Dienstag, 22. September 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

31. Juli 2015 Seltene Malignome des Urogenitaltrakts beim Mann

Anzeige:

Axel_Heidenreich_AachenIn der vorliegenden Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE finden Sie Übersichtsartikel zu den seltenen Malignomen des Urogenitaltrakts: dem Peniskarzinom und den testikulären Keimzelltumoren. Beide Malignome gehören mit einer Inzidenz von 1:100.000 bzw. 10:100.000 zu den sehr seltenen soliden Tumoren des Mannes, die bezüglich der Diagnostik und Therapie einer sehr hohen Expertise bedürfen, um einen kurativen Therapieansatz nicht zu verpassen.

Während die Diagnostik und Therapie der testikulären Keimzelltumoren auf einem hohen Evidenzniveau standardisiert erfolgen muss, existieren für die Diagnostik und die Therapie des Peniskarzinoms nur wenige prospektive klinische Studien, die gerade bei den fortgeschrittenen Malignomen zu verlässlichen und etablierten systemischen Therapieprotokollen führen. Für den klinischen Alltag ist zu berücksichtigen, dass die inguinale Lymphadenektomie beim Peniskarzinom eine kurative Therapie darstellt und deshalb bei allen Patienten mit Risikofaktoren des Primärtumors, palpablen und komplett resektablen Lymphadenopathien an erster Stelle der therapeutischen Kaskade stehen sollte. Induktive systemische zytotoxische Therapien, molekulare Ansätze und radioonkologische Optionen in Anlehnung an andere Plattenepithelkarzinome repräsentieren die Domäne der Therapie lokal fortgeschrittener oder systemisch metastasierter Tumoren. Spätestens in diesen Tumorstadien sollte eine Überweisung an ein tertiäres Zentrum erfolgen. Aufgrund der Seltenheit des Tumors sollten möglichst alle Patienten in das von Herrn PD Dr. Protzelt an der Uniklinik Rostock geleitete Register gemeldet werden.

Die Diagnostik und Therapie der testikulären Keimzelltumoren mit günstiger Prognose können nach Einholung einer Zweitmeinung (http://zm-hodentumor.de) dezentral erfolgen. Patienten mit intermediärer oder ungünstiger Prognose, rezidivierenden Keimzelltumoren oder postchemotherapeutischer Residualtumorresektion gehören in die Hände tertiärer Referenzzentren. Nationale und internationale klinische Studien haben für dieses Patientenkollektiv deutlich bessere langfristige Heilungsraten an Referenzzentren im Vergleich zu nicht spezialisierten Kliniken gezeigt. In diesem Zusammenhang geben die beiden Artikel zur organerhaltenden Hodentumorchirurgie sowie zur postchemotherapeutischen Residualtumorresektion eine Orientierung zu den Standards der nationalen und internationalen Leitlinien. Diese fordern unter anderem eine hohe Expertise in der Applikation der systemischen Chemotherapie, insbesondere der Hochdosischemotherapie sowie der Residualtumorresektion mit mehr als 10 Therapien bzw. mehr als 20 operativen Eingriffen jährlich.

Ihr Univ.-Professor Dr. med. Dr. h. c. Axel Heidenreich, Aachen


Anzeige:
Fachinformation

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Seltene Malignome des Urogenitaltrakts beim Mann"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA25 virtuell
  • Real-life-Daten zur CAR-T-Zell-Therapie bei r/r DLBCL und BCP-ALL zeigen hohe Ansprechraten – neuer Prädiktor für Ansprechen identifiziert
  • CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit r/r DLBCL: TMTV als Prädiktor für frühen Progress
  • Sichelzellerkrankung: Verbesserung der Lebensqualität ist wichtigstes Therapieziel aus Sicht der Patienten – neue Behandlungsoptionen erwünscht
  • PV: Ruxolitinib senkt Hämatokrit und erhöht Phlebotomie-Unabhängigkeit im Real-world-Setting
  • Neuer BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei bisher unzureichend therapierten CML-Patienten in Phase-I-Studie wirksam
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
  • Real-world-Daten zeigen: Eltrombopag auch bei sekundärer ITP wirksam
  • CML: Hohe Rate an tiefem molekularen Ansprechen nach 24-monatiger Therapie mit Nilotinib in der Zweitlinie
  • Systemische Mastozytose: neuer Prädiktor für das OS entdeckt
  • MF: Real-world-Daten bestätigen relevante Reduktion des Mortalitätsrisikos unter dem Einfluss von Ruxolitinib