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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Januar 2019
Seite 2/3

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Fachinformation


 
Medulläres Schilddrüsenkarzinom
 
Das MTC kann durch den sensitiven und spezifischen Tumormarker Calcitonin frühzeitig auffallen. Besteht der Hinweis auf eine positive Familienanamnese, sollte hinsichtlich einer Multiplen Endokrinen Neoplasie (MEN2-Syndrom) untersucht werden und präoperativ muss ein Phäochromozytom ausgeschlossen werden. Hereditäre MTC sind anhand der Genotyp-Phänotyp-Korrelation, die die jeweiligen Mutationen aufweisen, in ihrer Risikostruktur besser einschätzbar und es kann eine prophylaktische Thyreoidektomie vorgenommen werden. Für das MTC ist die primäre chirurgische Therapie von entscheidender Bedeutung, da eine Radiojodtherapie nicht wirksam wird und weitere systemische Therapien keine Kuration be-wirken können. Auch vor diesem Hintergrund wird die Indikation zur Thyreoidektomie bei deutlich erhöhten basalen geschlechtsspezifischen Calcitonin-Werten, bzw. stimulierten Calcitonin-Werten > 100 pg/ml empfohlen. MTC metastasieren frühzeitig in die lokoregionären Lymphknoten, sodass die Indikation zur zentralen Lymphknotendissektion bei basalen Calcitonin-Werten zwischen 20-200 pg/ml gestellt wird. Dagegen kann bei hereditärem MTC mit normalem basalen Calcitonin auf die prophylaktische Lymphknotendissektion verzichtet werden. Bei deutlich erhöhtem basalen Calcitonin ist zumindest die tumorseitige laterale Lymphknotendissektion bereits primär zu erwägen (7, 11-13).
 

Gering differenziertes Schilddrüsenkarzinom
 
Das PDTC weist eine ungünstige Prognose auf, die zwischen den differenzierten (DTC) und dem ATC eingeordnet wird, dabei kann es auch Mischformen bzw. Übergänge der Tumorformen beim einzelnen Patienten geben. Maßgeblich für das Management ist die jeweils aggressivste Tumorentität, die nachgewiesen ist. Sofern die Resektabilität gegeben ist, wird die radikale Tumorentfernung angestrebt. Dies kann im Einzelfall auch die Entfernung organüberschreitenden Tumorwachstums und die erweiterte befallsorientierte Lymphknotendissektion beinhalten sowie die Thyreoidektomie in bereits fernmetastasiertem Stadium (7, 8) (Abb. 1, 2). Die Möglichkeit der adjuvanten Radiojodtherapie sollte jeweils geprüft werden, überwiegend ist jedoch der geringe Differenzierungsgrad mit einer sehr geringen oder fehlenden Jod-avidität verbunden, sodass keine ablationsfähige Speicherung erreicht wird. In diesen Fällen muss die Indikation zu sys-temischen Therapieregimen, die heute i.d.R. Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) bedeuten, erwogen werden. Wird die Option einer weiteren zervikalen Operation ausgeschlossen, so kann auch die lokoregionäre externe Bestrahlung individuell geprüft werden (8).
 
Abb. 1: CT eines schlecht differenzierten Schilddrüsenkarzinoms – präoperativ.
CT eines schlecht differenzierten Schilddrüsenkarzinoms – präoperativ.
 
Abb. 2: Operationspräparat eines PDTC mit Angioinvasion und Tumorthrombus.
Operationspräparat eines PDTC

 
 

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