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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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28. August 2012

European Hematology Association (EHA) 2012

Seltene Lymphome – Therapieoptimierung durch Bendamustin

Dieses Jahr wurden auf dem Amerikanischen Krebskongress (ASCO) die Langzeitergebnisse der deutschen NHL 1-2003-Studie vorgestellt. Demnach ist die Kombination Bendamustin plus Rituximab (B-R) im direkten Vergleich zu CHOP-R überlegen und besser verträglich (1). Diese nun studienmäßig belegte Tatsache gilt nicht nur bei follikulären Lymphomen (FL), sondern Experten beim EHA stellten heraus, dass sich mit dieser Kombination auch seltene Lymphome wie das Mantelzell-Lymphom (MCL), der Morbus Waldenström (MW) und das Marginalzonen-Lymphom (MZL) effektiv und verträglich behandeln lassen.

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Trotz beträchtlicher Fortschritte in der Therapie der lymphoproliferativen Erkrankungen in den letzten Jahren, erweisen sich in der Praxis die seltenen Lymphome immer noch als schwierig behandelbar, bemerkte Prof. Martin Dreyling, München. Dies liegt u.a. an zu geringen Erfahrungswerten, aber auch an zu wenigen Studiendaten, die zumeist auch noch aus Phase-II-Studien stammten. „Durch die NHL 1-2003-Studie haben wir endlich auch Phase-III-Studiendaten bei seltenen Lymphomen, da die Studie diese miterfasst“, so Dreyling. Nicht nur Patienten mit einem FL profitierten signifikant von der B-R-Therapie (p<0,001), sondern ebenso ist diese Behandlung bei Betroffenen mit MW und MCL signifikant überlegen. „Zukünftig brauchen wir allerdings noch mehr Daten, damit wir auch Patienten mit seltenen Lymphomen eine bessere Behandlung anbieten können“, fügte Dreyling an.

Hoher Nutzen von B-R bei M. Waldenström

Ein solch seltenes Lymphom ist der MW, welches eine Inzidenz von rund 10 Neuerkrankungen pro 1 Million Einwohner pro Jahr aufweist. „Der Morbus Waldenström ist immer noch unterschätzt und zu wenig behandelt, aber bei Symptomen sollte nicht gezögert und therapiert werden“, forderte Prof. Steve Treon, Boston, USA. Die verschiedenen Therapiemöglichkeiten wie Bendamustin, Bortezomib, Cyclophosphamid und Thalidomid-basierte Rituximab-Therapien erlauben laut Treon aktive Behandlungen, die maßgeschneidert genutzt werden können. Nicht nur in der Erstlinie, sondern auch beim refraktären oder rezidivierten MW wird die Kombination B-R erfolgreich eingesetzt (2). „Insbesondere für bulky disease scheint diese Therapie eine exzellente Option zu sein“, betonte Treon. In seiner Studie erhielten 30 Patienten mit refraktärer/rezidivierter Erkrankung B-R (Bendamustin 90 mg/m2 i.v. an Tag 1, 2 und Rituximab 375 mg/m2 i.v. an Tag 1 oder 2). Zum Zeitpunkt des besten Ansprechens sank der mediane Serum-IgM-Spiegel signifikant (p<0,0001) und der Hämatokrit-Wert stieg signifikant an (p=0,0002) (Abb. 1). Die Gesamtansprechrate betrug 83,3%. Abschließend berichtete Treon, dass derzeit weitere Therapieoptionen beim MW untersucht werden. Neben der Erhaltungstherapie mit Rituximab bietet sich der individuell abgestimmte Einsatz von Nukleosidanaloga an.

 

Abb. 1: Bendamustin: Deutlicher Therapieerfolg durch B-R bei
Patienten mit einem rezidivierten
oder refraktären Morbus
Waldenström (nach (2)).
 

Fortschritte bei weiteren seltenen Lymphomen

Im Gegensatz zu anderen indolenten Lymphomen gilt das MCL als ziemlich aggressiv und obwohl diese Entität nur 6% aller Non-Hodgkin-Lymphome betrifft, sind Therapieoptimierungen dringend nötig. „Dies betrifft v.a. die älteren Patienten, bei denen sich Transplantationen und Hochdosistherapien nur eingeschränkt durchführen lassen“, sagte Prof. Simon Rule, Plymouth. Eine eigene Studie, die MCL-Patienten aller Altersstufen einschloss, konnte zeigen, dass die Hinzunahme von Rituximab zur Fludarabin-Cyclophosphamid (FC)-Therapie zu einem verbesserten Gesamtüberleben führt (3). Allerdings lebten die über 70-jährigen Patienten in dieser Studie signifikant kürzer (p=0,001) und erlitten zudem noch häufiger lebensbegrenzende Infektionen. Dies zeigt die klinischen Schwierigkeiten bei dieser Erkrankung noch einmal deutlich auf. Rule hält dagegen B-R aufgrund der Effektivität und Verträglichkeit auch bei älteren Patienten für den neuen Standard. 18% der Patienten in der Studie NHL1-2003 (n=93) hatten ein MCL und ein medianes Alter von 70 Jahren. Das progressionsfreie Überleben verlängerte sich durch B-R von 22,1 auf 35,4 Monate (p=0,0061). Zudem verbesserte sich die Verträglichkeit. Die in der Studie verwendete Bendamustin-Dosierung von 90 mg/m² optimiert nach Meinung von Rule den Einsatz und das Nutzen-Verträglichkeitsprofil.

Ebenso könnte diese Kombination nach Ansicht von Prof. Antonio Salar, Barcelona, Spanien, einen therapeutischen Durchbruch bei fortgeschrittenen MZL bedeuten. Salar sagte abschließend: „Die Kombination aus Bendamustin und Rituximab ist unserer Erfahrung nach eine exzellente Option für die Erstlinientherapie von MZL-Patienten.“

Bettina Reich

Symposium „NHL: Improving outcomes in rare lymphomas?“, EHA 2012; Veranstalter: Mundipharma

Literaturhinweise:
(1) Rummel M. et al. J Clin Oncol 30, 2012 (suppl; abstr 3).
(2) Treon S.P. et al. Clin Lymphoma Myeloma Leuk. 2011;11(1):133-5.
(3) Rule S. et al. Blood 2011;118, Abstract 440.

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