Donnerstag, 29. Oktober 2020
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. März 2010 Standard of Care beim metastasierten Nierenzellkarzinom

29. Deutscher Krebskongress, Berlin, 24. bis 27. Februar 2010

Durch neue Erkenntnisse zum Pathomechanismus und durch die Entwicklung neuer Arzneimittel wie Tyrosinkinase- und mTOR-Hemmer hat sich die Prognose von Patienten mit Nierenzellkarzinom dramatisch verbessert.
Anzeige:
Pegfilgrastim
0
Abb. 1: Die breite Evidenzbasis für den Einsatz von Sunitinib beim mRCC spiegelt sich in den Empfehlungen nationaler und internationaler Fachgesellschaften wider. Die Abbildung zeigt die die aktuellen Empfehlungen der European Society for Medial Oncology (ESMO).

Während vor der Ära der modernen Therapien das mediane progressionsfreie Überleben der Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom mit Best Supportive Care bei 2 bis 3 Monaten und mit Interferon alfa bei 3 bis 5 Monaten lag, erreicht man nun mit dem Multikinasehemmer Sunitinib (Sutent®) im Median 11 Monate. Das Gesamtüberleben stieg von 7 bis 9 Monaten mit Best Supportive Care auf 26,4 Monate mit Sunitinib-Behandlung. Wie Prof. M. Schmidinger, Wien, betonte, ist die Wahl der Erstlinientherapie richtungsweisend für den weiteren Behandlungsverlauf. Daher sollte, „gemäß dem etablierten onkologischen Prinzip“ die Entscheidung zu Gunsten des wirksamsten Medikaments getroffen werden. Sunitinib sei hier eine sehr attraktive Option. Bei Patienten mit schlechtem Risikoprofil hat sich der mTOR-Hemmer Temsirolimus (Torisel®) als wirksam erwiesen. Es ist die bislang einzige Substanz, die bei diesen Patienten eine Lebensverlängerung zeigen konnte.+
Diese Ergebnisse spiegeln sich auch in den aktuellen Leitlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO) zur Behandlung des metastasiertem Nierenzellkarzinoms wieder: Bei Patienten mit niedrigem und mittlerem Risiko wird Sunitinib oder Bevacizumab/Interferon zur Erstlinientherapie empfohlen, bei Patienten mit hohem Risiko ist es Temsirolimus, Sunitinib steht hier als weitere Option zur Verfügung.
Wie Priv.-Doz. Dr. Edwin Herrmann von der Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Münster berichtete, schlägt auch die European Association of Urology (EAU) für mRCC-Patienten mit niedrigem oder mittlerem Risiko Sunitinib oder Bevacizumab plus Interferon alfa als Erstlinientherapie vor, für Patienten mit hohem Risiko steht ebenfalls Temsirolimus an erster Stelle. „Die Qual der Wahl ist ein Segen“, sagte Herrmann, denn die Überlebenschancen der Patienten werden umso höher, je mehr aktive Substanzen zur Therapie zur Verfügung stehen.
Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

Pressekonferenz „Standard of Care beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC): Evidenz, Leitlinien und klinischer Alltag 2010“, 26.02.2010. Pfizer Oncology

Quelle:


Anzeige:
Kyprolis

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Standard of Care beim metastasierten Nierenzellkarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab