Montag, 26. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Giotrif
Giotrif

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. Dezember 2007 Phase-III-Studie belegt Wirksamkeit von Eltrombopag bei chronischer ITP

Die von GlaxoSmithKline (GSK) entwickelte Substanz Eltrombopag ist der erste oral einzunehmende Wirkstoff, der bei Patienten mit Thrombozytopenie aufgrund chronischer idiopathischer thrombozytopenischer Purpura (ITP), chemotherapieinduzierter Thrombozytopenie sowie weiterer Erkrankungen, die mit einer Thrombozytopenie einhergehen, geprüft wird.
Anzeige:
Polivy
Eine Thrombozytopenie tritt häufig als Folge einer Chemotherapie auf. Sie kann aber auch andere Ursachen wie AIDS, Myelodysplastisches Syndrom (MDS), idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP; Morbus Werlhof) oder chronische Leberschäden haben. Der neue Wirkstoff Eltrombopag wirkt als Thrombopoietin-Rezeptoragonist und löst dadurch eine verstärkte Proliferation und Differenzierung von Megakaryozyten aus, die eine Vorstufe der Thrombozyten sind. Der Wirkstoff wird in klinischen Studien einmal täglich von Patienten mit Thrombozytopenie als Tablette eingenommen. „Eine chronische idiopathische Thrombozytopenie kann für manche Menschen eine schwere Belastung darstellen. Besonders wenn diese Patienten nicht auf die üblichen Therapien ansprechen oder die Gefahr schwerer Blutungen besteht“, sagt Prof. Dr. Torsten Strohmeyer, Leiter Forschung und Medizin bei GSK Deutschland. „Nach den Ergebnissen dieser Phase-III-Studie könnte Eltrombopag bei Patienten mit ITP eine wirksame neue, oral anwendbare Behandlungsmöglichkeit zur Verminderung der Blutungshäufigkeit bieten.“

Mehr Blutplättchen und weniger Blutungen mit Eltrombopag
Im Rahmen des 12. Kongresses der European Hematology Association (EHA) in Wien hat GlaxoSmithKline Ergebnisse einer Phase-III-Studie zu dem Wirkstoff Eltrombopag vorgestellt: Der als Tablette eingenommene Thrombopoietin-Rezeptor-Agonist führte bei erwachsenen Patienten mit chronischem Blutplättchenmangel aufgrund chronischer idiopathischer Thrombozytopenie (ITP), die zuvor nicht auf herkömmliche Standardtherapien angesprochen hatten, zu einem statistisch signifikanten Anstieg der Thrombozytenzahlen und einem verminderten Blutungsrisiko 1. In der internationalen, randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Phase-III-Studie wurden 114 erwachsene Patienten mit chronischer ITP und Ausgangs-Thrombozytenzahlen von unter 30.000/µl untersucht. Eines der Einschlusskriterien war, dass die Patienten auf eine oder mehrere der üblichen ITP-Therapien wie Kortikosteroide, Immunglobuline und/oder Splenektomie nicht oder nur vorübergehend (maximal 3 Monate) angesprochen hatten. Die Patienten erhielten einmal täglich über 6 Wochen entweder Placebo (38 Patienten) oder Eltrombopag 50 mg (76 Patienten). Die Eltrombopag-Dosis konnte auf 75 mg erhöht werden, wenn Patienten nach den ersten 3 Wochen der Behandlung nicht angesprochen hatten. Die Thrombozytenzahlen wurden einmal wöchentlich und bis zu 6 Wochen nach Ende der Behandlung beurteilt. Das Auftreten von Blutungen wurde wöchentlich überprüft. 59% der mit Eltrombopag behandelten Patienten und 16% der mit Placebo behandelten Patienten wiesen nach 6 Wochen Behandlungsdauer Thrombozytenzahlen von über 50.000/µl auf. Die Gesamtzahl von Blutungen war in der Eltrombopag-Gruppe signifikant niedriger als in der Placebo-Gruppe (p = 0,029).
Klinisch bedeutsame Blutungen (WHO Grad 2 bis 4) waren in der Eltrombopag-Gruppe ebenfalls seltener (16%) als unter Placebo (36%). Das häufigste unerwünschte Ereignis waren Kopfschmerzen (8% bzw. 11% der Patienten unter Eltrombopag bzw. Placebo). Andere unerwünschte Ereignisse umfassten Übelkeit, Nasopharyngitis (Entzündungen des Nasen-Rachen-Raums), Durchfälle und Erbrechen.

Phase-III-Studien mit Eltrombopag bei Patienten mit Hepatitis C starten
GlaxoSmithKline (GSK) startet in Kürze zudem zwei multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studien bei Patienten mit Hepatitis-C-induzierter Thrombozytophenie. Dafür werden in Deutschland noch Studienteilnehmer gesucht. Interessenten können sich direkt mit GSK unter der folgenden Telefonnummer in Verbindung setzen: 0180 – 3456 100.
Eltrombopag ist derzeit in keinem Markt zugelassen und wird ausschließlich in klinischen Studien eingesetzt. Für das Jahr 2008 ist die Einreichung der Zulassung für die Anwendung bei chronischer idiopathischer Thrombozytophenie (ITP) geplant.

Quelle: 1. Bussel, J., Provan A., Shamsi T et al. Eltrombopag Raises Platelet Count and Reduces Bleeding compared with Placebo during Short-term Treatment in Chronic Idiopathic Thrombocytopenic Purpura: A Phase III Study. Presented 9th June 2007, 12th Congress of the European Hematology Association, Vienna, Austria. Abstract # 1814.


Anzeige:
Xospata
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Phase-III-Studie belegt Wirksamkeit von Eltrombopag bei chronischer ITP"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab