Montag, 20. Mai 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2015 S3-Leitlinie: Nationale Therapieempfehlungen für das Nierenzellkarzinom

67. Kongress der deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) 2015

Leitlinien sind systematisch entwickelte Aussagen, um die Entscheidungsfindung von Ärzten und Patienten für eine angemessene Versorgung bei spezifischen Gesundheitsproblemen zu unterstützen. Eine S3-Leitlinie gibt Empfehlungen auf höchstem Evidenz- und Konsenslevel ab. Bei einem Satelliten-Symposium von Novartis Oncology stellten Prof. Dr. Christian Doehn, Lübeck, und Prof. Dr. Stefan Siemer, Homburg/Saar, verschiedene Inhalte der deutschen S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom vor.

Mit der deutschen S3-Leitlinie gibt es nun zum ersten Mal neben den EAU- und ESMO-Leitlinien für Europa und den AUA- und NCCN-Leitlinien für Amerika eine für den deutschen Praxisalltag zugeschnittene Leitlinie. Zur adjuvanten Therapie wurde mit Empfehlungsgrad A und Evidenzlevel 1++ empfohlen, dass eine adjuvante Immuntherapie oder Vakzinierungstherapie nicht durchgeführt werden soll. Zum Zeitpunkt für den Beginn einer Therapie wurde der Konsens getroffen, dass bei tumorbedingter Symptomatik oder schlechter Prognose die Behandlung zeitnah beginnen soll. 

Mit Empfehlungsgrad A und Evidenzlevel 1++ wird in Bezug auf die Erstlinientherapie empfohlen, dass bei Patienten mit fortgeschrittenem und/oder metastasiertem klarzelligen Nierenzellkarzinom und niedrigem oder intermediärem Risiko Sunitinib, Pazopanib oder Bevacizumab + Interferon verwendet werden soll. Bei Patienten mit fortgeschrittenem und/oder metastasiertem klarzelligen Nierenzellkarzinom und ungünstigem Risikoprofil soll in der Erstlinientherapie Temsirolimus verwendet werden. Ein Wechsel der laufenden Therapie sollte erst nach dokumentiertem deutlichem Progress bei fehlender lokaler Therapiemöglichkeit oder nicht tolerierbaren Nebenwirkungen erfolgen.

In der Zweitlinientherapie werden die Systemtherapieoptionen gemäß Risikoprofil gewählt: Nach Zytokinen wird Axitinib als Standard und Pazopanib oder Sorafenib als Optionen aufgeführt. Nach VEGF-Inhibitor-Versagen liegt die Empfehlung bei Everolimus als Standardtherapie, nach Sunitinib bei Axitinib oder Everolimus und nach mTOR-Inhibitor bei Axitinib, Pazopanib, Sorafenib oder Sunitinib.

(is)

Quelle: Satelliten-Symposium „Moderne Leitlinien-gerechte Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms“, DGU 2015, 26.09.2015, Hamburg; Veranstalter: Novartis Oncology


Das könnte Sie auch interessieren

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe
© www.psyche-hilft-koerper.de

Die Website „psyche-hilft-koerper.de“ ermöglicht es, über eine Postleitzahl-Suche Psychoonkologen in der Region, in der man lebt, zu finden. Eine psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten u. a. dabei, ihre Krebserkrankung zu verarbeiten, das seelische Befinden zu verbessern sowie körperliche Ressourcen zu stärken (1). Novartis Oncology hat sich nicht nur der Entwicklung innovativer Arzneimittel verpflichtet, sondern möchte durch Initiativen...

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung
© deagreez / Fotolia.com

In Deutschland geht nur gut jeder neunte Mann zur Prostatakrebsvorsorge. 4,65 Millionen und zwar 11,7 Prozent aller anspruchsberechtigten Bürger nahmen im Jahr 2014 die kostenlose Früherkennungsuntersuchung wahr, wie die BARMER GEK zum Weltmännertag am 3. November mitteilt. Damit bleiben Männer Präventionsmuffel. Denn im Jahr 2010 absolvierten 11,41 Prozent den Check. „Eine Krebsvorsorgeuntersuchung kann Leben retten. Je früher Krebs erkannt wird, desto...

Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr

Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr
© Fotolia / oneinchpunch

Der Weltgesundheitstag am 7. April 2016 stellt das Thema Diabetes in den Mittelpunkt. In Deutschland sind fast 7,3 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen. Insbesondere Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen Typ-2-Diabetes. Typ-2-Diabetiker haben zudem ein erhöhtes Krebsrisiko. Ein ungesunder Lebensstil kann jedoch nicht nur zu Diabetes führen, er ist auch grundsätzlich ein Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen. Die Deutsche Krebshilfe...

Bewegungstherapie bei Krebs

Bewegungstherapie bei Krebs
© Fotolia / Kzenon

Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"S3-Leitlinie: Nationale Therapieempfehlungen für das Nierenzellkarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.