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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Dezember 2018 Real-world-Daten zur Erstlinientherapie mit Afatinib bei NSCLC

Die Post-hoc-Analyse der LUX-Lung 7-Studie lieferte erste Hinweise, dass Patienten mit NSCLC und EGFR-Mutationen längerfristig von der Therapiesequenz Afatinib (Giotrif®) gefolgt von einem Drittgenerations-EGFR-TKI profitieren. Erste Ergebnisse der nicht-interventionellen GIDEON-Studie bestätigen die klinischen Daten.
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In LUX-Lung 7 waren im Arm Afatinib/Drittgenerations-EGFR-TKI nach 3 Jahren noch über 90% der Patienten am Leben und das mediane Gesamtüberleben (OS) wurde noch nicht erreicht, während es im Gefitinib-Arm bei 48,3 Monaten lag (1). „Das entspricht einem Quantensprung an Verbesserung und ist klinisch sehr relevant“, erklärte Prof. Dr. Thomas Wehler, Hamm. Wie sieht es nun unter Real-world-Bedingungen aus? Dies untersucht derzeit die prospektive, nicht-interventionelle GIDEON-Studie: Afatinib in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC mit aktivierenden EGFR-Mutationen an 49 Zentren in Deutschland (2).

Die Altersgruppe der ≥ 75-Jährigen ist in GIDEON mit 28,5% vertreten, was laut Wehler dem Praxisalltag – nicht jedoch den normalen klinischen Studiensettings entspricht. Die Ansprechraten unter Afatinib waren über alle Subgruppen hinweg konsistent (Krankheitskontrolle (DCR) ~90%). Das mediane PFS der Gesamtpopulation (n=142) lag bei 12,9 Monaten mit leichten Unterschieden zwischen den einzelnen EGFR-Mutationen (del19: 13,9, L858R: 12,2, Exon 18-21-Punktmutationen: 10,7). Die präliminäre Analyse der OS-Daten ergab einen Median von 33 Monaten für die Gesamtpopulation. In der Subgruppe mit del19-Mutation ist das mediane OS noch nicht erreicht, bei L858R-Mutation liegt es bei 33,6 Monaten und für Exon 18-21-Punktmutationen bei 18,7 Monaten. Diese Ergebnisse sind mit den klinischen Studiendaten vergleichbar. Die endgültigen Daten der Studie werden für die nahe Zukunft erwartet.

Aktuelle Daten gibt es auch von der retrospektiven internationalen Real-world-Studie GioTag, die den Einfluss der Sequenztherapie Afatinib gefolgt von einem Drittgenerations-EGFR-TKI (Osimertinib) auf den Behandlungsverlauf untersucht (3). Der primäre Endpunkt der Studie mit 204 NSCLC-Patienten mit EGFR-Mutationen ist die Behandlungsdauer mit Afatinib gefolgt von Osimertinib. Die Umstellung auf Osimertinib erfolgt nach dem Erwerb von T790M-Mutationen. Nach 2 Jahren lag das OS bei 79% (Datenreife 50%). „Das ist sicherlich ein Richtwert“, konstatierte Wehler.

Dr. rer. nat. Marion Hofmann-Aßmus

Quelle: Pressegespräch „Der Patient im Focus – mit individualisierten Therapiestrategien zum Behandlungserfolg beim NSCLC“, ESMO, 22.10.2018, München; Veranstalter: Boehringer Ingelheim

Literatur:

(1) Corral J et al. ELCC 2017; Abstract und Poster 93PD, LUX-Lung 7.
(2) Brueckl M et al. ESMO 2018; Poster 1449P.
(3) Hochmair MJ et al. Future Oncol. doi: 10.2217/fon-2018-0711 https://www.futuremedicine.com/doi/10.2217/fon-2018-0711.


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