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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. März 2005 Pegyliertes liposomales Doxorubicin: Eine Leitlinien-konforme Substanz

„Anthrazykline zählen zu den ‚Topsubstanzen’ in der adjuvanten und palliativen Therapie des Mammakarzinom und eine Weiterentwicklung dieser Topsubstanzen ist Caelyx, die pegylierte liposomale Formulierung des Doxorubicins“, sagte Prof. Manfred Kaufmann, Frankfurt am Main. Bei vergleichbarer Wirksamkeit wie konventionelles Doxorubicin ist das Risiko eine Kardiomyopathie zu entwickeln signifikant geringer, was angesichts der vielen älteren und zunehmend Anthrazyklin-vorbehandelten Patientinnen immer größere Relevanz bekommt. Aus diesem Grund ist Caelyx bereits 2 Jahre nach Zulassung für die Monotherapie des metastasierten Mammakarzinoms bei Patientinnen mit erhöhtem kardialen Risiko in der Leitlinie der AGO und in der S3-Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft vertreten.
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Anthrazykline sind hochaktiv und Standardsubstanzen in der Therapie des Mammakarzinoms. In der adjuvanten und neoadjuvanten Therapie rücken sie immer weiter nach vorne, bestätigte Prof. Nadia Harbeck, München. Damit steigt der Anteil Anthrazyklin-vorbehandelter Patientinnen und das Risiko der Langzeittoxizität. Ab einer kumulativen Dosis von 450 mg/m2 Doxorubicin steigt das Kardiotoxizitätsrisiko stark an, besonders in Kombination mit Trastuzumab. Eine Antwort auf diese Problematik ist das pegylierte liposomal verkapselte Doxorubicin, das Prof. Carsten Bokemeyers vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf vorstellte. Die sich daraus ergebende geringere Kardiotoxizität bestätigt eine Auswertung der Daten von 42 Patientinnen aus 8 Studienprotokollen, die Caelyx in einer kumulativen Dosis > 500 mg/m2 erhalten hatten. Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 2,7 Jahren gab es keine klinischen Hinweise für eine Herzinsuffizienz. Neben der Kardiotoxizität treten die anderen Hauptnebenwirkungen der konventionellen Anthrazykline ebenfalls in den Hintergrund. Hervorzuheben ist, dass kaum eine, von den Patientinnen als sehr belastend empfundene, Alopezie auftritt. Auch ist mit einem Nekroserisiko bei Paravasation kaum zu rechnen. Bei Erhöhung der Dosis von pegyliertem liposomalem Doxorubicin und kurzen Therapieintervallen sind Hautreaktionen beobachtet worden. Diese sind allerdings gut kontrollierbar durch Anpassung der Dosis und des Applikationsintervalls, sagte Bokemeyer.
Dass pegyliertes liposomales Doxorubicin für Patientinnen mit Taxan-refraktärem Mammakarzinom eine wirksame und gut verträgliche Therapieoption darstellt, zeigt eine randomisierte Phase-III-Studie (Keller AN et al.), in die 301 Patientinnen mit metastasiertem, Taxan-refraktärem Mammakarzinom eingeschlossen wurden. 83% waren Anthrazyklinen-vorbehandelt, 37% Anthrazyklin-resistent. Caelyx wurde in einer Dosierung von 50 mg/m2 alle 4 Wochen mit einem Standardarm (Vinorelbin oder Mitomycin C / Vinblastin) verglichen. In diesem intensiv vorbehandelten Patientenkollektiv war pegyliertes liposomales Doxorubicin in allen Subgruppen den Vergleichstherapien mindestens ebenbürtig. Bei den Anthrazyklin-naiven Patientinnen war Caelyx den Vergleichstherapien in Hinblick auf das progressionsfreie Überleben sogar signifikant überlegen. In beiden Therapiegruppen trat kaum Haarausfall auf. Ein wichtiger Aspekt hinsichtlich der Lebensqualität, gerade in der palliativen Situation, bemerkte Harbeck, ebenso wie das patientenfreundliche 4wöchige Therapieintervall.
Die Äquieffektivität von pegyliertem liposomalem Doxorubicin bei signifikant besserer Verträglichkeit im Vergleich zu konventionellem Doxorubicin zeigt die große klinische Phase-III-Studie von O´Brien et al. auch bei nicht vorbehandelten Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom. Damit hat Caelyx in 2 wichtigen Studien seine Wirksamkeit bewiesen und ist somit nicht nur in der Therapie nach Anthrazyklinen und Taxanen angezeigt, sondern auch in der First-Line-Therapie eine Option. Aufgrund dieser überzeugenden Daten hat die AGO Caelyx in ihre Leitlinien aufgenommen. Empfohlen wird es bei metastasiertem Mammakarzinom in der First-Line-Therapie sowie in der Zweit- und Drittlinientherapie nach Vorbehandlung mit Anthrazyklinen oder/und Taxanen, bei kardialen Risikopatientinnen und in Kombination mit Trastuzumab. Eingang fand Caelyx auch in die nationale S3-Leitline der Deutschen Krebsgesellschaft.

Ausblick
Neben Doxorubicin gehört Docetaxel zu den effektivsten Substanzen in der First-Line-Monotherapie des metastasierten Mammakarzinoms. Wie PD Dr. Christian Jackisch, Marburg, berichtete, konnte vor kurzem in einer Phase-II-Studie (Yardley DA et al.) an 73, noch nicht vorbehandelten Patientinnen im metastasierten Stadium nachgewiesen werden, dass die Therapie mit Caelyx bezüglich des Ansprechens, des progressionsfreien und des Gesamtüberlebens vergleichbar ist mit weekly Docetaxel – wobei sich für Caelyx sogar ein leichter Vorteil ergab. Unter Caelyx kam es häufiger zu Hautreaktionen, auf der anderen Seite kamen unter Docetaxel signifikant häufiger nicht-hämatologische Toxizitäten, insbesondere Fatigue Grad 3/4, Alopezie, und therapiebedingte Krankenhausaufenthalte vor.

as

Quelle: Fachpressegespräch: Caelyx beim Mammakarzinom – eine Idee setzt sich durch, Hamburg, 19. Januar 2005. Veranstalter: essex pharma GmbH


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