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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. August 2003 Paradigmenwechsel beim Pankreaskarzinom

Pankreaskarzinom

Selbst beim fortgeschrittenen Pankreaskarzinom ist therapeutischer Nihilismus nicht mehr vertretbar. Wenn auch der große Durchbruch noch aussteht, so hat mittlerweile doch ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Er ist der Tatsache zu verdanken, dass in das interdisziplinäre Behandlungsschema immer häufiger das Nukleosidanalogon Gemcitabin einbezogen wird.
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Hierzulande werden pro Jahr rund 12.000 neue Pankreaskarzinome diagnostiziert. Derzeit wird jedoch jedem zweiten Patienten eine spezifische und individuell abgestimmte Therapie vorenthalten. In 40% der fortgeschrittenen und metastasierten Fälle verzichtet man sogar auf jegliche Behandlung. Die Prognose quoad vitam ist nach wie vor infaust, bedauerte PD Helmut Oettle, Berlin. Die desolate Situation lässt sich zumindest parziell damit erklären, dass ein Pankreaskarzinom meist keine Frühsymptome auslöst und deshalb eine Frühdiagnose nur selten möglich ist.
Dennoch ist anzumerken, dass auch die Diagnostik des Pankreaskarzinoms in den vergangenen Jahren einen nennenswerten Fortschritt erlebt hat. Die bildgebenden Verfahren werden von der CT und der MRT beherrscht. Parallel dazu – und diagnostisch gleichrangig – werden endoskopische Methoden, allen voran der endoskopische Ultraschall, und die endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) eingesetzt, um die Diagnose zu sichern.
Anhand dreier umfassender Phase-III-Studien lässt sich seit kurzem belegen, dass Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom davon profitieren, dass das Nukleosidanalogon Gemcitabin in das Therapieschema einbezogen wird. Dank derartiger moderner chemotherapeutischer Konzepte sind mediane Überlebenszeiten von sechs bis neun Monaten zu verwirklichen. Ein weiterer substanzieller Erfolg ist die Einjahres-Überlebenszeit, die von bis zu einem Drittel der Patienten erreicht wird, bekräftigte Oettle. Die drei Studien signalisieren ferner, dass der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst, die Lebensqualität angehoben und die tumorbedingten Beschwerden gelindert werden. Ohne Therapie beträgt die mittlere Überlebenszeit drei Monate und die Einjahres-Überlebensweit weniger als zwei Prozent.

kbf


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