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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2015 Pembrolizumab beim Merkelzell-Karzinom

18. Europäischer Krebskongress (ECC) 2015

Erste vorläufige Daten einer multizentrischen einarmigen Studie deuten darauf hin, dass eine Behandlung mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab bei Patienten mit fortgeschrittenem Merkelzell-Karzinom sinnvoll sein könnte.

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Das Merkelzell-Karzinom ist eine seltene, aber häufig aggressive Krebserkrankung der Haut. Die Entstehung wird durch UV-Licht-Exposition, Immunsuppression und höheres Lebensalter begünstigt. In 80% der Fälle kann das Merkelzell-Polyoma-Virus nachgewiesen werden. Bei mehr als 40% der Patienten kommt es zur Bildung distanter Metastasen. Dann liegt die Überlebenszeit im Median bei 9,6 Monaten. Bislang gibt es keine speziell zugelassene Therapie. Meist werden initial Platinderivate plus Etoposid eingesetzt, auf die mehr als die Hälfte der Patienten anspricht. Das Ansprechen hält aber in der Regel nicht lange an. Bei mehr als 50% der Patienten kommt es innerhalb von 3 Monaten, bei mehr als 90% nach 10 Monaten zur Progression.

PD-L1 wird von etwa 55% der Merkelzell-Tumoren exprimiert. Daher wurden in einer multizentrischen einarmigen, offenen Phase-II-Studie Wirksamkeit und Verträglichkeit von Pembrolizumab bei Patienten mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Merkelzell-Karzinom untersucht. Im Rahmen des ECC wurden die Zwischenergebnisse von 24 der geplanten 26 in die Studie aufgenommenen Patienten präsentiert. Sie hatten mindestens 1 Dosis Pembrolizumab erhalten, bei 14 Patienten war mindestens ein Scan nach Therapiebeginn durchgeführt worden. 

Das Nebenwirkungsprofil entsprach dem, was in anderen Studien mit Pembrolizumab beobachtet worden war. Bei je einem Patienten kam es zu einer Grad-4-Myokarditis nach der ersten Dosis bzw. einer Transaminasenerhöhung von Grad 4 nach 2 Gaben, die sich nach Absetzen der Behandlung unter Glukokortikoid-Gabe besserten.

10 von 14 Patienten (71%) sprachen auf die Therapie an, wobei 3 Ansprecher noch nicht durch einen weiteren Scan bestätigt sind. Das Ansprechen erfolgte rasch und scheint anhaltender als bei Chemotherapie zu sein.

(sh)

Literatur:

(1) Nghiem P et al. ECC 2015, Wien, Abstract LBA 22.


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