen Chemotherapie zur Behandlung des Urothelkarzinoms
- Möglichkeit der Bereitstellung einer Probe archivierten Tumorgewebes oder eines mittels Stanzbiopsie oder Exzisionsbiopsie frisch entnommenen Biopsats einer unbestrahlten Tumorläsion für Biomarkeruntersuchungen
- Messbarer Tumor
- ECOG-Performance-Status 0, 1 oder 2 (ECOG: Eastern Cooperative Oncology Group)
- Angemessene Organfunktion
- Gebärfähige Studienteilnehmerinnen: Zustand nach operativer Sterilisation oder negativer Urin- oder Serum-Schwangerschaftstest und Bereitschaft zur Anwendung von 2 zulässigen Empfängnisverhütungsmethoden oder Verzicht auf heterosexuellen Geschlechtsverkehr, und zwar während der Dauer der klinischen Prüfung sowie bis 120 Tage über die letzte Anwendung von Pembrolizumab bzw. bis 180 Tage über die letzte Anwendung von Paclitaxel, Docetaxel oder Vinflunin hinaus
- Männliche Studienteilnehmer: Bereitschaft zur Anwendung einer geeigneten Empfängnisverhütungsmethode, und zwar von der ersten Anwendung der Studienbehandlung bis 120 Tage über die letzte Anwendung von Pembrolizumab bzw. bis 180 Tage über die letzte Anwendung von Paclitaxel, Docetaxel oder Vinflunin hinaus


Ausschlusskriterien (Auswahl)

- Vorliegen eines Urothelkarzinoms, das für eine lokale Therapie mit kurativer Absicht geeignet ist
- Aktuelle Teilnahme an einer klinischen Prüfung zu einem in Erprobung befindlichen Präparat oder Produkt oder Teilnahme an einer solchen klinischen Prüfung innerhalb von 4 Wochen vor der ersten Anwendung der Studienbehandlung
- Diagnostizierte Immunschwäche oder Anwendung systemischer Steroide oder anderer immunsuppressiver Therapien innerhalb von 7 Tagen vor der ersten Anwendung der Studienbehandlung
- Anwendung eines antitumoralen monoklonalen Antikörpers innerhalb von 4 Wochen vor Studientag 1 oder noch nicht vollständig abgeklungenes unerwünschtes Ereignis in Zusammenhang mit Arzneimitteln, deren Anwendung länger als 4 Wochen zurückliegt
- Vorbehandlung mit einer Chemotherapie, einem zielgerichteten chemisch definierten Arzneimittel (Nicht-Biologikum) oder einer Strahlentherapie innerhalb von 2 Wochen vor Studientag 1 oder noch nicht vollständig abgeklungenes unerwünschtes Ereignis in Zusammenhang mit einem zuvor angewendeten Arzneimittel
- Vorbehandlung mit allen der aktiven Vergleichspräparate
- Sonstige bekannte maligne Erkrankung mit Progression oder Notwendigkeit einer aktiven Behandlung (hiervon ausgenommen sind ein Basalzellkarzinom der Haut, ein Plattenepithelkarzinom der Haut, das mit einer potenziell kurativen Therapie behandelt wurde, ein Karzinom in situ oder ein Prostatakarzinom, das zufällig im Rahmen einer Zystoprostatektomie bei Vorliegen eines Harnblasenkarzinoms identifiziert wurde und auf das die folgenden Kriterien zutreffen: Stadium ≤ T2N0M0, Gleason-Score ≤ 6 oder PSA unterhalb der Nachweisgrenze)
- Bekanntes Vorliegen aktiver ZNS-Metastasen und/oder einer Meningitis carcinomatosa
- Vorliegen einer aktiven Autoimmunerkrankung mit Notwendigkeit einer sys- temischen Behandlung innerhalb der letzten 3 Monate oder dokumentiertes anamnestisch bekanntes Vorliegen einer klinisch schweren Autoimmunerkrankung bzw. eines klinisch schweren Autoimmunsyndroms mit Notwendigkeit einer systemischen Behandlung oder einer Behandlung mit Immunsuppressiva
- Akute Herzerkrankung
- Hinweise auf eine interstitielle Lungenerkrankung oder eine akute nichtinfektiöse Pneumonitis
- Vorliegen einer aktiven Infektion mit Notwendigkeit einer systemischen Therapie
- Anamnestisch bekannte schwere Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber Paclitaxel oder Docetaxel oder anderen Präparaten, die Polysorbat 80 oder polyoxyethyliertes Rizinusöl enthalten, oder gegenüber Vinflunin oder anderen Vinca-Alkaloiden
- Notwendigkeit einer durchgängigen Therapie mit einem starken CYP3A4-Inhibitor (CYP3A4: Cytochrom-P3A4-Enzyme)
- Schwangerschaft oder Stillzeit oder Absicht, während der voraussichtlichen Dauer der klinischen Prüfung (vom Screeningbesuch bis 120 Tage über die letzte Anwendung von Pembrolizumab bzw. bis 180 Tage über die letzte Anwendung von Paclitaxel, Docetaxel oder Vinflunin hinaus) schwanger zu werden bzw. ein Kind zu zeugen
- Vorbehandlung mit Antikörpern gegen PD-1 (programmed cell death protein 1) oder PD-L1 (programmed cell death ligand 1) oder mit einem Wirkstoff, der gegen einen anderen ko-inhibitorischen T-Zell-Rezeptor gerichtet ist
- Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV)
- Aktive Hepatitis B oder Hepatitis C
- Immunisierung mit einem attenuierten viralen Impfstoff innerhalb von 30 Tagen vor dem geplanten Beginn der Studienbehandlung


Das könnte Sie auch interessieren

Klinische Studien in der Krebstherapie – Informationen für Patienten

Klinische Studien in der Krebstherapie – Informationen für Patienten
© Alexander Raths / Fotolia.com

Für Krebspatienten ist die Teilnahme an einer Studie mit der Chance verbunden, frühzeitig Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden zu bekommen, die im klinischen Alltag nicht erhältlich sind. Neue Wirkstoffe bieten viele Chancen, können aber auch unbekannte Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Das ONKO-Internetportal erläutert, welche Arten von Studien es in der Krebstherapie gibt und was Patienten, die sich für eine Studienteilnahme interessieren,...

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?
© Frantab / Fotolia.com

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, verändert sich in einem Augenblick das gesamte Leben der Familie – Gefühle, Gedanken, der Alltag. Für die Eltern krebskranker Kinder ist es eine große Belastung, sich in der neuen Lebenssituation mit den Unsicherheiten und Verlustängsten zurechtzufinden. In dieser schwierigen Situation gibt es viele unterstützende Angebote. Das ONKO-Internetportal stellte in seinem Monatsthema eine Auswahl davon vor.

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Studie zur Therapie beim metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Urothelkarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.