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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2010 Prostatakrebs punktgenau diagnostizieren: Heidelberger Urologie etabliert neues Ultraschall-Verfahren

Als eine der ersten Kliniken weltweit hat die Urologische Universitätsklinik Heidelberg seit kurzem ein neues Prostata-Biopsiesystem in Betrieb genommen. Das Verfahren dient der Erkennung von Prostatakrebs und kombiniert die Hochfeld-Magnet-Resonanz-Tomographie (Hochfeld-MRT) mit einer neuen Ultraschall-Technik. So können die Ärzte punktgenau und nachvollziehbar an bestimmten Orten Gewebeproben entnehmen.
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Das Endprodukt des neuen Biopsie-Systems (BiopSee®) ist ein dreidimensionales Bild der Prostata, auf dem die Ärzte genau erkennen können, wo Gewebeproben entnommen wurden und in welchen Regionen sich tumorverdächtiges Gewebe befindet.

Neben einer verbesserten Genauigkeit hat die neue Biopsiemethode den Vorteil, dass der Urologe die Gewebeprobe nicht wie sonst üblich durch den Enddarm, sondern durch die Haut des Damms gewinnt. Das verringert Risiken wie Nachblutungen oder anschließendes Fieber.

Kommentar:

0 Das Prostatakarzinom hat mittlerweile die erste Stelle der Krebserkrankungen des Mannes eingenommen. Die Früherkennung mit Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) ist Segen und Fluch zugleich. Aufgrund seiner geringen Spezifität im sogenannten Graubereich wird häufig unnötigerweise die Indikation zur Prostatastanzbiopsie gestellt, was durch die Tatsache verdeutlicht wird, dass in etwa drei von vier Fällen kein Karzinom nachgewiesen werden kann. Hinzu kommt, dass der gewöhnliche transrektale Ultraschall bei der Erkennung und Darstellung von Karzinomen der Prostata eine nur untergeordnete Bedeutung hat. Trotz technischer Weiterentwicklungen wie Sono-Elastographie und Histoscanning gibt es bisher kein Ultraschallverfahren mit der idealen Kombination aus hoher Sensitivität und Spezifität in der Prostatakarzinomdiagnostik. Die multiparametrische Magnet-Resonanztomographie (MRT) weist aktuell die höchste Spezifität auf.

Mit BiopSee (Medcom) wird eine Technologie vorgestellt, welche das MRT mit dem Ultraschall zur gezielten Biopsie von suspekten Arealen der Prostata kombiniert. Obwohl zu dieser Methode bisher wenig Daten vorliegen, ist ein solches Verfahren vielversprechend. Durch gezielte Biopsie suspekter Tumorareale könnte zum einen erreicht werden, dass Patienten mehrfache Biopsien erspart bleiben. Zum anderen wäre ein solches Verfahren zur Planung einer fokalen Therapie von Bedeutung. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob der materielle, zeitliche und personelle Aufwand in der nächsten Zeit durch entsprechend positive Daten aufgewogen wird.

Quelle:


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