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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 Plattenepitheliales NSCLC: Überlebensvorteil mit Anti-EGFR-Antikörper Necitumumab

Für Chemotherapie-naive und EGFR-exprimierende Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit Plattenepithelhistologie ist seit April 2016 der Antikörper Necitumumab (Portrazza®) in Kombination mit Gemcitabin/Cisplatin in Deutschland zugelassen. Basis dafür waren die SQUIRE-Daten, die ein positives Nutzen-Risiko-Profil zeigen konnten.
Auf den EGF-Rezeptor als therapeutisches Target für Anti-EGFR-Antikörper beim NSCLC gibt es schon länger Hinweise, sagte Prof. Dr. Wolfgang Schütte, Halle-Dölau, u.a. aus der FLEX-Studie, in der Patienten mit EGFR-Überexpression (EGFR IHC Score ≥ 200) einen Überlebensvorteil von Cetuximab plus Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie hatten (1).

Immunhistochemische Untersuchungen haben gezeigt, dass eine hohe Anzahl an EGFR-Genkopien bei nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit Plattenepithelhistologie (sqm NSCLC) häufiger vorkommt als beim Adenokarzinom und sich der Effekt einer Anti-EGFR-Antikörpertherapie dort noch stärker zeigen könnte. In die für Necitumumab zulassungsrelevante Studie SQUIRE wurden deshalb Chemotherapie-naive Patienten mit sqm NSCLC eingeschlossen, deren Tumorbiopsat EGFR exprimierte. In der mit Necitumumab plus Gemcitabin/Cisplatin behandelten Gruppe war eine signifikante Überlebensverlängerung gegenüber einer alleinigen Behandlung mit Gemcitabin/Cisplatin (2) von median 1,7 Monaten (11,7 vs. 10,0 Monate; HR=0,79; p=0,002) zu verzeichnen. Auch hinsichtlich des medianen progressionsfreien Überlebens (PFS) zeigte sich unter Necitumumab ein signifikanter Vorteil gegenüber dem Kontrollarm (5,7 vs. 5,5 Monate; HR=0,84; p=0,018). Die häufigsten Nebenwirkungen von Grad ≥ 3 unter Necitumumab waren Rash, Hypomagnesiämie und venöse thromboembolische Ereignisse.

Eine Bestimmung der EGFR-Proteinexpression konnte bei 982 von 1.093 (90%) der Patienten durchgeführt werden und 95% hatten einen EGFR-Protein-exprimierenden Tumor. Das mediane Überleben der EGFR-Histo-positiven Patienten unterschied sich nicht von dem der ITT-Population. Bei einer Analyse der 96 deutschen SQUIRE-Patienten mit EGFR-exprimierenden Tumoren zeigte sich ein Überlebensvorteil von 4 Monaten bei den mit Necitumumab plus Gemcitabin/Cisplatin Behandelten (n=42) im Vergleich zu der Gruppe, die nur Gemcitabin/Cisplatin erhalten hatte (n=54) (median 12,4 vs. 8,4 Monate, HR=0,59; p=0,026) (3).

Für die Zweitlinientherapie des NCSCL ist der gegen VEGFR-2 gerichtete Antikörper Ramucirumab in Kombination mit Docetaxel zugelassen, der in der REVEL-Studie in der Secondline-Situation mit 23% in der Kombination vs. 14% mit alleiniger Chemotherapie ein hohes objektives Ansprechen erzielte. Prof. Dr. Florian Fuchs, Erlangen, wies darauf hin, dass die Wirksamkeit von Ramucirumab plus Docetaxel von Histologie und Verlauf unter der Erstlinientherapie unabhängig ist.

(as)

Quelle: Pressekonferenz „Das fortgeschrittene NSCLC: Fokus relevante Therapieoptionen“, DGHO-Kongress, 14.10.2016, Leipzig; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Lazar AA et al. J Clin Oncol 2010.
(2) Paz-Ares L et al. Ann Oncol 2016;27:1573-9.
(3) Reck M et al. Oncol Res Treat 2016;39(9):539-47.


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