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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. März 2015 Rektumkarzinom: Organerhalt bei Patienten mit klinischer Komplettremission nach neoadjuvanter Therapie

ASCO GI 2015

Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom und einer klinischen Komplettremission nach neoadjuvanter Radiochemotherapie, die anschließend nicht operiert werden, haben ein vergleichbar gutes onkologisches Ergebnis wie Patienten mit pathologischer Komplettremission nach einer Standardoperation. Zu diesem Ergebnis kommt eine retrospektive Analyse, durchgeführt am Memorial Sloan Kettering Cancer Center.

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Fachinformation

Eine neoadjuvante Radiochemotherapie gefolgt von einer transmesorektalen Exzision ist das Standardvorgehen bei lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom. Damit kann eine pathologische Komplettremissionsrate (pCR) von 12-38% erzielt werden. Am Memorial Sloan Kettering Cancer Center wird seit 2006 bei ausgewählten Patienten mit einer klinischen Komplettremission (cCR) anschließend keine Operation mehr durchgeführt, sondern ein "nicht operatives Management" (NOM). Zwischen 2006 und 2014 wurden prospektiv die Daten von Patienten mit Rektumkarzinom gesammelt. Es wurden zwei Gruppen verglichen: 73 Patienten mit Rektumkarzinom der Stadien I-III, die eine cCR nach neoadjuvanter Radiochemotherapie erreicht hatten und anschließend nicht operiert wurden und Patienten mit Rektumkarzinom der Stadien I-III, die nach Standard-TME eine pCR erreicht hatten. Von den 369 Patienten der Vergleichsgruppe, die reseziert wurden, erreichten 72 (20%) eine pCR.

Das mediane Follow-up in beiden Gruppen betrug 3,5 Jahre. 54 der 73 Patienten aus der NOM-Gruppe hatten eine dauerhafte cCR in diesem Zeitraum. 19 Patienten erlitten ein Lokalrezidiv, bei 2 dieser Patienten konnte eine lokale Exzision durchgeführt werden und 17 Patienten erhielten eine Standard-TME. Damit war bei 56 Patienten (77%) aus der NOM-Gruppe ein Organerhalt möglich. Im krankheitsspezifischen Überleben und im Gesamtüberleben nach 4 Jahren bestand zwischen beiden Gruppen kein signifikanter Unterschied. Dr. J. Joshua Smith, der diese Studie als Poster vorstellte, kam zu der Schlussfolgerung, dass bei ausgewählten Patienten mit einer pCR nach neoadjuvanter Radiochemotherapie und Salvage-Operation bei Auftreten eines Lokalrezidivs der Verzicht auf eine anschließende Standard-TME eine wirksame und sichere Vorgehensweise ist, bei der Mehrzahl dieser Patienten einen Organerhalt ermöglicht und zu keiner Verschlechterung des krankheitsspezifischen und Gesamtüberlebens führt. Aktuell wird diese Vorgehensweise in prospektiven Studien untersucht.

as

Smith, JJ et al. Organ preservation in patients with rectal cancer with clinical complete response after neoadjuvant therapy. General Poster Session C: Cancers in the Colon, Rectum and Anus. Abstract 509


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