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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. April 2020 Onkologische Patienten adäquat auf die Operation vorbereiten: Optimierung des Ernährungszustands sollte immer mit dazugehören

Bei Krebspatienten findet man häufig eine Mangelernährung, deren Folgen oft unterschätzt werden. Lebensqualität und Prognose sind bei einem defizitären Ernährungszustand deutlich schlechter und bei Therapien und krebsbedingten Operationen drohen vermehrt Komplikationen. Daher sollte schon im Vorfeld des operativen Eingriffs der Ernährungszustand erfasst („Prähabilitation“) und durch eine geeignete Ernährungstherapie auch mittels oraler Nahrungssupplementation optimiert werden.
Für viele Krebspatienten, bei denen eine Operation geplant ist, sind die Ausgangsbedingungen denkbar schlecht, betonte Dr. Carl Meißner, Magdeburg. Etwa 45% der Patienten verlieren im Rahmen ihrer Tumorerkrankung an Gewicht, was weitreichende Folgen für die Prognose haben kann. So sprechen Patienten mit tumorassoziiertem Gewichtsverlust schlechter auf die Krebstherapie an und leiden häufiger unter Nebenwirkungen der Therapie (1), was sich ungünstig auf die Überlebenszeit auswirken kann (2). In deutschen Kliniken ist jeder vierte Patient mangelernährt – auf onkologischen Stationen sind es 38%der Patienten (3).


Zahlreiche Ursachen tragen zum Gewichtsverlust bei

Die Gründe für den Gewichtsverlust von Tumorpatienten sind vielfältig. Die Nährstoffaufnahme kann durch Faktoren wie Appetitverlust, Dysphagie, Nausea, Malabsorption und abdominelle Schmerzen eingeschränkt sein, was zu einem Abbau von Muskelmasse führen kann. Fatigue, Schmerzen und Immobilität tragen über eine verminderte Muskelaktivität ebenfalls zu einem Muskelabbau bei –  genauso wie ein systemisches Inflammationssyndrom (1). Letztendlich resultiert daraus eine Sarkopenie, die durchaus auch bei eher übergewichtigen oder adipösen Menschen auftreten kann, sagte Dr. Meißner. Wie bei Gesunden auch, liegt der Energiebedarf eines Krebspatienten bei ca. 25-30 kcal/kg pro Tag. Bereits wenn dieser Bedarf über einen Zeitraum von 1-2 Wochen nur zu 60% gedeckt ist, stellt dies eine signifikante Energielücke dar, die eine ernährungstherapeutische Intervention erfordert (1). Bei einem 65 kg schweren Menschen liegt diese Versorgungslücke zwischen 650 und 780 kcal (Abb. 1).
 
Abb. 1: Mangelernährung ist bei Krebspatienten vorprogrammiert: Wird der tägliche Bedarf von 25-30 kcal/kg nur zu 60% gedeckt, entsteht eine Energielücke (mod. nach (8)).
Abb. 1: Mangelernährung ist bei Krebspatienten vorprogrammiert: Wird der tägliche Bedarf von 25-30 kcal/kg nur zu 60% gedeckt, entsteht eine Energielücke (mod. nach (8)).


Bereits in frühen Stadien zeigen nicht wenige Krebspatienten schon eine deutliche Reduktion der Energie- und Proteinaufnahme mit ungewolltem Gewichtsverlust, der häufig sogar der Tumordiagose vorausgeht. Besonders ausgeprägt ist der Gewichtsverlust bei Patienten mit gastrointestinalen Tumorerkrankungen sowie bei Kopf-Hals-, Ösophagus-, Pankreas- und Magenkarzinomen (1). Wenn es gelingt, diesen Gewichtsverlust zu vermindern, verbessern sich die Überlebenschancen des Patienten (1, 2).


Screening des Ernährungszustands sollte Routine sein

Ein Screening des Ernährungszustands, der Nahrungsaufnahme und der körperlichen Leistungsfähigkeit sollte bei allen Krebspatienten nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) (1) schon bei Erstkontakt erfolgen und dann in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Auch bei stationärer Aufnahme sollte ein entsprechendes Screening routinemäßig durchgeführt werden. Ist solch eine Screening-Routine in den Krankenhäusern etabliert, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Risikopatienten geeignete Nahrungssupplemente erhalten, fast auf das Doppelte (Odds Ratio, OR=1,9), sagte Dr. Meißner. Auch die Anwesenheit von Diätassistenten auf der Station (OR=1,9) und Ernährungsteams im Krankenhaus (OR=1,5) gehen mit einer besseren Versorgung mit Nahrungssupplementen einher (4).


Operation als „Marathon“

Eine größere onkologische Operation stellt für den Patienten eine ähnliche Belastung dar wie ein Marathonlauf, sagte der Chirurg. Die Operation geht mit einer erhöhten kardiopulmonalen Belastung einher und es kommt zu einer chirurgischen Stressantwort mit erhöhtem Sauerstoffbedarf und Katabolismus (5). Keiner würde auf die Idee kommen, sich den körperlichen Strapazen eines Marathonlaufes unvorbereitet auszusetzen. Ähnlich sollte es auch bei der Operation sein. Hier greift das Konzept der Prähabilitation an, das sich zum Ziel gesetzt hat, Patienten im Vorfeld optimal auf eine Operation vorzubereiten und dadurch die Morbidität zu reduzieren.


Prähabilitation mit Optimierung des Ernährungszustands

Dazu gehören Physiotherapie mit Muskelaufbau und Übungen der Atemmuskulatur, die psychologische Vorbereitung auf die Operation und vor allem auch die Optimierung des Ernährungsstatus. Auch in der DGEM-Leitlinie zu klinischer Ernährung in der Chirurgie wird vor größeren viszeralchirurgischen Eingriffen eine supplementierte künstliche Ernährung empfohlen. Dies gilt auch für Patienten ohne Mangelernährung, wenn vorhersehbar ist, dass der Patient postoperativ für eine längere Zeitdauer zur adäquaten oralen Kalorienzufuhr nicht in der Lage sein wird (6).

Mit der präoperativen Ernährungstherapie sollte mind. 5-7 Tage vorher begonnen werden, bei manifester Mangelernährung sogar 10-14 Tage, erklärte der Experte. Eine zusätzliche Zufuhr von 700-800 kcal und einer entsprechenden Menge an essenziellen Nährstoffen kann in dieser Phase den durchschnittlichen zusätzlichen Tagesbedarf des Patienten decken. Durch eine adäquate Prähabilitation hat der Patient deutlich verbesserte Voraussetzungen, den Eingriff gut zu überstehen und sich schneller zu erholen, betonte der Chirurg. Auch nach der Operation und im weiteren Verlauf der Krebserkrankung stellt die Ernährungstherapie ggf. auch mit Supplementen oder parenteraler Ernährung eine wichtige Säule im Management der Patienten dar, sagte Dr. Meißner.

 
Nutricia – Partner in der Ernährungsmedizin

Die Nutricia GmbH mit Sitz in Erlangen ist Spezialist für medizinisch enterale Ernährung. Das Unternehmen bietet Konzepte zur Versorgung von Patienten mit manifester oder drohender Mangelernährung sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich. Zum Sortiment gehören Trink- und Sondennahrungen für Kinder und Erwachsene, Applikationssysteme, Ernährungssonden und -pumpen sowie spezielle Produkte zur Ernährungstherapie bei seltenen, erblichen Stoffwechselstörungen.

International ist Nutricia ein Teil der Medical Nutrition Sparte von Danone.



Versorgungslücke mit medizinischer Trinknahrung schließen

Orale Nahrungssupplemente in Form medizinischer Trinknahrungen sind eine einfache und sehr effektive Maßnahme zur zuverlässigen Erhöhung der täglichen Energie- und Nährstoffzufuhr. Dabei wird von Experten aus Onkologie und Ernährungsmedizin das „One bottle a day“-Konzept befürwortet, bei der die zusätzliche Trinknahrung in einer Tagesration verordnet wird (7).

Fortimel® Compact Energy bietet hier mit einer 300 ml Tageseinheit eine neue benutzerfreundliche Darreichungsform mit hoher Energiedichte bei geringem Volumen. In einer einzigen Flasche stecken nicht nur 720 kcal (2,4 kcal/ml), sondern auch 29 g hochwertiges Eiweiß und alle weiteren lebenswichtigen Mikronährstoffe. Damit schließt eine Flasche Fortimel® Compact Energy die Versorgungslücke, die bei onkologischen Patienten eine Ernährungstherapie notwendig macht (8).

Die glutenfreie und laktosearme Trinklösung können die Patienten über den Tag verteilt zu sich nehmen und es stehen zur Verbesserung der Compliance 4 Geschmacksrichtungen zur Verfügung.

Als Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät) ist Fortimel® bei krankheitsbedingter Mangelernährung verordnungsfähig.


Mit freundlicher Unterstützung der Nutricia GmbH

Maria Weiß

Quelle: Satelliten-Symposium „Perioperative Ernährungstherapie bei chirurgisch-onkologischen Patienten während der gesamten Patientenreise“, DKK, 21.02.2020, Berlin; Veranstalter: Nutricia/Baxter

Literatur:

(1) Arends J et al. DGEM S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“; Aktuel Ernährungsmed 2015;40(05):e1-e74.
(2) Martin L et al. J Clin Oncol 2015;33(1):90-99.
(3) Pirlich M et al. Clin Nutr 2006;563-72.
(4) Schindler K et al. Clin Nutr 2010;29:552-59.
(5) Wynther-Blyth V et al. BMJ 2017;358:j3702.
(6) Weimann A et al. DGEM S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“; Aktuel Ernährungsmed 2013;38:155-97.
(7) PSYMA 2018; Studiennummer 4180099 (n=104).
(8) Arends J et al. ESPEN Guidelines in Nutrition in cancer patients; Clinical Nutrition 2017;11-48.


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