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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

05. Juni 2002 Pharmakologische Weiterentwicklungen bestehender Substanzen

Stand früher die Neuentwicklung von Medikamenten im Vordergrund, so hat heute die Weiterentwicklung vorhandener Substanzen vielfach Priorität. Hintergrund ist, auf diesem Weg nebenwirkungsärmere Therapien zu erhalten, eine ambulante Versorgung der Patienten zu ermöglichen und neue Indikationen zu erproben. Essex Pharma hat sich diese Aufgabe auf die Fahne geschrieben.
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So war zum Beispiel die Therapie maligner Hirntumoren mit Zytostatika jahrzehntelang wenig erfolgversprechend und zudem mit schweren Nebenwirkungen verbunden, die eine Hospitalisierung der Patienten notwendig machte. Mit Temozolomid (Temodal®), einer Weiterentwicklung des alkylierenden Zytostatikums DTIC, kann die Lebensqualität der Patienten auch im Spätstadium der Erkrankung noch aufrecht erhalten bleiben. Die hohe und ra-sche Bioverfügbarkeit erlaubt eine orale Applikation und somit eine ambulante Therapie. Im Gegensatz zur Vorläufersubstanz DTIC, die in der Leber zum aktiven Metaboliten MTIC metabolisiert werden muss, hydrolysiert Temozolomid spontan in MTIC und ist liquorfähig. Die Indikation sind metastasierte Hirntumoren sowie Hirnmetastasen; Temozolomid könnte aber auch bei ZNS-Lymphomen wirksam sein. Dies plant die NeuroOnkologische Arbeitsgemeinschaft (NOA) der Deutschen Krebsgesellschaft zu untersuchen.
Ebenfalls ein Beispiel für eine Weiterentwicklung bestehender Substanzen ist die pegliposomale Formulierung des Anthrazyklins Doxorubicin (Caelyx). Das Nebenwirkungsprofil, insbesondere die Kardiotoxizität, ist deutlich geringer. Demnächst zu erwartende Studienergebnisse beim metastasierten Mammakarzinom werden möglicherweise die Frage beantworten, ob Caelyx künftig das konventionelle Doxorubicin ersetzen kann.
Auch die pegylierte Formulierung von Interferon alpha-2b (Peg-Intron®) weist ein besseres Nebenwirkungsprofil und signifikant geringere Toxizitäten auf als freies Interferon. Im Vergleich zur nicht pegylierten Form wird die Plasmahalbwertszeit von 4 auf 40 Stunden verlängert, was eine nur einmal wö-chentliche Injektion ermöglicht. In klinischen Langzeitstudien wird derzeit untersucht, ob Peg-Intron® in der adjuvanten Therapie des malignen Melanoms eine verträglichere Alternative zur bisherigen Hochdosistherapie sein könnte.

Quelle: Satelliten-Symposien der Essex Pharma. Deutscher Krebskongress 2002 in Berlin


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