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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

31. Mai 2017 Onkologische oder neurologische Reha?

Auch wenn die Erfolge bei malignen Hirntumoren noch nicht so durchschlagend sind wie bei manchen anderen soliden Tumoren wie dem malignen Melanom, gibt es doch immer mehr Langzeitüberlebende. Und die brauchen Unterstützung.
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Über 10 Jahre überleben heute immerhin etwa 5% dieser Patienten, erläuterte Prof. Dr. Herwig Strik, Marburg. „Das sind die Patienten, für die wir etwas tun wollen und sollen.“ Noch gibt es wenig spezifische Evidenz für die Erfolge einer Rehabilitation dieser Patienten. Bei funktionellen Einschränkungen sind aber durchaus ähnliche Ergebnisse zu erzielen wie bei der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten, meinte Strik.

Rehabilitationsprogramme speziell für diese Patienten gibt es nicht. Prinzipiell kommen sowohl neurologische als auch onkologische Reha-Einrichtungen infrage. Strik empfahl aber in jedem Fall darauf zu achten, dass ein in der Neurologie erfahrender Therapeut vor Ort ist. Bei der Entscheidung für die eine oder andere Rehabilitationsform geht er pragmatisch vor. Überwiegen neurologische Funktionsdefizite, ist die neurologische Reha mit ihrer Expertise für das Training von Sehen, Schlucken, Sprechen oder Gleichgewicht und Gang durch Mitarbeiter aus Pflege, Physiotherapie, physikalischer Therapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie geeignet.

Es fehlt in solchen Einrichtungen aber eine psychoonkologische Betreuung und die Erfahrung mit onkologischen Erkrankungen. Daher profitieren Patienten mit einem vorrangigen Bedarf im psychosozialen Bereich ohne massive Funktionseinschränkungen eher von einer onkologischen Rehabilitation. Auf lange Sicht plädiert Strik aber für spezifische Rehabilitationsprogramme für Überlebende von malignen Hirntumoren.

Friederike Klein

Quelle: Workshop 6: Neues a. d. Organspezifischen Rehabilitation. 5. ASORS-Jahreskongress, 31.03. bis 01.04.2017, München


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