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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Januar 2020 SABCS 2019: Was gab es an praxisrelevanten News? Perspektive des niedergelassenen gynäkologischen Onkologen.

Dr. Jörg Schilling, Vorsitzender des Berufsverbands Niedergelassener Gynäkologischer Onkologen in Deutschland (BNGO) e.V., kommentiert die beim San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2019 präsentierten Daten und seine persönliche Sicht auf den diesjährigen Kongress. Den aufgezeichneten Kommentar von Dr. Schilling sehen Sie online unter www.med4u.org/16380.
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Fachinformation
Jörg Schilling
„Wie immer war auch dieser SABCS für uns, die wir uns tagtäglich mit der Erkrankung Brustkrebs beschäftigen, sehr interessant. Denn hier werden uns die neuesten Daten zum Thema Mammakarzinom exklusiv präsentiert und nicht im Kontext anderer Tumorerkrankungen, wie bei den ganz großen Kongressen.“
„Es ist schön zu sehen, was wir Ärzte durch gemeinsame Arbeit in den vergangenen etwa 30 Jahren für unsere Patientinnen erreicht haben – eine Umkehr der Prognose von 80% der Fälle zum wahrscheinlichen Versterben an der Erkrankung in den 1980er Jahren zur heutigen wahrscheinlichen Heilung in derselben Größenordnung. Das verdanken wir vielen Faktoren und dem Zusammenspiel vieler Disziplinen: Früherkennung, molekulare Diagnostik, Pathologie, gezielte Therapien, optimierte Supportivtherapie, Rehabilitation und Nachsorge. Das ist toll, aber wir haben immer noch etwa 20% der Frauen, die wir noch nicht heilen können. Bei einem Kongress wie dem SABCS erhoffen wir uns daher Hinweise, wie wir auch diesen Patientinnen besser helfen können. Hier wurden viele neue Studien vorgestellt, aber ich konnte keinen aus praktischer Sicht großartigen Durchbruch sehen. Einen Hoffnungsschimmer für HER2-positive Patientinnen mit Hirnmetastasen stellt eventuell der small molecule HER2-Inhibitor Tucatinib dar, der in der in der Plenary Session 1 vorgestellten HER2Climb-Studie vielversprechende Daten gezeigt hat. Hierzu können Sie den Kommentar von Frau Prof. Loibl unter www.med4u.org/16369 ansehen.

Eine wichtige Frage, die uns vor allem unsere postmenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor-positiven Tumoren stellen, ist: Wie lange muss ich diese Tabletten noch nehmen? Der bisherige Datenstand sagte, dass die verlängerte adjuvante Therapie eigentlich nur für Patientinnen mit erhöhtem Rezidivrisiko die Nebenwirkungen der Therapie aufwiegt. Hören Sie hierzu den Kommentar von Prof. Thomssen, der die aktuellen Daten für Sie aufgearbeitet hat: www.med4u.org/16376.

Wir als niedergelassene Ärzte betreuen Patientinnen nicht nur während einer kurativen Therapie, sondern über einen langen Zeitraum, das heißt auch in der Nachsorge, und damit sehen wir auch die Langzeitfolgen. Die Frauen gelten als geheilt, aber ihre Lebensqualität ist oft nicht dieselbe wie vor der Erkrankung und Behandlung. Sie leiden trotz der ihnen therapeutisch genannten Heilung unter z.B. Schlafstörungen, chronischer Erschöpfung, Schwäche, Knochenschmerzen, Depressionen und Ängsten. Junge Frauen, auf denen eine familiäre und oft auch finanzielle Belastung als Zweit- oder Alleinverdienerin lastet, sind darüber hinaus zur Erkrankung auch sozio-ökonomisch belastet. Dies hat man in den USA bereits als Problem definiert und in einer Spotlight-Sitzung (s. Expertenkommentar von PD Dr. Würstlein unter www.med4u.org/16373) diskutiert. Dazu passt sehr gut die von Prof. Harbeck vorgestellte Auswertung der MONALEESA-7-Studie unter www.med4u.org/16371. Diesen Themen müssen wir uns zukünftig in der Beratung noch mehr widmen.

Und, last but not least: Die Chemotherapie ist derzeit nach wie vor die wichtigste Säule für viele PatientInnen mit Mammakarzinom. Das bedeutet, wir müssen uns nach wie vor damit beschäftigen, die Nebenwirkungen zu verhindern oder zu minimieren. Im Hinblick auf Übelkeit und Erbrechen ist dies – u.a. auch durch BNGO-Studien – bei der Mehrzahl der Patientinnen mit Mammakarzinom durch den Einsatz einer Dreifachantiemese sehr gut gelungen. Wir konnten beim SABCS dazu Daten aus unserer AKYPO-NIS vorstellen, die dies bestätigen (SABCS P2-12-02). Weitere neue Daten zur Supportivtherapie vom SABCS 2019 fasst für Sie Dr. Petra Ortner zusammen: www.med4u.org/16379.“



BNGO e.V.
Geschäftsstelle
Friedenstraße 58
15366 Neuenhagen
Tel.: 03342/42689 -70
Fax: 03342/42689 -80
E-Mail: info@bngo.de
Internet: www.bngo.de

Dr. Jörg Schilling


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