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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

29. Mai 2015 Panitumumab in Kombination mit FOLFIRI zur Erstlinienbehandlung von mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp zugelassen

Dank einer Zulassungserweiterung steht Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mCRC) mit RAS-Wildtyp seit Kurzem die Kombination aus Panitumumab (Vectibix®) und FOLFIRI als Erstlinientherapie zur Verfügung. Die zugrundeliegenden Studiendaten wurden im Rahmen eines Pressegesprächs in München von 2 Experten vorgestellt.

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Der Anti-EGFR(epidermal growth factor receptor)-Antikörper Panitumumab ist bei mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp bereits als Erstlinientherapie in Kombination mit FOLFOX zugelassen. Der Vorteil, der sich in der Praxis durch die neue Kombinationsmöglichkeit mit FOLFIRI ergibt, liegt v.a. in dem zu FOLFOX unterschiedlichen Nebenwirkungsprofil begründet, erklärte Prof. Dr. Michael Geißler, Esslingen. „Je nach Situation und Komorbiditäten des Patienten sowie Vorbehandlungen und geplanten Therapien kann FOLFOX oder FOLFIRI geeigneter sein“, sagte Geißler. Die Wirksamkeit beider Begleitregime konnte sich in verschiedenen Studien als vergleichbar erweisen. So konnte die Effektivität von Panitumumab in Kombination mit FOLFIRI in 3 Studien gezeigt werden (1-3). In der randomisierten Phase-II-Studie PLANET wurde Panitumumab + FOLFIRI mit Panitumumab + FOLFOX als Erstlinientherapie bei mCRC-Patienten mit auf die Leber beschränkter Metastasierung (Liver Limited Disease, LLD) verglichen. Die Ergebnisse für Gesamtansprechrate (ORR), progressionsfreies Überleben (PFS; 14,8 versus 12,8 Monate) und Gesamtüberleben (OS; 45,8 versus 39,0 Monate) waren bei beiden Therapieregimen ähnlich, wobei für Patienten mit RAS-Wildtyp bessere Wirksamkeitsergebnisse erzielt wurden als bei Patienten mit RAS-Mutationen. „In der Studie konnten einige Patienten mit primär inoperabler Situation nachträglich operiert werden, d.h. trotz Metastasierung konnte teilweise eine kurative Option für die Patienten ermöglicht werden“, sagte Geißler. Die 1-armige Phase-II-Studie 314 mit Panitumumab + FOLFIRI als Erstlinientherapie bei mCRC-Patienten bestätigte die guten Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit RAS-Wildtyp. So lag die mediane Dauer des Tumoransprechens (DoR) bei RAS-Wildtyp bei 13,0 Monaten gegenüber 5,8 bei RAS-Mutationen, während die ORR bei 59% bzw. 41% lag. Das mediane PFS bei RAS-Wildtyp war mit 11,2 gegenüber 7,3 Monaten bei RAS-Mutationen um etwa 4 Monate verlängert. In der randomisierten Phase-III-Studie 181 wurde Panitumumab + FOLFIRI mit FOLFIRI alleine als Zweitlinientherapie bei mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp verglichen. Gegenüber FOLFIRI alleine konnte mit Panitumumab + FOLFIRI das mediane PFS signifikant verlängert werden (6,4 Monate vs. 4,6; p=0,007). Mit 16,2 versus 13,9 Monaten konnte darüber hinaus das mediane OS und mit 41% versus 10% auch die ORR verbessert werden.

 

RAS-Testung beim mCRC entscheidend

Dr. Friedrich Overkamp, Recklinghausen, betonte den Wert der RAS-Testung, die zu einem zentralen Kriterium für die Therapieentscheidung beim mCRC geworden ist. Nur Patienten mit RAS-Wildtyp profitieren von einer Therapie mit Panitumumab mit konsistenten Vorteilen im Ansprechen, PFS und OS. „Dank der RAS-Testung ist eine personalisierte Medizin beim mCRC möglich geworden. In der Praxis sollte das noch stärker umgesetzt werden“, betonte Overkamp.

(sk)

Quelle: MediaDialog: Neue Option bei mCRC mit RAS-Wildtyp: Zulassungserweiterung für Panitumumab + FOLFIRI als Erstlinientherapie, 04.05.2015, München; Veranstalter: Amgen

Literatur:

(1) Abad A et al. Ann Oncol 2014;25(Suppl 4):iv189 (Poster 551P).
(2) Karthaus M et al. Ann Oncol 2014;25(Suppl 4).
(3) Peeters M et al. J Clin Oncol 2014;32(Suppl 5).


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