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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Mai 2009 Opioid-induzierte Obstipation: peripher wirkender Opioid-Rezeptorantagonist bietet schnelle und planbare Lösung

In der Behandlung der Opioid-induzierten Obstipation zeichnet sich der µ-Opioid-Antagonist Methylnaltrexonium Bromid durch eine hohe Effektivität aus – selbst bei mehrfach mit Laxanzien vortherapierten Patienten – und dies bei einer sehr guten Verträglichkeit, wie Dr. Gerhard Müller-Schwefe vom Schmerz- und Palliativzentrum Göppingen im Rahmen des 20. Deutschen inderdisziplinären Schmerz- und Palliativkongresses in Frankfurt am Main berichtete.
Die Opioid-induzierte Obstipation setzt vor allem in der Palliation der Schmerztherapie Grenzen und wirkt sich negativ auf die Lebensqualität der Patienten aus, erläuterte der Anästhesiologe Dr. Thomas Nolte aus Wiesbaden während eines Symposiums über Opioid-induzierte Obstipation.

Zwei doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studien (1,2) zeigen, dass Methylnaltrexon (1,5 mg/kg) in der Behandlung der Opioid-induzierten Obstipation schnell wirkt und dies bei planbarem Wirkeintritt. Eingeschlossen waren in diese Studien Patienten, die im Median bereits zwei Therapien mit Laxantien erhalten und auf diese nicht oder nur unzureichend angesprochen hatten. Bis zu 62% der Studienteilnehmer sprachen innerhalb von 4 Stunden nach Subkutaninjektion an, etwa die Hälfte von ihnen innerhalb von 30 Minuten. Damit ist der Wirkeintritt gut planbar. Durch die ausschließlich periphere Wirkung von Methylnaltrexon bleibt der analgetische Effekt der Opioide erhalten, erklärte Müller-Schwefe. Der Opioid-Rezeptorantagonist erwies sich als gut verträglich, wobei Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen denen unter Placebo entsprachen.

Relistor® ist seit Juli 2008 bei Patienten in fortgeschrittenen Krankheitsstadien, die eine palliative Behandlung erhalten, zur Therapie der Opioid-induzierten Ostipation zugelassen, wenn das Ansprechen auf übliche Laxantien unzureichend ist. In der Bewertung neuer Arzneimittel 2008 vom Institut für Pharmakologie des Universitätsklinikums Köln wurde die therapeutische Relevanz und das innovative Wirkprinzip dieses Opioid-Rezeptor-Antagonisten mit der „Klassifikation A“ bestätigt.

Literatur
1. Yuan C.-S.: Methylnaltrexone Mechanisms of Action and Efects on Opioid Bowel Dysfunction and other Adverse Effects. The Annals of Pharmacotherapy 2007; 41:984-993
2. Thomas, J et al.: Methylnaltrexone for Opioid-Induced Constipation in advanced Illness. N Engl J Med 2008; 358:2332-43

Neues Therapieprinzip für ein altbekanntes Problem: die Opioid-induzierte Obstipation“ anl. d. 20. Deutschen interdisziplinären Schmerz- und Palliativkongresses, Frankfurt, 27. März 2009; Wyeth

Quelle:


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