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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. August 2006 Nur noch konventionelle Chemotherapie statt Stammzelltransplantation bei Akuten Leukämien? Verbände kritisieren IQWiG-Bericht

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Für seinen Vorbericht zur Stammzelltransplantation bei akuten Leukämien hat sich das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) scharfe Kritik zugezogen. Damit widerspreche das Institut weltweitem Standard, teilten die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) und die Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe (DLH) mit. Was für alle Leukämiepatienten weltweit möglich sei, solle in Deutschland bald verboten werden, warnt DGHO-Präsident Gerhard Ehninger.
Nach dem Papier sei eine Stammzelltransplantation bei Erwachsenen mit akuter Leukämie abzulehnen und die konventionelle Chemotherapie als Behandlung vorzuziehen. Das Fazit sei «grundsätzlich falsch» und zeuge «von höchster Ahnungslosigkeit und Ignoranz», sagte Ehninger. Für den Vorbericht sei vorhandenes Fachwissen nicht berücksichtigt oder unsachgemäß bewertet worden. Nach anerkannten Studien hätten die Betroffenen mit konventioneller Chemotherapie praktisch keine Heilungschancen.
«Viele Patienten leben nur noch, weil sie den Mut hatten, eine Transplantation durchführen zu lassen», sagte die DLH-Vorsitzende Anita Waldmann. Nach derzeitigem Wissensstand sei die Wahrscheinlichkeit des Überlebens bei einer Transplantation 30% höher. Patienten diese künftig zu verweigern, widerspreche zudem der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Nach einem seiner Beschlüsse von 2005 solle bei Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen jede vorhandene Möglichkeit ausgeschöpft werden.

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