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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

20. Juli 2009 Novartis Oncology: Aktuelles aus Portfolio und Pipeline

Auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO 2009) stellte Novartis Daten von mehr als 15 Substanzen in der Therapie verschiedener Tumortypen vor. Auch in den nächsten Jahren ist mit einer Fülle neuer Daten zu rechnen: Insgesamt enthält die Novartis-Pipeline 18 neue Substanzen für die „Targeted Therapy“ verschiedener Krebserkrankungen, die in verschiedenen Tumorentitäten getestet werden.
Der Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib (Glivec®), der ursprünglich für die Therapie der chronischen myeloischen Leukämie (CML) entwickelt wurde, spielt inzwischen eine Rolle in der Therapie verschiedener solider Tumoren und hämatologischer Erkrankungen. In Deutschland ist Imatinib unter anderem zur Behandlung der neu diagnostizierten Philadelphia-Chromosom (bcr-abl)-positiven (Ph+) chronischen myeloischen Leu-kämie CML zugelassen sowie bei nicht resezierbaren und/oder metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) bei Erwachsenen. In der EU hat Glivec vor kurzem auch die Zulassung für die adjuvante Behandlung Erwachsener nach Resektion c-KIT-(CD117)-positiver GIST mit signifikantem Rezidiv-Risiko erhalten.
Neue, vorläufige Daten einer auf dem ASCO vorgestellten Phase-II-Studie (Abstract #9001) zeigen das Potenzial von Imatinib bei Patienten mit malignem Melanom, die eine KIT-Mutation aufweisen.

Erstmals in einer plazebokontrollierten Phase-III-Studie (PROMID), die als “Oral presentation” vorgestellt wurde, bestätigte sich für Sandostatin®LAR® ein antiproliferativer Effekt bei neuroendokrinen Tumoren (NET) des Mitteldarms. Im Vergleich zu Plazebo konnte die progressionsfreie Zeit signifikant verlängert werden (Abstract #4508).
Der mTOR-Inhibitor Everolimus (Afinitor®), für den eine Zulassungsempfehlung für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms nach TKI-Versagen ausgesprochen wurde, konnte in einer Phase-I-Studie (Abstract #4587) auch bei Patienten mit fortgeschrittenem hepatozellulären Karzinom seine Wirksamkeit demonstrieren. Basierend auf diesen Daten ist eine weltweite Phase-III-Studie geplant.

Präsentiert wurde auch eine neue Subgruppenanalyse der BIG 1-98-Studie (Abstract #510), in der die Autoren zeigten, dass postmenopausale Frauen unter Letrozol (Femara®)-Therapie eine bessere kognitive Funktion aufwiesen als Frauen unter Tamoxifen-Therapie.

Ein neues Produkt aus der Pipeline von Novartis ist der Histondeacetylase(HDAC)-Inhibitor Panobinostat (LBH 589), der in Phase-I- und -II-Studie beim Hodgkin-Lymphom und verschiedenen hämatologischen und soliden Tumoren untersucht wird. In einer auf dem ASCO vorgestellten Phase-I-Studie erwies sich Panobinostat plus Lenalidomid und Dexamethason beim Multiplen Myelom als eine sichere Kombination (Abstract #8542).
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In den Startlöchern für die Therapie stark vorbehandelter Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom steht der neue Tyrosinkinase-Inhibitor TKI258 (Dovitinib), der in einer Phase-I-/-II-Studie für diese Patienten einen klinischen Benefit zeigen konnte (Abstract #3563).
Ein interessanter neuer Ansatz in der Tumortherapie ist die Inhibition von Hitzeschockprotein HSP90, das eine Schlüsselfunktion einnimmt bei der Tumorzellteilung und dem Überleben von Tumorzellen. Erste Ergebnisse zur Pharmakokinetik und Pharmakodynamik des Hitzeschockprotein(HSP)-Inhibitors AUY922 wurden in einer Phase-I-Studie bei Patienten mit soliden Tumoren vorgestellt (Abstract #3533).

Angesichts der vielen neuen zielorientierten Substanzen wird eine individualisierte Therapie immer wichtiger. Nur mit einer entsprechenden Diagnoseplattform und Diagnosekits kann eine solche Therapie umgesetzt werden. Novartis hat deshalb eine neue Geschäftseinheit etabliert – die „Molecular Diagnostic Business Unit“, wie David Epstein, Präsident und CEO (Chief Executive Officer) von Novartis Oncology und Novartis Molecular Diagnostics, berichtete. Als Beispiele aus dem Diagnostik Portfolio, die zur Zeit entwickelt werden, nannte er einen Test auf FLT-3-Mutationen bei AML (Akute myeloische Leukämie), einen Somatostatin-Scan (SOMScan) zur Therapieoptimierung von NET (neuroendokrine Stromatumoren), eine Standardisierung des bcr-Abl-Tests und einen molekularen Fingerprint zur Verbesserung der Selektion von Patienten mit Lungenkrebs.


Die Abstracts finden Sie hier:
http://www.asco.org/ASCOv2/Meetings/Abstracts?&vmview=abst_meeting_categories_view&confID=65

Quelle:


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