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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Dezember 2006 Posaconazol auch zur Prophylaxe invasiver Pilzinfektionen

Posaconazol (Noxafil®) ist jetzt auch zur Prophylaxe für Risikopatienten mit Remissions-induzierter Chemotherapie bei akuter myeloischer Leukämie (AML) oder myelodysplasischem Syndrom (MDS) mit erwarteter längerfristiger Neutropenie oder mit Hochdosis-Immunsuppression bei Graft-versus-Host-Disease (GvHD) nach hämopoetischer Stammzelltransplantation (HSCT) zugelassen.
Die Zulassung zur antimykotischen Prophylaxe beruht im wesentlichen auf zwei Studien mit Posaconazol. In einer Studie wurde bei 600 Patienten mit akuter oder chronischer GvHD nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation die Wirkung einer Posaconazol-Prophylaxe (n=301) mit der einer Fluconazol-Prophylaxe (n=299) verglichen. Hierbei handelte es sich um die erste randomisierte Doppel-Dummy-Studie, die die Effektivität einer Prophylaxe im allogenen Setting bei schwerer GvHD dokumentiert, betonte PD Dr. Ulrich Schuler, Dresden. Die Patienten wurden mit oralem Posaconazol 200 mg 3x täglich oder Fluconazol-Kapseln 400 mg täglich für bis zu 112 Tage behandelt. Sowohl im Studienzeitraum als auch im Behandlungszeitraum gab es eine klare Überlegenheit von Posaconazol in der Prävention von nachgewiesenen und wahrscheinlichen Mykosen und Aspergillosen. Unter Posaconazol-Therapie entwickelten sich signifikant seltener invasive Mykosen als unter Fluconazol (2% vs. 8%, p=0,004). In erster Linie beruhte dies auf der geringeren Inzidenz von Aspergillosen (1% vs. 6%, p=0,001). Es bestand auch ein Trend hinsichtlich einer geringeren Gesamtmortalität unter Posaconazol-Prophylaxe. Die Verträglichkeit der Prophylaxe war insgesamt gut, sagte Schuler, und ist mit er von Fluconazol vergleichbar.
In der zweiten Studie, über die PD Dr. Oliver A. Cornely, Köln, berichtete, wurde bei 602 Patienten mit akuter myeloischer Leukämie oder myelodysplastischem Syndrom, die eine Chemotherapie-induzierte Neutropenie zeigten, der Effekt einer Prophylaxe mit Posaconazol im Vergleich zu einem Standardazol (Itraconazol oder Fluconazol) untersucht. Auch in dieser Studie schnitt Posaconazol deutlich besser ab als Itraconazol oder Fluconazol. Es traten signifikant weniger nachgewiesene oder invasive Mykosen auf als unter den Vergleichssubstanzen (2% vs. 88%, p=0,0009). Dieses Ergebnis beruhte wieder vor allem auf der besseren Schutzwirkung vor Aspergillosen (1% vs. 7%). Zudem zeigte sich in dieser Studie, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit unter der Posaconazol-Prophylaxe signifikant größer war. Hinsichtlich unerwünschter Wirkungen bestand zwischen den Regimen kein wesentlicher Unterschied, so Corneley.
Strategien zur Behandlung und Prophylaxe invasiver Mykosen. Satellitensymposium essex pharma GmbH. DGHO. Leipzig, 7. November 2006.

as

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