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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Dezember 2006 Ovarialkarzinom: Operationsresultat ist ein wichtiger prognostischer Faktor

Operation und Chemotherapie bilden nach wie vor die Basis für die Therapie des Ovarialkarzinoms. Der Operateur sollte echte Tumorfreiheit erreichen, denn sie ist ein entscheidender Prognosefaktor. Bereits im Frühstadium sind immer die Lymphknoten zu entfernen.
Ultraschall steht an erster Stelle
„Die Ultraschalluntersuchung stellt das wichtigste bildgebende Verfahren in der frauenärztlichen Diagnostik dar“, konstatierte Privatdozent Wolfgang Henrich, Berlin. Im Unterschied zur Röntgen- oder CT-Untersuchung sind Abdominal- und Vaginalsonographie rasch durchführbar sowie kostengünstig und ersparen den Frauen die Strahlenbelastung. Mittels Ultraschall lassen sich oft benigne von malignen Neoplasien abgrenzen und Tumoren selbst bei beschwerdefreien Patientinnen in frühen Stadien dingfest machen.

Ist der Befall der Geschlechtsorgane gesichert, lässt sich die Ausdehnung der Geschwulst in benachbarte Organe sonographisch gut beurteilen. Zusammen mit anderen bildgebenden Verfahren sind dann exakte Stadieneinteilung und Operationsplanung möglich. Entscheidende Kriterien sind aber immer die Gerätequalität und die Expertise des Untersuchers. Weil die Geräte immer besser und die Untersucher immer erfahrener geworden sind, lohnt sich der Einsatz des Ultraschalls auch in der Früherkennung des Ovarialkarzinoms. Laut Henrich sollten die Frauen im Rahmen der Vorsorge mindestens einmal jährlich sonographisch untersucht werden.

Rezidivdiagnostik und Therapiekontrolle
CT und PET haben Diagnostik, Rezidiverkennung und Therapiekontrolle in der Onkologie deutlich bereichert. Beide Techniken werden auch kombiniert als PET-CT-System beim Ovarialkarzinom eingesetzt. Dabei werden die diagnostischen Stärken der methodisch unterschiedlichen, aber jeweils hochsensitiven Verfahren gebündelt. „Ziel ist es, durch ein verbessertes Staging und den sich daraus ergebenden Zusatzinformationen die Behandlung zu individualisieren“, sagte Dr. Holger Amthauer, Berlin. Die PET-CT wird an der Charité vor allem auch in der Nachsorge eingesetzt.

„Das Operationsergebnis ist ein wichtiger Prognosefaktor“, betonte Privatdozent Jalid Sehouli, Berlin. Deshalb sollte der Operateur echte Tumorfreiheit erzielen. Im Frühstadium des Ovarialkarzinoms ist deswegen immer eine Lymphonodektomie vorzunehmen. Am Virchow-Klinikum benötigt man dafür bei Primär- wie Rezidivoperationen im FIGO-Stadium III/IV rund fünf Stunden, weil der Großteil der Patientinnen eine diffuse Peritonealkarzinose aufweist.



Die Operationstechnik ist immer der Tumorsituation anzupassen. Einen wichtigen Beitrag zur Tumorreduktion leisten die Deperitonealisierung der häufig befallenen Zwerchfellregion und die Infrarot-Kontakt-Koagulation mit einer Eindringtiefe bis zu 5 mm. Um einen Ileus abzuwenden und um das Resultat der Tumorresektion zu optimieren, ist oft eine Darmresektion erforderlich. Doch dank moderner Techniken braucht man nur noch in 10% der Fälle einen Anus praeter und in 15% ein Ileostoma anzulegen.

In der multimodalen Therapie des Ovarialkarzinoms kommt es vor allem auch auf die Nachsorge an, unterstrich Dr. Gülten Oskay-Özcelik, Berlin. In den ersten drei Jahren mit dem höchsten Rezidivrisiko sind alle drei Monate Nachsorgekontrollen angesagt. Ab dem vierten und fünften Jahr können die Intervalle auf sechs Monate ausgedehnt werden. Ab dem sechsten Jahr sind nur noch jährliche Kontrollen erforderlich. Am besten wird die Nachsorge zehn Jahre lang vorgenommen.

Klinikworkshop „Ovarialkarzinom“ an der Charité, Berlin, 11. Oktober 2006; unterstützt von Lilly Oncology

kbf

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